Joan Jett & The Blackhearts

Sinner

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 04.10.2006
Jahr: 2006

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Joan Jett
Sinner, Blackheart Records, 2006
Joan Jett Guitar & Vocals
Thommy Price Drums
Dougie Needles Guitar
Enzo Penizzotto Bass
Kenny Laguna Keyboards
Produziert von: Kenny Laguna, Ted Templeman, Bob Rock & Joan Jett Länge: 51 Min 39 Sek Medium: CD
1. Riddles8. Fetish
2. A.C.D.C.9. Watersign
3. Five10. Tube Talkin'
4. Naked11. Turn It Around
5. Everyone Knows12. Baby Blue
6. Change The World13. A 100 Feet Away
7. Androgynous14. Bad Time

Eigentlich hätte das damals ganz anders laufen können, ja müssen. 1976. An der Ostküste kamen die RAMONES mit ihrem ersten Album heraus und wurden in kürzester Zeit die gefeierten Anführer einer rebellischen, Punk-Rock orientierten Jugend. Auf der anderen Seite der USA, in Los Angeles, veröffentlichten THE RUNAWAYS ihr Debüt und, ja kam schon gut an, aber einen solchen Status wie ihr männliches New Yorker Pendant erreichten sie weder zu dem noch zu einem späteren Zeitpunkt. Woran das lag, ist immer schwer zu ergründen. Vielleicht nahm man vier rotznäsige Teeny-Girls einfach nicht so ernst. Immerhin hatten die Mädels ein Durchschnittsalter von 16 (!).
Nun gut, schließlich kamen die RUNAWAYS doch noch zum verdienten Erfolg, der ihrem Power-Pop-Rock-Punk auch gebührte. Lange hielt die Mädchentruppe auch nicht zusammen und nach ein paar Umbesetzungen war 1978 schon wieder Feierabend.
Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass Joan Jett die erfolgreichste Solokarriere ihrer Kolleginnen absolviert hat. Dicht gefolgt natürlich von Lita Ford, der Lead-Gitarristin, die sich eher dem Heavy-Rock zuwandte, sowie Michael 'Micki' Steele, die mit den BANGLES weitere Höhen erklomm.

Schon allein optisch kam keine an Joan heran: Schwarze Haare, schwarze Lederklamotten - wie z. B. auf dem Cover zu "Up Your Alley", schwarzer Kajal..., mir wird schon ganz schwarz vor den Augen...
Dazu eine Begleitband namens BLACKHEARTS und Chuck Berry covert sie auch noch! Eine, im wahrsten Sinne des Wortes, geile Stimme und Songtitel wie I Love Rock'n'Roll - Gott, die Frau wahr ein Teenagertraum! Sie liebt den Rock'n'Roll, so wie ich! Wir lieben das selbe - wir lieben uns! (Zieht mir doch mal einer den Stecker raus)
[Nein, mach nur. Wenigstens lässt du dann die Finger von meiner Debbie. F.S.]
Lange ist es her, dass ein Album von Joan erschien, zwischenzeitlich hatte sie gar mal blonde Haare, aber nun ist sie zurück mit "Sinner". Mit an Bord sind ihr langjähriger musikalischer Partner und Produzent Kenny Laguna und Ur-BLACKHEARTS Drummer Thommy Price. Die Leadgitarre spielt Dougie Needles und am Bass ist Enzo Penizzotto. Außerdem an den Reglern Ted Templeman und Bob Rock. Da ist Qualität garantiert.
Alle Bedenken, ihr musikalischer Geschmack könnte sich geändert haben, sind schon beim Beginn von Riddles vergessen: "Whoa-oh-oh..", ruft uns Joan die 70er zurück, eine satte Rhythmusgitarre schiebt ordentlich und, wow, diese Stimme erzeugt sofort eine Gänsehaut bei mir. Da können sich Mädchen a la Pink oder Avril Lavigne immer noch eine dicke Scheibe abschneiden. Die STONES-Riffs klingen im Hintergrund wie in alten Tagen und die Chuck Berry-Licks blitzen auch auf.

War der Beginn noch halbwegs gezügelt, wird mit A.C.D.C. ordentlich aufs Gaspedal gelatscht. Ja, genau, es ist der alte Chinn/Chapman-Rocker von SWEET, den uns Joan hier entgegenkreischt. Geht richtig geil ab, als wäre er gestern erst geschrieben worden, auch wenn man dabei an den Glam-Rock von Suzi Quatro denken muss. [Na und??? Lass meine Suzi in Ruh! F.S.]
Five ist ein druckvoller Stampfer a la Do You Wanna Touch Me mit einer leicht düsteren Note. Der Titel war schon, wie einige Songs auf diesem Album, bereits auf "Naked", das 2004 allerdings nur in Japan erschien. Der entsprechende Titelsong ist natürlich auch vertreten und den könnte ich mir auch von BLONDIE vorstellen, mit seinen Power-Pop- und leichten New York-Punk-Rock Zutaten. [Vorsicht! Schau Debbie nicht so verheiratet an! F.S.]
Everyone Knows erinnert etwas an All Or Nothing (SMALL FACES), also eher zurückhaltendes Tempo, zum mitwippen, aber schön mit fetten Gitarren aufgepeppt.
Good-Time-Party-Punk-Rock geht bei Change The World voll ab. Ähnliches kennt man GREEN DAY, nur nicht mit dieser Stimme und irgendwie nicht so mitreißend wie hier.
Die wundervolle, von Paul Westerberg geschriebene Ballade Androgynous (Album THE REPLACEMENTS "Let It Be", 1984), zwischen Country und Folk pendelnd, klingt wie für Joan Jett gemacht.
Anschließend klingt es aber deutlich rauer und fast schon richtig heftig modern, wenn in Fetish die Gitarren derb und effektverfremdet den Ton angeben. Nur Joans Stimme hindert den Song daran, stellenweise auf METALLICA zu tippen. Das wieder ruhigere, gleich darauf folgende Watersign ist eine tolle Heavy-Ballade, die fast Stadioncharakter aufbringt, allerdings hier irgendwie an der falschen Stelle kommt.
Volle Fahrt voraus dann wieder mit Tube Talkin', das punkig losfegt wie eine Kombination aus RAMONES und BANGLES.
Turn It Around ist wieder ein Song wie aus den alten 80er-BLACKHEARTS-Zeiten, mit einem weiteren Chuck Berry/Rick Richards-Solo. Kurz und gut.
Baby Blue schaltet wieder einen Gang zurück, mehr balladesk, während A 100 Feet Away sich als nächste Single einfach aufdrängt. Feinster Power-Rock-Pop mit einem Ohrwurm-Refrain der einen nicht mehr verlässt.
Ähnliches gilt für das abschließende Bad Time, zwar mit harten Gitarren geschmückt, aber ansonsten im bewährten Stil und auch hier fällt mir die immer noch herrlich aggressive Stimme von Joan Jett auf. Fantastisch.

Wer diese Frau früher gemocht hat oder eine der erwähnten Frauen, wird auch dieses Album lieben, und für weitere Durchläufe dieses Albums braucht man die Aufforderung "put another dime in the jukebox" bestimmt nicht.

Epi Schmidt, 04.10.2006

 

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