Joan Jett & The Blackhearts

Greatest Hits

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 31.07.2010
Jahr: 2010
Stil: Glam Rock

Links:

Joan Jett & The Blackhearts Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Joan Jett And The Blackhearts
Greatest Hits, Blackheart Records, 2010
Joan JettVocals, Guitar
Ricky Byrd, Dougie NeedlesGuitar
Kasim Sulton, Gary Ryan, Enzo PenizottoBass
Thommy Price, Lee CrystalDrums
Kenny LagunaKeyboards
Produziert von: Kenny Laguna Länge: 66 Min 17 Sek Medium: CD
CD 1:
01. Cherry Bomb06. You Don't Know What You've Got
02. You Drive Me Wild07. I Want You
03. School Days08. I Love Rock'n'Roll
04. Love Is Pain09. (I'm Gonna) Run Away
05. Bad Reputation10. Crimson And Clover
CD 2:
01. Do You Wanna Touch Me (Oh Yeah)07. Backlash
02. The French Song08. Activity Grrrl
03. Everyday People09. Love Is All Around
04. Fake Friends10. Androgynous
05. Light Of Day11. A.C.D.C.
06. I Hate Myself For Loving You

Vier Jahre sind es schon wieder, seit mich Joan Jett mit einem neuen Album ebenso überrascht wie erfreut hat. Was natürlich nichts im Vergleich dazu ist, dass es bereits fast 30 Jahre her, seit mich das Mädel erstmals verzauberte. I Love Rock'n'Roll, schrie sie ganz unverblümt heraus und damit liebten wir - ja, ein paar andere auch noch - ja schon einmal dieselbe Musik. Farbentechnisch, liefen wir auch in der gleichen Spur: Schwarz! Schwarze Haare, schwarze Klamotten - Leder! - , die Augen schwarz umrandet und dazu eine schneeweiße Gitarre - Gibson! - auf die unablässig eingehämmert wird. Seit Suzi Quatro hatte kein Mädel mehr so gut in Leder ausgesehen. Na, jedenfalls nicht im musikalischen Bereich...
Joan war halt doch die Rock'n'Rollerin unter den RUNAWAYS, jener Girly-Band der 70er Jahre. Und sie hatte auch die meisten Punk-Einflüsse.
Und sie kam genau zum richtigen Zeitpunkt in den 80er Jahren. Auch wenn das pinkfarbene Jackett auf dem Cover ihrer "I Love Rock'n'Roll" LP nicht so ganz typisch war. Hier wird sie nun mit einem "Greatest Hits" Album gebührend gewürdigt. Kommt in schönem Pappcover (100% aus recyceltem Papier) und als Doppel-Silberling. Schön, von der Spielzeit her, hätt's auch auf eine Scheibe gepasst. Trotzdem schön gemacht.
Mit dem leicht schleppenden, sehr rohem Cherry Bomb startet dieses Album und verweist damit gleich auf Joans Ursprünge mit THE RUNAWAYS. Auch die folgende Nummer, You Drive My Wild stammt aus den Tagen, ebenso wie School Days (nicht die Chuck Berry-Nummer), das schon richtig prächtig und punkig rockt.
Insgesamt finden sich acht RUNAWAYS-Songs - alle aus dem Film "THE RUNAWAYS" - auf diesem Album. Die zeigen allesamt, dass diese Band nicht umsonst so einen legendären Status hat. Bands wie THE DONNAS wären ohne diese Pionierinnen gar nicht denkbar.

Aber wie es richtig pur und geil abgehen kann, zeigt uns Joan dann im Alleingang. Also, mithilfe ihrer Band, natürlich. Besser als bei Bad Reputation kann man Punk und Rock gar nicht verbinden. Da dürften selbst die Punk-Rock Godfathers THE RAMONES große Ohren gemacht haben. Auch heutzutage noch ein hyper-ansteckender Song.
Auch mit einem mehr radioorientierten Stil und eingängigem Refrain hatte Joan Jett keine Probleme ein Rockpublikum auf ihre Seite zu ziehen. Liegt nicht zuletzt an ihrer aggressiven, herrlich dreckigen Stimme. Da singt man eben auch als Rocker bei You Don't Know What You've Got lautstark mit.
Etwas bei den KINKS und deren You Really Got Me-Riff geklaut und schon geht auch I Want You richtig gut. Da scheppern auch große Anteile THE CLASH mit durch.
Dann, natürlich, die Hymne: I Love Rock'n'Roll! Schon der, zugegeben simple, Schlagzeuganfang reißt aus dem Sessel. Auch hier ist es zweifellos der heißere Faucher von Joan, der einfach das Gewisse etwas ausmacht. Wieder einen Schuss Radiotauglichkeit und I'm Gonna Run Away lässt uns freudig mithoppsen.
Einen großen Rock'n'Roller hat schon immer auch die Wahl seiner Coverversionen ausgemacht und Joan Jett hatte auch da meistens ein gutes Händchen. Jedenfalls kredenzte sie uns den 60's Hit Crimson And Clover in neuem, härteren Gewand so gekonnt, dass nur ein Hit daraus werden konnte. Richtig klasse!

Und wo wir schon von Coverversionen sprechen, beginnt auch die zweite Scheibe mit einer. Gary Glitter mag ein Kinderschänder und sonst noch ein paar üble Sachen sein, aber sein Do You Wanna Touch Me (Oh Yeah) lieferte eine weitere perfekte Vorlage für dieses ledergewandete Riot-Grrrl und einen weiteren Hit, dessen "Oh Yeah" man als männlicher Fan gar nicht laut genug mitsingen konnte.
Der erwas gehauchte Gesang in The French Song erinnert mich mehr an BLONDIE, aber die Musik rockt überwiegend doch gut.
Das richtige Good-Time Rockfeeling vermittelt Fake Friends. Etwas poppig, aber genau richtig für den ausgelassenen Streifzug durch ... ach, wo immer ihr wollt.
Es gibt bessere Cover von Bruce Springsteen-Songs als diese hier von Light Of Day. Dazu sind einfach zu viel Hall und viel zu leise Gitarren darin. Sonst wäre das nämlich richtig gut. Trotzdem noch gut anzuhören.
Richtig geil dagegen nochmal, das wuchtige I Hate Myself For Loving You. Da kommt die perfekte Rockstimme von Joan so richtig zu Geltung, der Refrain geht direkt ins Innenohr und der Rhythmus lässt auch eine Mülltonne mitstampfen.
Nein, keine Sorge, Love Is All Around ist nicht der WET WET WET Song, sondern eine schnurgerade Punknummer. Kurz, hart, rau - und gut.
Zwei Songs vom 2006er Album "Sinner" haben auch hierauf gefunden: das countrymäßige Androgynous und die SWEET Coverversion A.C.D.C.. Da geht’s zum Schluss nochmals richtig gut ab. Rough'n'Dirty, Mean'n'Hot. Sie hat nix verlernt und ich sie nie vergessen. Ich werde sie immer lieben: Joan Jett And The Blackhearts! Eine kleine Wehmutsträne vergieße ich über das Fehlen von Tulane (ja, diesmal Chuck Berry!) vom "Up Your Alley" Album.

Epi Schmidt, 29.07.2010

 

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