Jimmy Reiter

Live

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.01.2021
Jahr: 2021
Stil: Blues
Spiellänge: 78:34
Produzent: Jimmy Reiter & Marcus Praed

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Redakteur(e):

Frank Ipach


s. weitere Künstler zum Review:

Kai Strauss

Titel
01. Waiting For My Luck To Change
02. What You Need
03. What's In It For Me
04. Too many Cooks
05. I Shouldn't But I Do
06. Hard Times (Have Surely Come)
07. I'll Take The Easy Way
 
08. Give It To Me Straight
09. Woman Don't Lie
10. It's Easy When You Know How
11. I'm Givin' In
12. Hooked
13. Whos's Minding The Store
14. Jimmy's Boogie
Musiker Instrument
Jimmy Reiter Vocals, Guitar
Nico Dreier Keyboards
Jasper Mortier Bass, Backing Vocals
Björn Puls Drums, Backing Vocals
Guests:
Dmitry Suslov Tenor Saxophone
Jürgen Wieching Baritone Saxophone

Der  Blues und die Bühne gehören einfach zusammen. Wen wundert's also, dass ein gestandener Bluesmusiker wie Jimmy Reiter nach nunmehr drei Studioalben dem Publikum seine erste Live-Scheibe präsentiert.

Was sich für jeden Blueser seit zig Jahrzehnten wie eine Selbstverständlichkeit anfühlt, wird nun im Zeichen des Virus fast zu einer Besonderheit. Jimmys kurz und knapp "Live" betiteltes Werk wurde glücklicherweise (zumindest teilweise) noch im Januar 2020 in seiner Osnabrücker Heimatstadt im Zuge seines traditionellen Jahreseröffnungskonzerts mitgeschnitten und bietet uns einen sehr anregenden Blick auf sein bisheriges Schaffen.

Der ursprünglich aus Hannover stammende Blueser macht sich auf einen lustvollen Streifzug durch seine letzten drei Studioalben und verlässt sich natürlich auf echte Kracher-Songs, die keine Wünsche offen lassen und den international renommierten und arrivierten Größen und Vorbildern in keinem Deut nachstehen. Das Ganze klingt dann im besten Wortsinne wie eine heiße Best-Of Sammlung.

Ähnlich wie bei unserem anderen Vorzeige-Blueser Kai Strauss hat hier jemand sein Handwerk von der Pike auf gelernt und durch jahrzehntelange Bühnenerfahrung zu einem ansehnlich funkelnden Kunstwerk geschliffen. Man hört und spürt Reiters Leidenschaft für die Sache, erfreut sich an seinem unprätentiösen und geschmackvollen Gitarrenspiel, dass eigentlich nie zum Selbstzweck verkommt und auch bei einem längeren Soloflug wie I'm Givin' In einen elastischen Spannungsbogen aufbaut und seinem Höhepunkt entgegen rauscht. Das funktioniert auch nur so grenzen- und tadellos, weil die Band dem Protagonisten mit einfühlsamen Know How und variabler Dynamik zur Seite steht, was auf dem kurzweiligen Zwölfminüter  Give It To Me Straight ganz herrlich nachvollziehbar wird. Ein Fest für Blueser.

Nicht nur im furiosen Finale dieser Nummer entfachen die beiden mitgereisten Bläser Dmitry Suslov (Tenor Sax) und Jürgen Wieching (Baritone Sax) einen Sturmwind, der das Publikum zu Szenenapplaus hinreißt. Wer dann gleich im Anschluss das funky beseelte Woman Don't Lie hört und wenig später das lodernde Hooked inhaliert, wünscht sich umgehend nächste Woche wieder auf ein Live-Konzert gehen zu dürfen. Doch solange keine Impfpflicht für passionierte Konzertgänger verordnet wird, werden wir uns noch ein wenig in Geduld üben müssen und uns derweil mit Jimmy Reiters "Live"-Platte die Langeweile vertreiben. Ein Album, das einmal mehr beweist das Blues und Bühne mit einem großen und fetten B geschrieben werden! 

 

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