Jeff Healey

Live At Montreux 1999

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 04.09.2005
Jahr: 2005

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Jeff Healey Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Jeff Healey
Live At Montreux 1999, Eagle Vision, 2005
Jeff Healey Vocals & Guitar
Joe Rockman Bass
Pat Rush Guitar (1999)
Philip Sayce Guitar (1997)
Tom Stephen Drums
Länge: ca. 107 Min (DVD) & 78 Min 23 Sek (CD) Medium: DVD & CD
DVD:
1. My Little Girl9. Roadhouse Blues
2. Stop Breakin' Down10. See The Light
3. Third Degree11. Hoochie Coochie Man
4. I Think I Love You Too MuchBonus Songs '97:
5. Stuck In The Middle With You12. As The Years Go Passing By
6. I Can't Get My Hands On You13. That's What They Say
7. Yer Blues14. Put The Shoe On The Other Foot
8. Angel Eyes15. While My Guitar Gently Weeps
CD:
1. While My Guitar Gently Weeps7. I Can't Get My Hands On You
2. My Little Girl8. Yer Blues
3. Stop Breakin' Down9. Angel Eyes
4. Third Degree10. Roadhouse Blues
5. I Think I Love You Too Much11. See The Light
6. That's What They Say12. Hoochie Coochie Man

War schon 'ne tolle Sache, als damals der Jeff Healey auftauchte. Ich meine: Blinde Gitarristen die den Blues spielten gab es schon viel früher - Blind Lemon Jefferson etwa, 1925 - aber ein blinder weißer Knabe, der eine E-Gitarre auf dem Schoß liegend spielt? Und nicht etwa mit einem Slideröhrchen sondern mit den Fingern das Griffbrett bearbeitet? Das beeindruckte schon. 1988 kam die erste Scheibe von Jeff Healey, "See The Light", heraus und mit dem John Hiatt Titel Angel Eyes und dem Titelsong fanden sich gleich zwei mittlere Hits auf diesem Album.
Jetzt lies man sich von den optischen Tatsachen leicht davon ablenken, dass Mr. Healey auch ein richtig guter Sänger war/ist - meint man nicht öfter, einen Schwarzen singen zu hören? Auch wurde Jeff, so habe ich den Eindruck, zu oft als "Zirkuspferd" und Attraktion herumgeführt und sein Handicap zu sehr ausgeschlachtet. Die Idee zum "Cover To Cover" Album, auf dem nur Coverversionen drauf waren und zu dem ihn die Plattenfirma gedrängt hat, war im Nachhinein auch nicht sonderlich glücklich und natürlich kam ihm die 90er Jahre Grunge-Welle auch in die Quere.
Zum Glück gab es ja das "Montreux Jazz Festival", das u.a. für Blues-Musiker immer eine gute Live-Plattform bot. So kamen in den letzten Jahren etliche der Mitschnitte dieses Festivals ans Tageslicht (Gary Moore, Johnny Cash, Ray Charles, etc.) und nun kann man sich auch an einem Auftritt der Jeff Healey Band erfreuen.
Warum das dann immer gleich als Doppelpack - CD und DVD - kommt, weiß ich auch nicht. Zumal die DVD ca. 20 Minuten mehr an Spielzeit und Freude birgt und chronologisch auch besser eingeteilt ist. Da gibt's erst mal 11 Titel vom 99er Konzert und die machen richtig Spaß. Die Studio-Alben haben mich nie durchgehend begeistert, aber dieser Live-Auftritt ist schon klasse. Das rockt und bluest richtig mit Power! Die Spielweise von Jeff kann man ja gar nicht richtig nachvollziehen. Wie der mit allen fünf Fingern seiner linken Hand die Saiten greift und zieht, Akkorde und Soli produziert - Wahnsinn. Da stehen eigene Songs wie My Little Girl oder I Can't Get My Hands On You den Coverversionen in nichts nach.
Trotzdem horcht man bei Robert Johnsons Stop Breakin' Down natürlich schon mehr auf und bei der Blues-Bearbeitung der Folknummer Stuck In The Middle With You (STEALERS WHEEL) wird man unwillkürlich mitgerissen. So ergeht es hin und wieder auch Herrn Healey und natürlich hat das immer etwas 'Tanzbärenhaftes' wenn er mit seiner Gitarre auf der Bühne herumhüpft. Aber warum soll er da seine Emotionen zurückhalten? Nur weil er blind ist? Eigentlich hat es etwas sehr ergreifendes, wenn jemand völlig unaufgesetzt von der Musik so mitgerissen wird. Da spielt einer für den nichts zählt als die Musik. Gern kokettiert er damit, dass er das Publikum nicht sehen kann und macht den ein oder anderen Scherz. Auch überlässt er durchaus einige Soli dem zweiten Gitarristen Pat Rush - der außerdem eine ganz hervorragende Slide-Gitarre spielt und mit seiner Gibson einen besseren Gegenpart zu Healyes Strat liefert - bzw. Philip Sayce, der mir zwar vom Sound her zu ähnlich klingt, aber dafür bei Albert Collins' Put The Shoe On The Other Foot den Leadgesang übernimmt und so für Abwechslung sorgt.
Jeff Healey lief halt immer unter "The Jeff Healey Band" und nie nur unter dem Namen des Leaders, auch wenn das gerne so verkauft wurde. Entsprechend kommen auch die Joe Rockman am Bass und Tom Stephen am Schlagzeug zur Geltung. Da trägt der sehr gute Sound mit dazu bei und auch das Bild der DVD ist ohne Makel. Auch die Bildführung gefällt mir gut und man vermisst es kein bisschen, dass Musiker nicht permanent über die Bühne toben.
John Lennons Yer Blues ist ein Höhepunkt, ebenso wie der heftig rockende Roadhouse Blues, bei dem die beiden Gitarristen sich wunderbar austauschen. Berauschend, und auch heute noch immer fantastisch, die Version von George Harrisons While My Guitar Gently Weeps.

Wie gesagt, ich würde die DVD vorziehen, aber im Prinzip bringen beide Formate einem eindrucksvoll in Erinnerung, welch toller Künstler Jeff Healey ist und was für spitzenmäßige Musik er mit seiner Band gemacht hat - hoffentlich wird man ihn bald mal wieder auf deutschen Bühnen sehen. Diese Aufnahmen machen echt Lust darauf.

Bild: 4:3
Sound: DTS Digital Surround, Dolby Surround 5.1, PCM Stereo
Sprache: Englisch
Code: 0

Epi Schmidt, 04.09.2005

 

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