Jason Ringenberg

Empire Builders

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.12.2004
Jahr: 2004

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Jason Ringenberg
Empire Builders, Blue Rose Records, 2004
Jason Ringenberg Vocals, Acoustic Guitar
George Bradfute Electric & Acoustic Guitars, Bass
Fats Kaplin Steel Guitar, Fiddle
Steve Ebe, Greg Morrow, Jimmy Lester Drums
Jim Roll Guitar, Fiddle, Banjo, Hammond Organ, Bass
Dave Jacques Trombone, Tuba, Baritone Horn
Molly Felder, Kristi Rose Harmony Vocals
Produziert von: George Bradfute Länge: 42 Min 00 Sek Medium: CD
1. American Question7. Chief Joseph's Last Dream
2. Rebel Flag In Germany8. New-Fashioned Imperialist
3. Rainbow Stew9. Half The Man
4. Tuskegee Pride10. Eddie Rode The Orphan Train
5. She Hung The Moon (Until It Died)11. American Reprieve
6. Link Wray

Mit dem Jason ist das so eine Sache. Eigentlich steht für mich auf einer Stufe mit Dan Baird, denn beide haben jeweils eine für mich maßgebende Rockband aus den 80ern angeführt: THE GEORGIA SATELLITES und JASON AND THE SCORCHERS.
Allerdings ist der Jason musikalisch weit unberechenbarer. Nachdem er zuletzt eine CD voller "Kinderlieder" namens "A Day At The Farm With Farmer Jason" veröffentlichte, erwartete ich eigentlich mehr den Rock'n'Roll Hammer, wie zum Teil auf "All Over Creation".

Denkste. Der Herr Ringenberg war die letzten Jahre viel in Deutschland/Europa auf Tour und musste sich als Amerikaner viel anhören, was die Politik seines Landes betraf. Im Booklet ist zu jedem Song vermerkt, wo er entstand und die Texte sind teilweise überdeutlich.
Eine Art Sprechgesang liegt über der Musik von American Question und diese Musik wird teilweise nur von Geräuschen, leicht gezupften Banjos und überwiegend von einer Wah Wah-Pedal Steel verursacht.
Da kommt der nächste Song doch eingängiger. Rebel Flag In Germany ist typischer Jason-Nashville-Country mit ein paar Ecken - das schmeckt mir schon eher. Allerdings wird manchem Southernrock-Fan nicht schmecken, wenn sich Jason über die "Rebel Flags" in Deutschland auslässt, die er eigentlich nicht mal in Tennessee sehen mag. Na ja, mir würd's wahrscheinlich auch nicht gefallen, wenn ich in den Staaten eine Reichsflagge wehen sähe...

Merle Haggards Rainbow Stew macht richtig gute Laune und präsentiert Jason voll in seinem Element. Immer mit dem gewissen Augenzwinkern (so kann man auch die Geräusche des "Rainbow Stew" vernehmen) und immer erstklassig gespielter Country & Western. Klar, dass George Bradfute wieder mit an Bord ist und neben der hervorragenden Produktion für etliche Instrumente verantwortlich zeigt.
Neben den Problemen, die ihm seine eigene Regierung bescherte, beschäftigt sich Jason auf diesem Album auch mit seiner Vergangenheit, bzw. seinen Vorfahren, die ihm praktisch zu dem Namen für dieses Album inspirierten. Tuskegee Pride ist die Geschichte eines Kampfpiloten, der im 2. Weltkrieg kämpfte und heute in einem Veteranen-Heim sitzt.
She Hung The Moon ist eine wunderschöne Country-Ballade, wie sie außer Jason wohl wenige so schmalzfrei hinkriegen. Dass es in Link Wray, Jasons erklärter Lieblingsgitarrist, ordentlich twangt und mit verzerrten Gitarren rockt war klar. Zur Unterstützung hat sich Jason hier Jimmy Lester und Eddie Angel von den LOS STRAITJACKETS ins Studio geholt und die machen auch ordentlich Dampf.
Eine weitere Ballade folgt und es hat schon etwas ergreifendes, wenn hier über Chief Joseph's Last Dream gesungen wird, den großen Führer der Nez Percé Indianer.

Die Musik zu New-Fashioned Imperialist erinnert mich etwas an die "Day At The Farm" Scheibe, ob ihres lustigen Rhythmus und der Kinderliedhaftigkeit. Zwar wurde dieses Album vor den Wahlen in den USA veröffentlicht, aber nach dem bekannten Ausgang, bleibt diese Lied aktuell.
Ein Loblied auf seinen Vater singt Jason mit Half The Man. Auch hier gleiten gefühlvolle Slides über die Pedal Steel, wechselt der Bass zwischen zwei Saiten und wird Banjo wie Gitarre gepickt. Wie gesagt: Bei vielen würde so was kitschig klingen - hier nicht. Ähnliches gilt für Eddie Rode The Orphan Train, das die zweite Coverversion auf dieser CD ist und von Jim Roll geschrieben wurde. Sehr geschmackvoll gemacht.
Zu einer Art Jazz-Improvisation spricht Jason, quasi als Rap, die Worte zu American Reprieve. Wie er sagt, der Song ist als "a question and an prayer" gedacht.

Mit "Empire Builders" ist Jason Ringenberg, denke ich, vollends in der Blue Rose Familie angekommen. Zum einen passt diese Art Country-Americana voll in das Programm des Labels und zum anderen kann ich mir nicht vorstellen, dass bei diesen Texten viele Amerikaner die Scheibe kaufen. Welcome in old Europe, Jason!
P.S.: Falls jemand mehr Rock'n'Roll benötigt, kann er sich ja beim SCORCHERS-Gitarristen Warner Hodges und seinen DISCIPLES OF LOUD bedienen. Satisfaction guaranteed!

Epi Schmidt, 02.12.2004

 

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