Janis Joplin

Janis: Little Girl Blue

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.04.2016
Jahr: 2016
Stil: Blues-, Soul Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Janis Joplin
Janis: Little Girl Blue, Sony Music, 2016
Janis JoplinVocals
various Musicians
Produziert von: Rob Santos Länge: 70 Min 58 Sek Medium: CD
"Original Motion Picture Soundtrack":
01. Careless Love10. Maybe
02. Down On Me11. Work Me, Lord (Live)
03. Women Is Losers (Live)12. Trust Me (Live)
04. Ball And Chain (Live)13. Cry Baby (Live)
05. Piece Of My Heart (Live, Previously Unreleased)14. Tell Mama (Live)
06. Catch Me Daddy (Live)15. Get It While You Can
07. Magic Of Love (Live)16. Me And Bobby McGee
08. Summertime17 Little Girl Blue
09. Raise Your Hand (Live)

Ein bisschen hab ich immer noch ein Problem, mit der Vergötterung der so früh verstorbenen Musiklegenden, wie Jim Morrison, Jimi Hendrix, Brian Jones, etc.
Ich meine, bei einem David Bowie oder auch einem Lemmy, da weiß man, was sie in ihrem Leben geleistet haben. Oder auch nicht. Aber wie gut wären oben Genannte in ihrem weiteren Leben noch gewesen? Was hätten sie uns, der Musikwelt, noch geben können? War ihre Kreativität ähnlich verbraucht, wie ihr Körper? (Die Frage ist zumindest bei Morrison und Jones berechtigt).
Klar, die Frage stellt sich auch bei Janis Joplin, da sie nicht nur ihre Zuhörer öfter in einen Rausch versetzt hat. Nichtsdestotrotz ist die kleine Blues-Sängerin sicher eine der faszinierendsten Künstlerinnen überhaupt und allein die Tatsache, dass sich auch heute noch praktisch jede – zumindest weiße – Blues-Sängerin an ihr messen lassen muss, bzw. mit ihr verglichen wird, rechtfertigt ihren Status und ihre immerwährende Aktualität.

Die Filmemacherin Amy Berg hat etliche Jahre damit verbracht, sich durch Material, welches ihr zu einem großen Teil von Familienmitgliedern (u.a. Briefe an ihre Mutter) zur Verfügung gestellt wurde, zu arbeiten und anscheinend einen wirklich sehenswerten Film kreiert. Diesen habe ich noch nicht gesehen, aber der Soundtrack liegt uns vor und macht schon ordentlich Lust darauf.
Natürlich finden sich auf dem Album keine umwerfenden Ausgrabungen, aber der Überblick über ihre ebenso kurze wie intensive Karriere beeindruckt ein weiteres Mal. Schon das aus dem Album “Janis – Early Performances“ stammende Careless Love lässt den Hörer nahezu mit offenem Mund dastehen. Klingt die kleine weiße Texanerin hier doch wie eine der schwarzen Blues-Muttis vom Anfang des letzten Jahrhunderts. Stünde unter dem Titel “Memphis Minnie“ oder “Bessie Smith“, bei den Meisten würde das so durchgehen.
Auch die folgenden Stücke sind nichts anderes als großartig. Ob Down On Me, mit BIG BROTHER & THE HOLDING COMPANY, oder die späteren Stücke, mit der FULL TILT BOOGIE BAND, wie Cry Baby. Wahnsinn, was das Mädel für eine Power hat!
Sinnvollerweise sind die moisten Nummern als Live-Versionen vorhanden, denn hier können Janis und ihre jeweilige Band sich am besten reinsteigern. Man höre sich nur einmal Catch Me Daddy (aus der “Expanded Edition“ von “Cheap Thrills“) an. Das ist bei Sängerin und Band Ekstase und Dynamik pur!

Man sieht, es sind also doch ein paar besondere Highlights hier drauf. Jedenfalls, sofern man nicht jede bisherige Veröffentlichung hat. Piece Of My Heart ist in dieser Fassung sogar bisher gar nicht erhältlich gewesen. Aufgenommen 1968 in einem relativ kleinen Club, was einen wundervollen, eher spartanischen Live-Mitschnitt ermöglicht.
Wer beim Konzert in Frankfurt, am 12. April 1969 dabei gewesen ist, wird sich über Raise Your Hands von diesem Abend freuen. Wer weiß, ob nicht Bruce Springsteen einst von Janis Interpretation inspiriert wurde, diesen Song in sein Live-Set aufzunehmen?
So wie zahllose Sänger/Sängerinnen und Musiker von diesem Energiebündel inspiriert und beeinflusst wurden, was sich auch in den kommenden Jahrzehnten nicht ändern wird.
Ich denke: Es gibt kein Album von Janis Joplin welches überflüssig ist, und entsprechend macht man auch hiermit einen guten Griff. Und den Film sollte man auch nicht verpassen. Sprecht mal mit eurem Kinobetreiber!

Epi Schmidt, 20.04.2016

 

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