Janis Joplin

Janis Joplin - The Woodstock Experience

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.08.2009
Jahr: 2009
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Janis Joplin
Janis Joplin - The Woodstock Experience, Sony Music, 2009
"I Got Dem Ol' Kozmic Blues Again":
Janis JoplinVocals
Sam AndrewGuitar
Richard Kermode, Gabriel MeklerOrgan
Brad CampbellBass
Maury Baker, Lonnie CastilleDrums
Cornelius "Snooky" FlowersBaritone Sax
Terry ClementsTenor Sax
Luis GascaTrumpet
Sam and SnookyBackground Voices
Produziert von: Gabriel Mekler ("I Got Dem Ol' Kozmic Blues Again"), Bob Irwin ("Legacy Recording") Länge: 95 Min 44 Sek Medium: CD
"I Got Dem Ol' Kozmic Blues Again":
01. Try (Just A Little Bit Harder)05. To Love Somebody
02. Maybe06. Kozmic Blues
03. One Good Man07. Little Girl Blue
04. As Good As You've Been To This World08. Work Me, Lord
Recorded Live At The Woodstock Music Art & Fair, Sunday, August 17, 1969:
01. Raise Your Hand06. Kozmic Blues
02. As Good As You've Been To This World07. I Can't Turn You Loose
03. To Love Somebody08. Work Me, Lord
04. Summertime09. Piece Of My Heart
05. Try (Just A Little Bit Harder)10. Ball And Chain

Ich kann's einfach nicht ausstehen, wenn bei gewissen Dingen so geschludert wird. Vor allem wenn Leute dafür bezahlt werden (und wahrscheinlich auch nicht schlecht) und bei Dingen die mir am Herzen liegen. Da wird schon eine Werbekampagne gestartet und für die jeweiligen Alben werden Sticker (Aufkleber) entworfen, und dann wird der Titel von Janis Joplin Album "I Got Dem Ol' Kozmic Blues Again") darauf falsch geschrieben: Kozmic mit "s"!
So, das musste erst einmal raus.
Aber von vorne: Es rückt näher. Das Jubiläum des wohl bedeutendsten Rockmusikfestivals aller Zeiten: Woodstock. Selbst und mit ihm die Bands zur Legende geworden. Die bisherigen Jubiläen und Aufgussversuche sind teilweise jämmerlich in die Hose gegangen. In diesem Jahr feiern wir 40 Jahre Woodstock (Mann, die Zeit vergeht, echt) und neben einem neuen Kinofilm, "Taking Woodstock", wird es ein Buch gleichen Namens geben und weitere Wiederauflagen. Eine richtig gute Idee kommt aus dem Hause Sony. Nämlich - und endlich! - die Veröffentlichung der kompletten Woodstock-Auftritte von einigen der damaligen Bands. Jeweils gepaart mit dem damals aktuellen Studiooutput der Künstler. Fein verpackt in einen Kartonschuber - der vom Format her manchen CD-Regalen Probleme bereiten wird - im Mini-LP Format, mit beiliegendem Poster und, ja, die "LPs" haben sogar Papier-Innenhüllen!
Also sehr schön gemacht.
Wer sich bisher "nur" am Film, und dem Soundtrack dazu, entlang hangelte, der wird überrascht sein, wer da neben Joe Cocker, TEN YEARS AFTER, THE WHO und Weiteren, seine schlammigen Fußabdrücke auf der Bühne hinterlies. Janis Joplin, zum Beispiel.
BIG BROTHER AND THE HOLDING COMPANY waren zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr aktuell, Janis' erstes richtiges Soloalbum an jenem Sonntag, dem 17. August 1969 noch gar nicht veröffentlicht, aber da in Woodstock schon Songs daraus gespielt wurden, werfen wir doch erst einen Blick auf "I Got Dem Ol' Kozmic Blues Again". Für diese Scheibe wollte man mehr an einen souligen R&B-Sound a la Stax und Motown herankommen und so traten Bläser und Orgel mehr in den Vordergrund, bzw. in Konkurrenz zu Joplins Ausnahmestimme.
Der Atmosphäre und dem Sound tut das keinen Abbruch. Try (Just A Little Bit Harder) schmeichelt sich ganz vorsichtig zur Tür herein um bald darauf in einem funky Blues'n'Soul-Feuerwerk zu explodieren. Janis' Stimme wird da vielleicht etwas untergebuttert, aber für Stimmung ist hier schon gesorgt. Bei Maybe geht's langsamer, aber - wie auch, bei dieser Frau? - keineswegs weniger intensiv zu. Erinnert mich etwas an das später auf "Pearl" erschienene My Baby. Mit One Good Man findet man sich plötzlich - von einer herrlichen Orgel eingeleitet - bei einem puristischen Blues, wie in Janis vor Jahren schon mit JEFFERSON ARIPLANEs Jorma Kaukonen gespielt hat. Der Last der Bläser überwiegend entsorgt, tritt denn hier auch Gitarrist Sam Andrew mal zu einem inspirierten Solo in den Vordergrund.
Mehr funky beschwingt folgt As Good As You've Been To This World. Mit seinem starken Jazz-Feeling würde mir da eigentlich bald auf die Nerven gehen - zumindest, wenn ich nicht gerade angetörnt auf einer Tanzfläche wäre - aber zum Glück steigt Janis dann doch noch mit ein und rettet diese "Blues Brothers"-ähnliche Nummer in den grünen Bereich.
Die Qualitäten des BEE GEES Songs To Love Somebody hatte die Sängerin schon recht früh erkannt und diese Soul-Fassung hier bereitet ihr den perfekten Teppich, um wieder einmal richtig gut abzuheben.
Kozmic Blues klingt etwas, wie die Jazz-/Piano-Variante von LED ZEP's Baby, I'm Gonna Leave You. Zumindest zu Beginn. Zwischendurch wird natürlich wieder ordentlich in typischster Joplin-Weise gesteigert, wobei ich den Eindruck gewinne, die Sängerin wird durch die Instrumente etwas ausgebremst.
Trotz der Streicher im Hintergrund und einiges ruhiger, gefällt mir Little Girl Blue besser, weil Janis da einfach sie selbst sein kann, ohne gegen eine "Wall Of Sound" anzukämpfen. Auch das sehr dynamisch angelegte Work Me, Lord weiß zu überzeugen. Insgesamt ist mir eine rockigere Janis allerdings lieber.

Wie sah das also ein paar Monate vorher aus, beim Woodstock Festival? Bei der Gelegenheit sei kurz vor dem leichtfertigen Erwerb mancher als "Janis at Woodstock", oder ähnlich betitelter Werke gewarnt. Das ist oftmals eine Mogelpackung!
Der Status der Sängerin lässt sich schon am kollektiven Aufschrei bei ihrer Ankündigung hören. Und ohne viel Federlesens stürzt sie sich in eine mitreißende Version von Raise Your Hand. Mir gefällt der Song in der Live-Version von Bruce Springsteen zwar besser, aber die Gitarre geht hier schon ganz gut ab. Da kommt schon was von der Atmosphäre rüber. Auch das folgende As Good As You've Been To This World kommt bald - und besser als auf der "Platte" - in Schwung und dürfte auch das Publikum in Selbigen versetzt haben. Live ist halt doch was anderes.
Das Gleiche gilt für To Love Somebody. Wer hat jetzt wen inspiriert? Janis die Zuhörer oder die Menschenmenge die Sängerin? Uns kann's heutzutage egal sein und wir freuen uns einfach an dieser Aufnahme. Klasse! Janis in Hochform!
Summertime wird von einem fast Bach-mäßigen Trompeten-Intro eingeleitet und wieder einmal schmirgelt uns Janis diesen Gershwin-Klassiker in unvergleichlicher Manier ins Gehör. Bei den Ansagen erinnert mich Janis sehr an Chris Robinson von den BLACK CROWES. Der drückt sich oft ähnlich "kosmisch" aus.
In Otis Reddings Can't Turn You Loose stürzt sich die Band angemessen "Blues Brothers"-haft rein. Den Gesang überlässt Janis hier dem Saxofonisten Cornelius "Snooky" Flowers" und der macht seine Sache richtig gut.
Höhepunkt ist das grandiose Piece Of My Heart, welches auch mit der Bläserverzierung ordentlich rockt und einfach geil abgeht und das Finale mit Ball And Chain perfekt vorbereitet. Zuvor und bei aller Euphorie interessiert sich Janis sogar noch um das Befinden der Zuhörer. Äußerst sympathisch!
Durchaus eine musikalische Sternstunde, die sich kaum ein Janis Joplin-Fan entgehen lassen kann. Zumal in dieser Aufmachung.
Ich bin schon gespannt auf weitere Veröffentlichungen in dieser Reihe. Wo sind die Auftritte von CCR, THE BAND, CANNED HEAT, usw.?

Epi Schmidt, 02.08.2009

 

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