Jane

Lady

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.05.2005
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Jane
Lady, Universal Music, 2005 (Brain Records, 1975)
Peter Panka Drums, Vocals [(Wishdream) Lady]
Klaus Hess Electric & Acoustic Guitars, Vocals (Music Machine)
Martin Hesse Fender Bass
Gottfried Janko Organ, Synthesizer, Electric Piano & Vocals
Produziert von: Günter Körber Länge: 44 Min 30 Sek Medium: CD
1. Waiting For The Sunshine6. Lord Love
2. Scratches On Your Back7. Midnight Mover
3. Music Machine8. Silver Knickers (but you are all right)
4. Make Me Feel Better9. So, So Long
5. (Wishdream) Lady

Ja, der Prophet hat's im eigenen Land schon von jeher am schwersten gehabt. Davon kann nahezu jeder ein Lied (oder zwei) singen, der sich in irgendeiner Form von seinem Umfeld absetzte und eigene Wege beschritt, bzw. nach Höherem strebte.
In der Pop-Musik ist das mit am deutlichsten. Um in deutschen Landen von den Medien akzeptiert zu werden, muss man entweder abgrundtief banal sein (und somit ein Verkaufsschlager beim Durchschnittshörer, siehe "Holzmichel" und Konsorten) oder so abgedreht und verschroben, dass einem keiner so recht folgen kann und man somit als genial durchgeht (sh. KRAAN, KRAFTWERK etc.).
JANE sind, bzw. waren, da keine Ausnahme. Für den Heavy-Rock der Band hatten etliche Musikmagazine der damaligen Zeit kaum ein müdes Grinsen übrig und auch heute noch sucht man sie in den meisten Rock-Lexika vergebens.
Natürlich war da auch nicht alles Gold, was die Band heraus brachte, aber in Deutschland gab es wenige, die solch einen Sound in den Mittsiebzigern präsentierten. Vielleicht ihre beste Scheibe feiert gerade Jubiläum: "Lady".
Erschienen 1975, natürlich auf dem Krautrock-Label schlechthin: Brain.
Jetzt, lobenswerter Weise, von Universal Music wiederveröffentlicht und remastert.

Mit Gottfried Janko an Gesang und Orgel, sowie Martin Hesse am Bass, präsentierten JANE zwei neue Mitglieder bei den Aufnahmen zu dieser LP. Und die führten sich gleich richtig gut ein.
Waiting For The Sunshine eröffnet das Album druckvoll, getrieben von Hesse's knurrig-trockenem Tieftöner und aufsteigenden Orgelläufen von Gottfried Janko. Jawohl, so muss ein Bass klingen! Janko übernahm auch den Großteil des Gesangs, der, fast schon JANE-typisch, immer diesen leicht klagenden Ton hat, aber bestens zu den Songs passte. Auch Klaus Hess' Leadgitarre ist, vor allem im Solo, einfach, bluesig und ein Genuss - nicht zuletzt durch ihren mittenbetonten, sahnigen Sound. Hierzulande haben damals nicht viele so geklungen.
Auch Scratches On Your Back ist orgeldominiert und Hess muss sich eher mit der Zuliefererrolle und ein paar Fills/Soli begnügen. Erinnert mich an die frühen Lindenberg-Scheiben. Längere Stücke, wie Die Kinder deiner Kinder, ergossen sich in ähnliche Klanggebilde.
Das ist natürlich der Sound, den die Fans von JANE lieben und wie er später auf dem Live-Album "At Home" ausgiebig zelebriert wurde. Wuchtige Akkorde und alles irgendwie brodelnd und abhebend. Es ist schwer zu beschreiben, aber tatsächlich nimmt einen dieser Sound und diese Art völlig gefangen.

Mit einem Gemisch aus Hendrix-Tönen und FACES-Akkorden eröffnet Klaus Hess Music Machine und gibt auch seinen Einstand als Leadsänger. Typisch für die Zeit, und vielleicht auch für deutsche "Englisch-Sänger", ist der Gesang relativ weit nach hinten gemischt. Macht nix - it's the song, not the singer.
Der Klaus Hess ist ja kein Virtuose vor dem Herrn und die wenigsten Nachwuchs-Axemen werden von seinem Spiel beeindruckt sein, aber sein Verdienst ist es halt, eine klare Linie beizubehalten und den Sound der Band aktiv mitzugestalten - ob mit Soli oder im Rhythmus. Zum Schluss der recht straighten Rock-Nummer versteigt man sich noch in ein paar "Klangexperimente". Naja, waren halt die 70er...

Wie gehabt dominieren schwere Orgel-Akkorde und Janko's Gesang. So auch in dem schleppenden, melancholischen Make Me Feel Better, in dem sich Hess' Sologitarre stellenweise etwas mit fernöstlich anmutenden "Bolero-Melodien" von Janko beißt. Kann man schon verstehen, wenn damals etwas ältere Menschen hinter solchen Geschichten Drogeneinfluss vermuteten.
Mit dem einfach aber effektiv gehaltenen Lady wurde die erste Seite der LP beschlossen. Was soll man sagen: Stupide und absolut anmachend. Hier haben Peter Panka, auch am Gesang, und Klaus Hess die Chefrolle übernommen und einen Krautrock-Klassiker geschaffen. Nicht von ungefähr ist der Titel noch heute ein Favorit im Liverepertoire von JANE.
Haben sich METALLICA bei JANE bedient? Wohl kaum, aber die tiefe melancholische Schwere von Lady Love könnte durchaus Inspiration für manche späte Ballade der Metal-Ikonen gewesen sein. Im Hintergrund mit akustischer Gitarre, wird der Song zu einem immer größeren "Monster" aufgebläht und eine Gitarren- und Orgel-Orgie geschaffen, in der man völlig abdriften kann.

Bassist Hesse war maßgeblich am Entstehen von Midnight Mover beteiligt und zunächst flirrt einem vor Klangfetzen förmlich der Kopf. Nicht gerade typisch für die Band, hoppelt man zwischen Rock, Blues und Jazz etwas ziellos umher. Auch der Basssound will mir hier nicht so recht passen. Nachdem es dann noch zu blubbern anfängt, scheint Janko dem Song eine gewisse Richtung geben zu wollen. Vergeblich. Trotzdem kann man sich das mit etwas 70's Feeling bedenkenlos reinziehen.
Auch bei Silver Knickers war Martin Hesse treibende Kraft. Überraschend bewegt man sich auf souligen Pfaden und zelebriert einen funkigen Groove. Klingt etwas bemüht, doch allein an den Orgelsounds von Janko hat man seine Freude.
Mit So, So Long beschließt eine wunderschöne Ballade dieses Album. Überwiegend von akustischen Gitarren getragen, von der Orgel untermalt und dem mehrstimmigen Gesang gekrönt, lassen JANE ein weiteres Mal ein Klangwerk entstehen, das geradewegs zum Träumen verführt. Einfach schön.

"Lady" leitete die beste Phase dieser Band ein, die noch bis Anfang der 80er anhalten sollte. Diese "Startrakete" wurde stark vom Organisten Gottried Janko geprägt, der die Band leider wenige Monate nach der Veröffentlichung wieder verließ. Im Herbst 2004 verstarb er nach einem Herzanfall. Diese Wiederveröffentlichung ist auch ein würdiges Denkmal für ihn.

Epi Schmidt, 15.05.2005

 

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