Honey Island Swamp Band

Demolition Day

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 05.07.2016
Jahr: 2016
Stil: Rock, R&B, Soul

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Honey Island Swamp Band
Demolition Day, Ruf Records, 2016
Aaron WilkinsonMandolin, Guitar, Harmonica, Vocals
Chris MuléGuitar, Vocals
Sam PriceBass, Vocals
Garland PaulDrums, Vocals
Trevor BrooksKeyboards
Produziert von: Luther Dickison Länge: 51 Min 01 Sek Medium: CD
01. How Do You Feel07. Ain't No Fun
02. Head High Water Blues08. She Goes Crazy
03. No Easy Way09. Through Another Day
04. Medicated10. Say It Isn't True
05. Watch11. Devil's Den
06. Katie

Na, ich möchte mal meinen, da züchtet man sich im eigenen Lager eine ziemliche Konkurrenz für die ROYAL SOUTHERN BROTHERHOOD heran. Nach kurzer Zeit des Hörens wundert man sich auch nicht, dass bei den Danksagungen im Booklet Namen wie Tab Benoit oder Ivan Neville auftauchen. Man hält sich ganz klar im Großraum New Orleans auf, in dem die HONEY ISLAND SWAMP BAND allerdings keine Neulinge sind, sondern bereits seit 10 Jahren Bestandteil der Szene und mit “Demolition Day“ legen sie nunmehr ihr viertes Album vor – das erste für ihre neue Plattenfirma Ruf Records.
Hat es erst die deutschen “Trüffelschweine“ gebraucht, um die Welt auf diese Band aufmerksam zu machen? Man könnte es meinen. Luther Dickinson musste allerdings nicht lange überzeugt werden, um “Demolition Day“ zu produzieren. Kein Wunder, findet man hier doch Vieles, was auch in den bisherigen Projekten Dickinsons vorkam.

Und da zählen nicht zuletzt die BLACK CROWES dazu, deren Gitarrist der Produzent eine Zeit lang war. Denn genau wie von deren STONES-Riff-Adaptionen klingt die Eröffnungsnummer How Do You Feel. Da noch Micks oder Chris’ Stimme dazu und fertig wäre der geschüttelte Geldmacher, bzw. die Hauptstraßen-Exilisten. Herrlich Groove-Nummer im Frühsiebziger-Stil mit schöner Slide-Gitarre Das geht ja schon mal gut los!.
Der gute Sound liegt sicher auch an Dickinsons Produktion, aber natürlich auch an der Zielsetzung, einen “alten, analogen Sound“ zu kreieren. Das ist bestens gelungen und kommt besonders bei so leicht funkigen Stücken, wie Head High Water Blues klasse. Die zweistimmigen Gitarren ermahnen uns an den Southern-Groove der ALLMAN BROTHERS, oder, weil in dem Fall noch typischer, an eingangs erwähnte “Bruderschaft”.
Lead-Sänger Aaron Wilkinson verspricht “Songs für jede Stimmung, jeden Anlass und jede Playlist“, solange man laut genug aufdreht. Ich bin geneigt, ihm zuzustimmen, den hier macht jeder Song Spaß. Herrlich, wie man vom schwitzigen Swamp-Soul in No Easy Way in einen vibrierenden Country-Folk-Highway-Song mündet. Auch hier wieder eine wunderschöne Slide-Gitarre!
Beim treibenden Medicated fühle ich mich – mal abgesehen von den Bläsern – ganz stark an rockigen R&B der INMATES erinnert. Selbst der Sänger klingt wie deren Bill Hurley. Damit kommt man gut in die Samstagnacht.

Der New-Orleans-Sound ist auch in Watch And Chain schier greifbar und köchelt munter vor sich hin. Da greifen Bläsersätze, Rythmusgruppe, E-Piano und – muss man fast nicht mehr erwähnen – die Slide hervorragend ineinander.
Bei Katie, akustisch gehalten und mit Mundharmonika, kommt einem natürlich Bob Dylan in den Sinn. Wird ab der Hälfte noch schwungvoller und ist eine hübsche kleine Nummer, die einen in gute Stimmung versetzt.
Von wegen Dylan: Ain’t No Fun könnte ein Outtake aus einer von dessen THE BAND-Kollaborationen sein, oder von den schon genannten “Schwarzvögeln” liegen gelassen worden sein. Wenn die Nummer nicht zu gut dafür wäre!
Also, da gibt’s nix, das ist eine verdammt gute Band! She Goes Crazy ist nicht so weit von Lylye Lovett entfernt, Say It Isn’t True wundervoller und schmalzfreier Cowboy-Stoff, das abschließende Devil’s Den brodelnder Sumpf-Blues, der einen in seinen Bann zieht (mich an die Ialiener von CHEAP WINE erinnert), wie das gesamte Album.
Und, wie häufig, das Beste kommt zum Schluss: Wilkinson verkündet „ein Album ist nur eine Momentaufnahme, ein Bild eines Songs zu einem bestimmten Zeitpunkt. Aber wir waren nie die Band, die ihre Songs immer nur auf eine Art spielt, also werden wir auch in Zukunft die Songs sich weiterentwickeln lassen.“
Na, da kann man sich auf die weitere Entwicklung freuen, zumal man davon ausgehen kann, dass wir die Typen jetzt auch mal hierzulande zu sehen kriegen. Sollte man nicht verpassen!

Epi Schmidt, 02.07.2016

 

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