Hollywood Vampires

Rise


CD-Review

Reviewdatum: 13.06.2019
Jahr: 2019
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 56:46
Produzent: Alice Cooper, Joe Perry, Johnny Depp & Tommy Henriksen

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Plattenfirma: ear music

Promotion: Networking Media


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Jeff Beck

David Bowie

Aerosmith

Alice Cooper

Titel
01. I Want My Now
02. Good People Are Hard To Find
03. Who‘s Laughing Now
04. How The Glass Fell
05. The Boogieman Surprise
06. Welcome To Bushwackers
07. The Wrong Bandage
08. You Can‘t Put Your Arms Around A Memory
 
09. Git From Round Me
10. Heroes
11. A Pitiful Beauty
12. New Threat
13. Mr. Spider
14. We Gotta Rise
15. People Who Died
16. Congratulations
Musiker Instrument
Alice Cooper Gesang
Joe Perry Gitarre & Gesang
Johnny Depp Gitarre, Sounddesign & Gesang
Tommy Henriksen Bass, Gesang, Gitarre, Keyboards, Sounddesign & Percussion
Gastmusiker:
Glen Sobel Schlagzeug
Chris Trujillo Percussion
Buck Johnson Keyboards, Cembalo, Gitarre & Gesang
Sheryl Cooper Gesang
Jamie Muhoberac Keyboards & Piano
Chris Wyse Bass & Gesang
Jeff Beck Gitarre
John Waters Gesang
Tommy Denander Gitarre & Keyboards
Jeremy Rubolino Horns

Die „Untoten“ kehren zurück – nein, hier geht es nicht um einen Zombie-Film, sondern um Vampire, genauer gesagt die HOLLYWOOD VAMPIRES. Das Kollektiv um die Ober-Vampire Alice Cooper, Joe Perry (AEROSMITH) und Film-Legende Johnny Depp legt den Nachfolger zum Debüt-Album vor. Aus der damaligen, eher lockeren Ansammlung von zahlreichen Superstars (unter anderem waren auf dem ersten Album auch noch BEATLES-Legende Sir Paul McCartney und AC/DC-Frontmann Brian Johnson sowie Slash, Dave Grohl und Sir Christopher Lee zu hören), hat sich in der Zwischenzeit eine Kerntruppe herausgebildet, die neben Cooper, Perry und Depp noch Tommy Henriksen und Glen Sobel (beide aus der Alice Cooper Band) umfasst. Der prominenteste Gast ist dieses Mal Jeff Beck, der ein Gitarren-Solo beisteuert.


(Foto: Ross Halfin)

Aber nicht nur bei der Besetzung gibt es Änderungen:  denn wo sich auf dem Debüt noch überwiegend Cover-Versionen von Klassikern wie My Generation (THE WHO), Whole Lotta Love (LED ZEPPELIN), Five To One/Break On Through (THE DOORS), Jeepster (T.REX), Manic Depression (Jimi Hendrix), Cold Turkey (John Lennon) und Itchycoo Park (THE SMALL FACES) tummelten, da verzichtet die Band bis auf den David Bowie-Gassenhauer Heroes (gesungen von Johnny Depp), die Johnny Thunders-Nummer You Can‘t Put Your Arms Around A Memory (bei der Joe Perry das Mikro übernimmt) und den Jim Carroll-Song People Who Died (aus dem Soundtrack zu den “Basketball Diaries“ mit Leonardo Di Caprio) hier auf fremde Songs und präsentiert eine Ansammlung von zum teil sehr starken und abwechslungsreichen Eigenkompositionen.

Da wäre zum einen der sehr starke Opener I Want My Now, der wie die perfekte Mischung aus Alice Cooper und AEROSMITH klingt. Dem folgen dann mit dem betont lässig vorgetragenen Who‘s Laughing Now und dem bedrohlich-düsteren The Boogieman Surprise gleich zwei weitere Rock-Schmanckerl, die das volle Potenzial der Band zeigen. Das Highlight der zweiten Hälfte ist die fast schon urtypische Cooper-Nummer Mr. Spider. Dazu dann noch das etwas roher gespielte Heroes (das übrigens wie das Original in den Berliner Hansa Studios entstand) und das abschließende meditative Congratulations.

Dazwischen gibt es immer wieder kleine Sound-Spielereien, die wie Überleitungen wirken, die aber theoretisch genau so gut verzichtbar wären. Leider trifft das aus meiner Sicht auch auf den einen oder anderen späteren Song auf der Scheibe zu. Das beginnt mit Welcome To Bushwacker‘s, bei dem Jeff Beck seine Gitarrenkünste beisteuert. Der Song klingt wie eine Parodie-Nummer, mit der  Hillbillies aufs Korn genommen werden sollen. Allerdings kommt das nicht so richtig rüber und selbst das Gelächter am Ende des Songs klingt eher gezwungen und nicht so, als ob sie sich wirklich amüsiert hätten. Auch Git From Round Me kann nicht überzeugen. New Threat hat hingegen seine guten Momente, wirkt aber komplett betrachtet irgendwie zusammengestückelt aber nicht zusammenhängend.  Der Quasi-Titelsong We Gotta Rise rauscht auch eher unspektakulär am Ohr vorbei.

Damit hinterlässt das Album einen etwas zwiespältigen Eindruck. Die Kombination der beiden Umstände, dass a) hier eine echte Einheit statt eine wechselnde Kombination von Musikern am Start war und b) die Songs überwiegend aus der eigenen Feder stammen, sorgen dafür, dass auch das Album viel stärker als das Debüt wie aus einem Guss klingt. Zusammen mit den weiter oben genannten guten Songs gibt es einiges, was man an “Rise“ mögen kann. Allerdings gibt es eben auch die eher schwachen Songs, die für ein nicht ganz ungetrübtes Hörvergnügen sorgen. Dadurch fällt das zweite Werk der HOLLYWOOD VAMPIRES leider nur noch in die Kategorie ganz gut. Da ist – bei den zahlreichen Talenten der beteiligten Musiker – aber noch mehr drin. Vielleicht zeigen sie das dann ja auf dem dritten Werk.

 

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