Harvey Mandel

Live At Broadway Studios, San Francisco 6/21/2001

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 14.03.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues Rock, Fusion
Spiellänge: 78:12
Produzent: Arny Schorr

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Plattenfirma: RockBeat Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

John Mayall

Canned Heat

Titel
01. Before Six
02. Blues Shuffle
03. Blues
04. Christo Redentor
05. Emerald Triangle
 
06. Experimental Song
07. Midnight Sun
08. The Bud Monster
09. The Snake
10. Wade In The Water
Musiker Instrument
Harvey Mandel Guitar
Joe Devito Bass
John Ulen Drums
Dave Scott Keyboards

Harvey Mandel gehörte in den 1970er Jahren zweifellos zu den angesehensten Gitarristen überhaupt. Da kam wenig darüber. Nicht von ungefähr war er einer der Kandidaten für die Nachfolge von Mick Taylor bei den ROLLING STONES und ist auch auf deren Album “Black & Blue“ zu hören.

Außerdem war er natürlich einer der Gitarristen von CANNED HEAT, spielte unter anderem beim Woodstock-Festival mit ihnen, und war anschließend einige Jahre in der Band von John Mayall. Außerdem machte er sich mit einigen Alben einen Namen und war vor allem für seine abgefahrenen Sounds und für seine lange stehenden Töne bekannt.

Dieser, leicht obskure Mitschnitt stammt aus dem Jahr 2001. Auf Mandels Homepage wird er nicht erwähnt, auf der CD steht als Erscheinungsjahr 2018 angegeben, auf allmusic.com spricht man von 2017. Gut, Mandel ist seit 2013 an Krebs erkrankt und da tritt vielleicht manches andere in den Hintergrund.

Musikalisch ist das hier dann auch etwas für die Fans des Gitarristen. Nachdem alle Stücke Instrumentalnummern sind, bleibt reichlich Raum für Improvisationen und so klingt es auch. Zumindest wenn man sich mit Mandel bisher nicht oder nur oberflächlich auseinandergesetzt hat. Der Sound ist überwiegend sehr gut, bis auf die Stellen, hauptsächlich zu Beginn, wenn der Bass beim Slappen zu sehr aus den Lautsprechern dröhnt.

Dass es häufig jazzig zugeht, überrascht nicht und auch nicht der funky Groove von Before Six. Der “nervöse“ Rhythmus ist nicht so mein Ding und Harvey Mandel lässt ich davon gleich einmal zu einem wilden, spacigen Solo inspirieren. Dass ein Stück Blues Shuffle heißt und das nächste Blues spricht nicht unbedingt von Einfallsreichtum. Auch nicht, dass schon wieder ein Bass-Solo folgt. Das Hammond-Orgel-Solo davor weiß allerdings zu überzeugen. So sehr, dass Mandel dann auch versucht, mit seiner Gitarre wie ein Keyboard zu klingen. Ist man Fan von Hendrix oder Jeff Beck, erfreut man sich sicher an dem “Chaos“ in Blues, Blues-Puristen ist eher davon abzuraten.

Zu den bekanntesten Stücken des Gitarristen zählen Christo Redentor  und The Snake. Wie gesagt, man muss Fan oder zumindest Fusion-Jünger sein, dann hört man in ersterem Titel mehr als eine Plattformen für Mandels Sound-Experiemente und in zweiterem – dessen Titel auch gleichzeitig der Spitzname von Harvey ist – fühlt man sich Becks Klangkollagen zusammen mit Jan Hammer erinnert. Rockers – stay away!

Hat man indes keine Berührungsängste, wenn es mal grob experimentell wird oder die Möglichkeiten von Sound, Feedback, Struktur ausgereizt werden, kriegt man hier natürlich ein ganzes Füllhorn an abgefahrenen und abgedrehten Klängen und Rhythmen. Dem Publikum in den Broadway Studios hat es offensichtlich gefallen. Waren wohl nicht allzu viele STONES-Fans darunter.

 

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