Harmful

Malm

Berlin, Lido, 12.04.2007

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 12.04.2007

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Malm Homepage



Redakteur(e):

Ralf Stierlen

Peter Tenzler


Berlin, Lido, 12.04.2007

So langsam löst ein milder Frühling einen warmen Winter ab, was bedeutet, dass auch die Konzertsaison wieder richtig in Schwung gerät. Schon lange war man, mehr noch als sonst, auf die anstehende Tour von HARMFUL gespannt, hatten die hessischen Noiserocker doch dieses Mal keinen geringeren als Ex-FAITH NO MORE Bassist Billy Gould mit im Gepäck, der, Hooked on Music Leser erinnern sich, nach der fruchtbaren Zusammenarbeit bei "7" gleich auf den fahrenden Zug aufgesprungen war, und den Gitarrenklang verdichten sollte.

Aber zunächst einmal haben die Götter, vor dem Vergnügen, noch eine support band vorgesehen. Diesmal handelt es sich um MALM aus Würzburg, deren letztes Album Kurt Ebelhäuser produziert hat, der ja u.a. bei SCUMBUCKET und natürlich BLACKMAIL mitwirkt, die beide ihrerseits schon mit dem HARMFUL-Label Noisolution zu tun hatten oder noch haben. Alle Pferde also aus dem gleichen Stall, oder zumindest aus einem Gestüt also. Dennoch gibt es natürlich Unterschiede zwischen Edelgaloppern und eher für den Ackerbau zu gebrauchenden Mähren. Der brachiale, dabei äußerst spröde und unzugängliche Noise von MALM sorgt jedenfalls dafür, dass sämtliche Nebenräume des weitläufigen Lido (der neue, mit diversen Zeitvertreibern wie einem Kicker ausgestattete Wintergartenbereich weiß durchaus zu gefallen) gut genutzt werden, während das Treiben vor der Bühne relativ überschaubar bleibt. Ein Funke will nicht recht überspringen, angesichts des verkfampft-bemühten Vortrags, bei dem die musikalische Chemie zwischen dem Sänger und der restlichen Band auch nicht so recht zu stimmen scheint. Als Fazit bleibt für die Darbietung von MALM jedenfalls nur: anstrengend.

Auch bei HARMFUL läuft nicht alles sofort nach Wunsch. Zum einen sind die neuen Stücke wie Another Life, Elaine oder Tension noch nicht so im Ohr der Zuhörer und zum anderen fehlt zunächst noch etwas das Feintuning. Billy Gould doppelt im wesentlichen die Gitarrenfiguren von Aren Emirze und der Klang ist zu Beginn doch noch recht harsch und entspricht damit so überhaupt nicht dem zugegeben sehr edlen, warmen, differenzierten und dennoch druckvollen Studiosound von "7". Erst mit Tenderly beginnt das Eis auf beiden Seiten der Bühne zu tauen, die immerhin für die oftmals doch etwas schwierige Beziehung HARMFUL - Berlin beachtliche Zahl an Zuhörern, die sich in maßvollem Abstand postiert hat, gibt allmählich die Zurückhaltung auf und auch die Band kommt immer besser ins Laufen.

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So langsam entdeckt auch Aren wieder seine Entertainer-Qualitäten, immer mit einem leicht ironischen Touch, versucht er auch diesbezüglich sein Bestes, das Publikum noch mehr aus sich heraus zu locken, So allmählich läuft es wirklich richtig rund, der Sound hat sich auch in ordentlichen Bahnen einsortiert und der Spass sowohl on stage als auch davor wird sichtbar, fühlbar und hörbar. Das neue You Asked For reiht sich in die Klassiker Noxious und Daresay nahtlos ein und mit der In-einer-besseren-Welt-wäre-ich-ein-Nummer-1-Hit-Nummer Art Of Rebellion steuert der Auftritt seinen Höhepunkten zu. Das immer wieder grandiose I Remember You widmet Aren seinem Vater, bevor der reguläre Set mit Long Gone ein mehr als versöhnlich stimmendes Ende findet.

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Natürlich ist damit noch nicht Schluss. Kein HARMFUL-Konzert ohne Fließband, sprich D.H.A., das heute in einer erfreulich längeren Version durch den Saal brettert. Immer noch das markante Erkennungszeichen einer Band, die sich auf Platte inzwischen ein gutes Stück vom Noiserock entfernt und ihre Bandbreite, auch und gerade in Sachen Songwriting, in erstaunlichem Maße erweitert und verfeinert hat, aber live weiterhin richtig harte (im doppelten Wortsinne), ehrliche Arbeit abliefert. Mit einem wundervollen Tempted To Completeals zweite Zugabe endet dann ein wieder einmal insgesamt überzeugender Auftritt einer Band, die einfach nicht klein zu kriegen ist und nun vielleicht ein Stückchen mehr längst verdienter Anerkennung einfahren kann. Die Tour läuft jedenfalls gut, einige Hallen waren ausverkauft, und es geht noch weiter quer durch Europa.

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