Hans Theessink

Wishing Well

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 15.04.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues, Folk
Spiellänge: 59:27
Produzent: Hans Theessink

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Redakteur(e):

Epi Schmidt

Titel
01. New Home Upon The Hil
02. Wishing Well
03. Wayfaring Stranger
04. Take Your Picture
05. Snowing On Raton
06. Make Me Down A Pallet On Your Floor
07. Alberta Let Your Hair Hang Down Low
 
08. Living With The Blues
09. Hellbound
10. Kathmandu
11. Delia
12. Ballad Of Hollis Brown
13. Didn't We Try
14. Early This Morning Blues
Musiker Instrument
Hans Theessink 6- and 12-String Guitars, Terz Guitar, 6- and 5-String Banjos, Mandolin, Mandola, Mandocello, Mando-Guitar, Harmonica
David Pearlman Pedal Steel
Gyan Singh Tabla Blessings NkomoShaker

Ein Mann wie Hans Theessink ist immer irgendwie unterwegs, immer umtriebig, weil ihn praktisch alles interessiert und er sich zu dem Meisten seine Gedanken macht. So kommt es, dass es ihn gar nicht so lange nach dem tollen Album, das er mit Terry Evans eingespielt hat, schon wieder mit einem neuen Werk am Start ist. Eingespielt wurde dieses bereits im Februar 2011, erscheint aber erst jetzt. Das macht nichts, denn diese Musik ist zeitlos und könnte vor 50 Jahren genauso erschienen sein. Und zeitlos ist auch dieser Mann, der sich dem Blues und dessen Anverwandten so verschworen hat und so authentisch klingt, dass man ihn eher inmitten der amerikanischen Südstaaten vermutet, denn im österreichischen Wien. Aber der Blues ist keine Frage des Ortes, sondern der Stimmung und die - geht es um akustischen Blues - kriegt man kaum besser vermittelt als bei Hans Theessink.

Die Songs sind nahezu komplett allein eingespielt, mit nur geringen - jedoch sehr gelungenen - Beiträgen von ein paar Freunden. Die überaus angenehme Stimme Theessinks ist schon die halbe Miete, denn ihr würde man wahrscheinlich auch beim Vorlesen des Wetterberichtes gespannt lauschen. Oder wenn von Überschwemmungen singt, wie in New Home Upon The Hill (besser ist das). Schön ist, dass zu jedem Song ein paar Gedanken im Booklet abgedruckt sind, sodass man sich noch besser in die Songs versetzen kann.
Diese untermalt Theessink mit seinem herrlich perlenden, unprätentiösen Picking auf verschiedenen Akustikinstrumenten und schafft eine homogene Einheit zwischen Instrumenten und Gesang. Oft geht es vom Blues zu Folk und Country über und die Songs haben die Qualität, dass ich mit Band bestens funktionieren würden. Stellt euch nur mal den Titelsong in den Händen von den BOTTLE ROCKETS vor!
Wayfairing Stranger hat Theessink schon Backstage mit Johnny Cash gesungen und man meint denn Geist des "Man in black" spüren, wenn David Pearlman seine Pedal Steel durch den Song schweben lässt.
Den Großteil der Songs hat der Österreicher selbst geschrieben, aber wenn hinter Take Your Picture der Name Taj Mahal stehen würde, würde mich das nicht im Geringsten wundern. In Songs wie Snowing On Raton kommt ein größerer Country-Anteil durch, der sich im folgenden Song wieder mit dem Blues vereint. Macht richtig Spaß hier zuzuhören und Theessink auf seiner Reise zu begleiten.

Alberta Let You Hair Hand Down Low klingt ein bisschen nach Ronnie Wood, wenn der auf seinen letzten Alben mehr folkige Einflüsse durchklingen lies. Zu den Coverversionen gehört Brownie McGhees Living With The Blues, dass so ein bisschen als Motto für das Leben Theessinks fungieren könnte. Kommt es deswegen fesselnd rüber? Ich denke nicht, denn das trifft ja auf alle Songs hier zu. Hellbound, gleichwohl selbst verfasst, erinnert mich stark an Dylans Blind Willie McTell und ist ähnlich packend. Kurz darauf gibt es mit The Ballad Of Hollis Brown tatsächlich einen Titel von Bob Dylan, wobei mich der Song davor mehr erfreut: Delia. Der Song kam durch Johnny Cash, auf dessen "American Recordings" Album (und vor allem durch das Video), vor Jahren noch einmal zu neuen Ehren. Theessink bringt den Traditional Song entspannter rüber, sichert sich aber trotzdem die Aufmerksamkeit des Zuhörers.
Und ist ihm auch bei den letzten beiden Stücken des Albums sicher, wenn es wieder tiefer in die Arme des Blues geht, zum Teil mit feinem Boogie-Charakter.
Wenige Interpreten können so ein Album, voller überwiegend ruhiger, unaufgeregter Songs machen und dem Hörer dennoch so zufrieden zurücklassen. Wenn ihr auf akustischen Delta-Blues, Folk und Country in ihren frühen Formen steht und auch bei den Texten gern etwas zuhört, dann ist Hans Theessink euer Mann!

Epi Schmidt, 13.04.2013

 

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