Kreator

Caliban
Eluveitie
Emergency Gate

Hamburg, Docks, 01.03.2009

( English translation by Google Translation by Google )

Konzertbericht

Reviewdatum: 31.03.2009
Stil: Thrash/Death/Pagan Metal

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Redakteur(e):

Kay Markschies


Kreator, Caliban, Eluveitie, Emergency Gate,
Hamburg, Docks, 01.03.2009

Es ist schon irgendwie komisch. Seit 25 Jahren begleitet mich KREATOR nun schon durch mein "musikalisches" Leben und ich habe die Jungs aus Essen noch nie live gesehen. Insofern war an diesem ersten Tag des Monats März nicht nur mein journalistisches Interesse geweckt. Vielmehr war schon auf dem Weg zum Venue die Neugier sehr groß, wie die Urväter des deutschen Thrash Metals wohl ihre Songs präsentieren werden.

Passend zur aktuellen Platte nannten Mille und Mitstreiter ihre Tour "Chaos over Europe 2009". Insgesamt war man dabei als Vierer-Package unterwegs. Neben dem Hauptact wurden die Fans noch von EMERGENCY GATE, ELUVEITIE und CALIBAN begleitet.

Und immer wenn eine Tour mit so vielen Bands unterwegs ist, dann sind Einlass und Konzertbeginn zwangläufig recht früh datiert und in der Regel muss pünktlich angefangen werden.
Ein wenig unglücklich ist dies immer für die erste Band des Abends und dieses Schicksal ereilte an diesem Abend EMERGENCY GATE.


Die Band aus Bayern stand pünktlich um 19:00 Uhr auf den Bühnenbrettern und diejenigen, die nur eine Viertelstunde zu spät waren, hatten im Prinzip schon die Hälfte des EMERGENCY GATE - Gigs verpasst.
Zu diesem Zeitpunkt waren wohl noch viele Metalheads zuhause mit dem Abendessen beschäftigt, so dass der Saal gerade mal zu 30-40 % gefüllt war. Die Band nahm es trotzdem mit Humor und spulte souverän ihr Programm herunter.
Auch die teilweise humorvollen Ansagen von Sänger Matthias Kupka kamen sehr beim Publikum an, so dass EMERGENCY GATE kurz vor halb acht mit mehr als verhaltenem Applaus verabschiedet wurden.

Ab nun sollten mittelalterliche Klänge das Docks beherrschen. ELUVEITIE gehen dabei ein bisschen heftiger zu Sache als manch ein anderer Vertreter dieser Musikgattung.
Neben der metaltypischen Instrumentierung sind es insbesondere die Bandmitglieder Anna, Meri und Sänger Chrigel, die mit Drehleier, Fidel, Flöten und Pfeifen den ursprünglichen Sound der Band prägen. Der Rest ist purer Death Metal.


ELUVEITIE hatten an diesem Abend relativ leichtes Spiel. Wie ich ja schon in meinem Bericht zum IN EXTREMO-Konzert vor ein paar Wochen zu meinen glaubte, das folkloristische Klänge schneller in die Gehörgänge wandern als andere Musikstile, schien sich diese These auch an diesem Abend zu bewahrheiten.


Daneben war im Saal auch eine etwas größere Kolonie von ELUVEITIE-Fans vorhanden, die den Schweizern natürlich über die gesamte Spielzeit von ca. 35 Minuten zujubelten. Insgesamt also ein schöner Abend für ELUVEITIE und die Zuschauer, die insbesondere den Abwechslungsreichtum der Band honorierte.

Kommen wir zum heimlichen Gewinner dieses Abends und das war für mich CALIBAN. Die Band ist wirklich ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig es manchmal ist, einen charismatischen Shouter am Bühnenrand stehen zu haben.
Und mit Andreas Dörner haben CALIBAN einen Frontman an der Hand, der es nicht nur schafft, das Publikum mitzureißen sondern dabei auch noch eine ganze Portion Charme versprüht.


Auf jeden Fall schafften es die fünf Ruhrgebietler spielend, den bereits gut gefüllten Saal in einen einzigen Moshpit zu verwandeln.
Warum CALIBAN von vielen als die deutschen Marktführer des Metalcore angesehen werden, bewies die Band an diesem Abend eindrucksvoll. Insbesondere der hymnenartige Gesang bei einzelnen Songs hatte es nicht nur mir angetan, auch ein Großteil des Publikums moshte bei diesen Parts intensiv mit.


So intensiv übrigens, dass es nach dem letzten Song zum ersten Mal laute Bekundungen nach einer Zugabe gab. Dieser Forderung konnte leider aufgrund des strengen Zeitplans nicht Rechnung getragen werden.

CALIBAN verließen die Bühne und in der nun folgenden Umbaupause wurde endgültig klar, weshalb die Leute in erster Linie den Weg ins Docks angetreten haben.
Mille, Ventor und ihre Mitstreiter prägen nun schon seit einem Vierteljahrhundert den deutschen Thrash Metal.
Und auch in der jüngsten Vergangenheit konnten KREATOR die Fachpresse wieder gänzlich mit "Hordes Of Chaos" überzeugen.


Mit dem gleichnamigen Song dieser CD starteten die Essener ihr gut 80-minütiges Programm. Mille hielt sich an diesem Abend zwar mit seinen Ansagen sehr zurück und auch sonst konnten CALIBAN in punkto Stimmungsmache ein bisschen mehr überzeugen. Allerdings konnten KREATOR ihre Songs eindrucksvoll durch Lichteffekte und Videoeinblendungen gekonnt in Szene setzen.


Die Band bot dem Publikum neben den neueren Songs (Warcurse, Amok Run, Destroy What Destroys You) natürlich auch allerhand Klassiker.
Betrayer, Pleasure To Kill und Tormentor gehören inzwischen zu jedem KREATOR-Konzert dazu.
Soundtechnisch und musikalisch lieferten die Band und die Crew einen soliden Auftritt ab.
KREATOR sind in dieser Hinsicht aber auch mehr als "Arbeiter" einzuordnen, KREATOR-Konzerte haben generell den Ruf, dass es nicht großartige Ausreißer nach oben und unten gibt.


Kommen wir zu meinem persönlichen Fazit. Mir hat mein erstes KREATOR-Konzert wirklich sehr gut gefallen.
Die Setlist der Essener war wie eine Revue durch die gesamten Tage meines Thrash Metal-Fan-Daseins. Im Gegensatz zu manch anderer Band, von der in erster Linie nur die alten Songs verlangt werden, sind KREATOR dabei auch in der Lage, immer noch mit den neueren Platten zu überzeugen.
Eine weitere Erkenntnis an diesem Abend war, dass man um den Metal-Nachwuchs keine Angst haben braucht. Gerade CALIBAN spielten an diesem Abend, was Energie und Spielfreunde betraf, auf einem Level mit dem Headliner.

Kay Markschies, 01.03.2009

 

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