Golden Earring

Live - Remastered & Expanded

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 05.09.2022
Jahr: 2022
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 120:12 (CD)
Produzent: Wouter Bessels (Reissue)

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Plattenfirma: Red Bullet


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Widowmaker

The Byrds

Titel
CD 1:
01. Candy's Going Bad
02. She Flies On Strange Wings
03. Mad Love's Comin'
04. Eight Miles High
05. Vanilla Queen
06. To The Hilt
07. Fightin' Windmills
08. Con Man
CD 2:
01. Radar Love
02. Just Like Vince Taylor
 
Bonus Tracks:
03. Fightin' Windmills (Brugge 1977)
04. Eight Miles High (Brugge 1977)
05. I Need Love (Brugge 1977)
06. Radar Love (Single Version)
07. Just Like Vince Taylor (Single Version)
DVD: Golden Earring Live
01. Mad Love's Comin'
02. Leather
03. Radar Love
04. Just Like Vince Taylor
Musiker Instrument
Barry Hay Vocals, Guitar
George Kooymans Guitars, Vocals
Eelco Gelling Guitars
Rinus Gerritsen Bass
Cesar Zuiderwijk Drums, Percussion

Erst vor wenigen Tagen verabschiedeten sich GOLDEN EARRRING – unwillkommen aber verständlich – mit dem Live-Dokument “You Know We Love!“ für alle Zeiten.

Das Live-Dokument der Niederländer wird aber wohl für alle Zeiten das Live-Doppelalbum von 1977 bleiben. Zum 45. Jubiläum erscheint “Live“ nun in einer Remastered & Expanded Edition, welche das ursprüngliche Album erweitert und zusätzlich noch eine DVD enthält. Die drei Silberlinge sind in einem mehrfach aufklappbaren Digipak ansprechend verpackt und ein informatives Booklet rundet das Package ab. Hier kann man zum Beispiel den begeisterten Bericht von Geoff Barton über das Konzert am 25. März 1977 im Londoner Rainbow Theatre nachlesen, welches den Hauptteil des Original-Albums ausmachte.

 

Bekanntlich war das einstige Quartett zu jener Zeit durch Eelco Gelling zum Fünfer aufgestockt gewesen und hatte damit einen zweiten Gitarristen am Start. Und das Album wurde ja verdientermaßen auch einer der Live-Klassiker der 70er und blieb doch – verkaufstechnisch – hinter den Erwartungen zurück. Ein Schicksal, das es mit manch anderer Scheibe von GOLDEN EARRING teilt. Sinnvoller Weise lässt man sich hier einfach mitreißen. Mit Candy's Going Bad wurde gleich Boogie-mäßig los gerockt. Die Nummer ist auch die kürzeste des Albums, denn sonst tut sich unter acht Minuten gar nichts. Wir schreiben immerhin die 70er und der Progressiv Rock wirkte im Allgemeinen und bei GOLDEN EARRING im Besonderen noch nach. Wie gleich das folgende She Flies On Strange Wings deutlich macht. Bei der ufkommenden Punk-Welle konnte man damit sicher nicht landen, aber in jenen Tagen konnte man sich mit langen Gitarrensoli, wie in Mad Love's Coming, noch Freunde machen.

 

 

Oder sich und die Zuschauer Eight Miles High katapultieren. Der BYRDS-Hit wurde hier zwar nicht mehr über eine halbe Stunde gestreckt, aber die 10-Minuten-Marke knackt er dennoch. Wurde übrigens im Rainbow nicht gespielt und wurde (ebenso wie das folgende Vanilla Queen) auf Wunsch der Fans von einem anderen Konzert hinzugefügt. Gerade bei Vanilla Queen fühle ich mich an manche Krautrock-Band erinnert. Kürzer, knackiger geht’s bei dem Uptempo-Rocker To The Hilt zu. Ich finde beeindruckend, mit wie wenig Verzerrung die Gitarren damals zurecht kamen. Das kommt letztlich dem durchsichtigen Sound zu Gute, aus dem, unter anderem, ein junger Steve Lillywhite (U2, Peter Gabriel, Rolling Stones...) dann dieses Album schneiderte. Höhepunkt einer jeden Show ist und war natürlich Radar Love. Durch den zweiten Gitarristen wurde das etwas verspielter, aber ist dennoch (oder deswegen?) eine grandiose Version.

 

Als Bonus Tracks sind hier drei Songs, die vom Konzert am 18. März 1977 in Brügge stammen, enthalten. Darunter I Need Love, das nur auf der nordamerikanischen Version des 1976er Albums “Contraband“ (dort als “Mad Love“ veröffentlicht ) enthalten war. Der Song wurde zwar im Rainbow gespielt, aber hatte nicht auf das Album gepasst.

Außerdem die editierten Single-Auskopplung-Fassungen von Radar Love und Just Like Vince Taylor. Was dieses Re-Issue letztlich zum Muss macht, sind die vier Songs, die am 28. August 1977 für eine populäre holländische TV-Sendung mitgeschnitten wurden. Da kann man sich auch visuell überzeugen, welch mitreißende Live-Band GOLDEN EARRING waren. Zu hören und sehen ist hier, neben der Fingerfertigkeit Gellings, der bluesige Song Leather, der erst auf dem kommenden Album “Grab It For A Second“ veröffentlicht wurde.

 

Übrigens: Den Anheizer für das Londoner Konzert machte damals die kurzlebige Band WIDOWMAKER. Das Projekt vom späteren RAINBOW- und DIO-Bassisten Bob Daisley und Ariel Bender. Das konnte nur gut werden, oder?

 

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