Girls On Top

Ovulater

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 28.01.2004
Jahr: 2002

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Girls On Top
Ovulater, Riverside Records, 2002
Vicki De Vice Vocals, Harp
Neil Downe Guitars, Vocals
Shanne Tastik Bass, Vocals
Liddy Lustre Drums, Vocals
Produziert von: Berrington, Fox, Gallais, Bradley Länge: 37 Min 23 Sek Medium: CD
1. Slugs And Spice8. Twisted Mind
2. Fuck Head9. Get Vicious
3. Head In The Oven10. Mess
4. International Menue11. I'm Wonderful
5. He's Been Around12. Monsta Baby
6. Barbie Is A Smackhead13. Auto Pilot
7. Trainee Sexgod

Ein Blick aufs Cover und auf die Tracklist dieser CD dürfte alle Fragezeichen beseitigen: Hier punkt es gewaltig, auch wenn man uns mit einem Kinderlied zu Beginn einlullen will: "What are littel girls made of? Sugar and spice..." was eine glatte Lüge ist, denn schon in Fuck Head zeigen sie ihr Wahres: Krallen und Zähne, treibende Rhythmen und dreckig geblasene Mundharmonikas sowie schmutzige Texte - das ist es, woraus diese "kleinen" Mädchen gemacht sind! Da können sie noch so sehr einen STONES-Uhlala-Chor a la 1967 einsetzen.

Die Punk-Version von Kein Schwein ruft mich an ist wohl Head In The Oven: "Nothing's on TV, no one's phoning me...". Ansonsten geht's auch hier wieder geil ab und ob jetzt jeder Ton richtig gesungen ist, schert bei drei so netten Damen doch niemand! Oder?
Für die Gitarrenarbeit hat man sich einen Kerl auserkoren, so können sich die Girls mehr dem Rhythmus und dem Gesang hingeben.

Leicht indisch klingt International Menue an und der Gesang ist in diesem Fall (will sagen es geht etwas ruhiger zu) gar nicht so weit entfernt von dem der BANGLES. Die paar Wortfetzen die man zwischendurch immer mal aufschnappt sind durchaus dazu geeignet männliche (oder auch weibliche?) Fantasien zu beflügeln...
Als Punk-Combo heutzutage bedient man sich gerne bei den RAMONES und so kommen auch diese Briten nicht daran vorbei mit He's Been Around ein paar RAMONES-Riffs zu verarbeiten.

Barbie Is A Smackhead ist eine zuckersüße Ballade, soweit das bei diesen Punk-Girls halt möglich ist, und in den Stimmen (und den "Stöhnern") schwingt wieder jede Menge Erotik mit. Bevor das eskaliert, wird auch hier mal zwischendurch in den dritten Gang hochgeschaltet und zwei kurze Ramones-Beschleuniger eingebaut.
Die Handbremse bleibt auch im ersten Part von Trainee Sexgod noch etwas angezogen, aggressiv bleibt es trotzdem und bald wird auch hier wieder ordentlich Gas gegeben.

Mit der Zeit fällt mir öfter die frühe Nina Hagen ein, was hauptsächlich am Gesang liegt, nur dass der hier immer rechtzeitig die Kurve kriegt und in einen vernünftigen Refrain mündet. Ich bin mir sicher: Live geht es bei den GIRLS ON TOP dermaßen ab, da dürften Punks, wie Rocker auf ihre Kosten kommen, und vielleicht sind da die Gitarrensoli von Neil Downe sogar noch etwas länger als in Twisted Mind.
Ja, der Anfang von Get Vicious beinhaltet die gleiche Akkord-Konstellation wie Proud Mary, womit es sich mit den Gemeinsamkeiten aber auch schon hat - Punk/Wave ist angesagt und zum Ende hin erinnert man sogar etwas an LED ZEPPELIN, wenn sie sich zum "Höhepunkt" steigern.

Der Hit der Scheibe ist zweifellos Mess. Wer sich an die STRASSENJUNGS erinnert: So in etwa wie zu Zeiten von "Wir ham 'ne Party" klingt und geht es hier ab. Richtig gut!
Mit seinem rauen Mundharmonika-Intro steht dem I'm Wonderful kaum hinterher. Auch wenn es mehr Richtung 60er Jahre-Sound geht, lässt der aggressive Gesang doch keinen Zweifel an der Punk-Haltung der GIRLS ON TOP. Die Harp hätte auch ein Mick Jagger nicht besser jaulen lassen können.
Klar, ein Schuss AC/DC darf auch nicht fehlen, allerdings wird es nach dem Intro bei Monsta Baby dann mit Megafon-Gesang und verdrehten Sounds doch einiges spaciger und auch der Gitarrensound klingt reichlich heftig.
Per Auto Pilot landet die Band dann doch wieder im klassischen Punk-Rock. Es geht einigermaßen wüst zu, die Megafon-Stimme ist zwar wieder da, aber recht verständlich und leicht holpernd erreichen sie die Piste. Das abschließende Scheppern lässt allerdings vermuten, dass sie das Ende verpasst haben....

"Übers Ziel hinaus" sind die GIRLS ON TOP mit dieser Scheibe jedenfalls nicht geschossen, sondern haben den inneren Ring schon ganz schön angefressen. Da darf man sich auf die demnächst anstehende Folge-CD "Electroluxury" schon freuen.

Epi Schmidt, 28.01.2004

 

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