George Thorogood

2120 South Michigan Ave.

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 27.07.2011
Jahr: 2011
Stil: Blues & Boogie

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


George Thorogood
2120 South Michigan Ave., Capitol Records, 2011
George ThorogoodRhythm, Lead & Slide Guitar, Vocals
Bill BloughBass
Buddy LeachSaxophones
Jeff SimonDrums
Jim SuhlerRhythm & Lead Guitar
Additional Musicians:
Buddy GuyLead Guitar
Tom HarbridgeDrums, Percussion, Background Vocals
Tommy MacDonaldBass
Kevin McKendreePiano, B-3 Organ
Charlie MusselwhiteHarmonica
Maria Thorogood & Rio ThorogoodBackground Vocals
Produziert von: Tom Harbridge Länge: 46 Min 13 Sek Medium: CD
01. Going Back08. Mama Talk To Your Daughter
02. Hi-Heel Sneakers (feat. Buddy Guy)09. Help Me
03. Seventh Son10. My Babe (feat. Charlie Musselwhite)
04. Spoonful11. Willie Dixon's Gone
05. Let It Rock12. Chicago Bound
06. Two Trains Running (Still A Fool)13. 2120 South Michigan Ave.
07. Bo Diddley

Eine meiner allerersten gekauften Singles war (I Can't Get No) Satisfaction von den ROLLING STONES, mit der B-Seite 2120 South Michigan Ave.. Das ging wohl George Thorogood nicht viel anders, nur dass zwischen diesen beiden Ereignissen mindestens mal 10 Jahre gelegen haben dürften und es sich im Falle von George um ein Chess Original und nicht - wie bei mir - um ein schnödes Re-Issue in irgendeiner "Golden Oldies" Variante. Die besagte B-Seite haben beide (die Singles) gemeinsam und beide (die Hörer) sind früher (George) oder später (ich) darauf gestoßen, dass es sich bei 2120 South Michigan Ave. um die Adresse der berühmten Chess Records handelte.
In diesen Studios in Chicago wurden etliche der wichtigsten und prägendsten Rock'n'Roll- und Blues-Klassiker eingespielt und natürlich wurde auch George Thorogood maßgeblich von dieser Musik geprägt. So sehr, dass er auch heute noch kaum einen Schritt vom einstmals eingeschlagenen Weg abweicht.

Mit dem selbst verfassten Going Back sorgen George und seine DESTROYERS gleich für ordentlich Dampf im Kessel. Ein "Tush"-mäßiges Riff treibt die Nummer an und schon pulsiert es so heftig, dass man unmöglich still sitzen kann. Ich glaube, außer Chuck Berry hat es noch keiner geschafft, fast immer das gleiche Solo zu spielen und es trotzdem immer wieder mit so viel Frische und Elan rüberzubringen.
Und das könnte man ähnlich auch über Hi-Heel Sneakers sagen. Wie die Band dem alten Standard neues Leben einhaucht, ist schon richtig, richtig toll. Bester Boogie dröhnt hier aus den Boxen und neben dem geilen Rhythmus ist es Buddy Guys Leadgitarre, die den Song nochmals pusht. Thorogood wie in seinen besten Tagen!
Und so in Fahrt gekommen, lässt die Truppe gleich einen Abfahrts-Rock'n'Roll folgen, der wie ein 12-Zylinder berg-abgeht. Wer der wahre Seventh Son stellt Mr. Thorogood hier umgehend klar und seine Jungs schaufeln Kohlen wie die Besessenen. Da darf ein etwas gezügelteres Spoonful folgen, welches die Spannung trotzdem auf höchstem Maß hält. Seit Jahren gehört Jim Suhler zur Band und hier zeigt seinem Boss mal, wie man auch ohne Slide-Röhrchen ein heißes Solo aus den Saiten schleift. Kommt ebenfalls richtig gut.
Wieder bei Puste? Ok, anschnallen und ab geht’s in eine Höllenfassung von Chuck Berrys Let It Rock. Die STONES haben damals mit als Erste die Qualitäten dieses Songs erkannt und ihn gecovert, aber gegen diese Power-Version hier kommen sie nicht an. Es ist dieser unnachgiebige Rhythmus, der es ausmacht. Die Solosprenkel von Gitarre und Saxofon sind nur Ergänzungen.

Den erzählenden Stampf-Blues hat kaum ein Weißer besser drauf, als George Thorogood - wie zahllose Male im Konzert bewiesen - und das zahlt sich in Muddy Waters' Two Trains Running (Still A Fool) aus. Und auch den Jungle-Beat von Bo Diddley hat George dermaßen absorbiert, dass das einleitende "Well, I just love Bo Diddley" zu Bo Diddley gar nicht nötig gewesen wäre. Erinnert ein bisschen an Willy And The Hand Jive und macht total Spaß.
Bisher hab ich immer behauptet, die ultimative Version von Mama Talk To Your Daugher käme von Robben Ford, aber nach dreimal George Thorogood voll auf die Glocke, muss ich meine Meinung revidieren: Da geht nix drüber. So brachial, da kann keiner mehr dagegen an.
Willie Dixon ist natürlich mehrfach vertreten und neben Help Me macht besonders das swingende My Babe Laune. Das liegt nicht zuletzt an der Blues-Harp von Charlie Musselwhite, der hier ein fantastisches Gastspiel gibt. Ich würd' ja sagen, ein Anspieltipp, aber das trifft ja auf fast jeden Song hier zu.
Chicago Bound rockt hart und treibend und am Schluss liefert uns George mit seinen DESTROYERS die B-Seite, mit der so Vieles begann: Das Instrumental 2120 South Michigan Ave., nur etwas aufpolierter und mit Charlie Musselwhite statt Mick Jagger an der Mundharmonika. Ein perfekter Schluss für ein hervorragendes Album, welches zu den besten im Repertoire dieser Band gezählt werden muss.

Epi Schmidt, 24.07.2011

 

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