Frankie Miller

Long Way Home

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.06.2006
Jahr: 2006

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Frankie Miller Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Frankie Miller
Long Way Home, Jerkin' Crocus, 2006
Frankie Miller Lead Vocals, Guitar
Joe Walsh Guitar, Backing Vocals
Nicky Hopkins Keyboards
Ian Wallace Drums
Chrissie Stewart Bass
Will Jennings Guitar
Graham Lyle Guitar (You're The Star)
Ian McCutcheon Drums (Lovin's Too Easy)
Jamie Morrison Drums (Lies Tell The Best Truth Of All)
David Naughton Bass, Tambourine, Harmonica, Backing Vocals (Lovin's Too Easy & Lies Tell The Best Truth Of All)
Nick Zala Lead Guitar, Banjo, Pedal Steel (Lovin's Too Easy & Lies Tell The Best Truth Of All)
Elliott Mortimer Hammond Organ (Lovin's Too Easy)
Lynne Jackaman Backing Vocals (Lovin's Too Easy)
Produziert von: Bill Szymczyk, Will Jennings, Frankie Miller & David Naughton Länge: 44 Min 54 Sek Medium: CD
1. Guilty Of The Crime7. Over The Line
2. Win, Lose Or Draw8. The Rose
3. You Always Saw The Blue Skies9. Baton Rouge
4. Lovin's Too Easy10. Lies Tell The Best Truth Of All
5. He'll Have To Go11. It's A Long Way Home
6. You're The Star

Bevor die Jubelschreie die Nachbarn glauben machen, Deutschland hätte die Weltmeisterschaft schon gewonnen: Ja, es ist ein neues Album von FRANKIE MILLER. Aber: Es sind alte Aufnahmen. Jedoch bisher nicht veröffentlicht und das sollte uns genügen. YEAH!
Denn immerhin handelt es sich um das Album, an welchem der Schotte gearbeitet hat, bevor er 1994 aufgrund einer Hirnblutung in ein mehrmonatiges Koma verfiel.
Hochkarätige Musiker hatte er im Studio, u.a. Joe Walsh und Nicky Hopkins, und wenn auch immer wieder Meldungen über den sich bessernden Gesundheitszustand von Frankie Miller eintrudeln, ist zu bezweifeln, ob er wieder an alte Zeiten anknüpfen kann.
Zeugnis von seiner Klasse legt auch "Long Way Home" ab. Schon wegen dem wuchtigen Guilty Of The Crime lohnt sich der Erwerb dieses Albums. Joe Walsh lässt seine charakteristische Slide-Gitarre aufheulen, Nicky Hopkins perlen die Bar-Piano Töne geradeso von den Tasten und wenn diese einzigartige Stimme kraftvoll einsetzt, möchte man vor Dankbarkeit in die Knie gehen, pendelt sich allerdings auf halber Höhe in Boogie-Stellung ein. Oh, Darling, was für ein Start!

Natürlich war Frankie nie nur der straighte Rocker, sondern hatte ein breites Folk-, Soul-, Country- und eben auch Rock-Spektrum. Aber mit dieser Stimme kann fast nix schief gehen. Win, Lose Or Draw bringt, zum Midtempo-Rock, einige der Folkwurzeln zum Vorschein und mausert sich zu einem richtigen Ohrwurm.
Bei diesem Titel, wie hier und da an anderen Stellen auf diesem Album, machen sich lediglich einige 80er Jahre Sound-Altlasten unangenehm bemerkbar. Aber solange Frankie singt, können die (80er) nicht dagegen anstinken.
Noch folkloristischer wird's bei der Ballade You Always Saw The Blue Skies, bei der man sich gern in einem schottischen Pub wiegen möchte. Selbst wenn's ein rauchfreier wäre. Und zum folgenden Lovin's Too Easy gönnen wir uns zum Bier gleich noch einen Whiskey und träumen davon. Das könnte unserer Stimme einen ähnlichen Klang, wie der des Herrn Miller geben. Mit-Autor dieses Songs ist übrigens der alte STATUS QUO-Spezi Bob Young, der sich ja auch schon immer auf solche Mitsingnummern verstanden hat.
He'll Have To Go führt uns schnurstracks bis in die frühen 70er und dem schleppenden Bluesrock von Songs wie Brickyard Blues. Da können bestenfalls Leute wie Bob Seger und Rod Stewart, jeweils zu ihren Glanzzeiten, mithalten. Klasse auch, wie hier Nicky Hopkins die Tasten bearbeitet. Seit Ian Stewart tot ist, ist Nicky für mich sowieso, neben Ian McLagan, der beste Bar-Pianist im Rockbereich.
Gerade bei letzterem wäre You're The Star mit Sicherheit ein Riesen-Balladen-Erfolg. Was ob der Mitarbeit von Graham Lyle (hat schon diverse Hits für u.a. Tina Turner geschrieben) wiederum nicht so sehr verwundert.
Bei Over The Line wird wieder ordentlich gerockt. Joe Walsh an der Slide und Will Jennings an der Rhythmus Gitarre und ab geht's. Wie gesagt, der 80er Sound schwächt etwas das Gesamterlebnis, aber zum Glück hat sich Dan Baird bei der Abmischung dieser Geschichte mit eingebracht und so schiebt das doch recht gut.
Nach einer weiteren Ballade bringt Baton Rouge fast karibische Atmosphäre in unsere Stube - kann man zur Zeit ja wirklich brauchen. Da stellt man sich gern, Cocktail in der Hand, einen Sonnenuntergang bei Mexiko vor und schaukelt im imaginären Schaukelstuhl.
Ähnlich entspannt geht's, diesmal im Country-Stil, bei Lies Tell The Best Truth Of All zu. Das Banjo pickt und die 'Harvest'-Harmonica heult und man fühlt sich einfach "home on the ranch".
Die Klänge zu Beginn von It's a Long Way Home sind wieder arg..., na ja ihr wisst schon, aber diese Stimme und der außergewöhnliche Gesang würden wahrscheinlich selbst dem Knistern eines Lagerfeuers Hitqualitäten verleihen.

"Long Way Home" bedient weder den Rocker noch den Balladen-Freund komplett, aber als Fan von Miller (oder den erwähnten anderen Sängern) kommt man um diese Scheibe nicht herum. Jetzt fehlt eigentlich als nächstes mal eine vernünftige Livescheibe im Frankie Miller Repertoire.

Epi Schmidt, 01.06.2006

 

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