Frank Zappa

Zappa '88: The Last U.S. Show

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 18.06.2021
Jahr: 2021
Stil: Rock
Spiellänge: 150:06
Produzent: Ahmet Zappa & Joe Travers

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Plattenfirma: Universal Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Tony Bennett

The Allman Brothers Band

Led Zeppelin

Titel
Disc One:
01. "We Are Doing Voter Registration Here"
02. The Black Page (New Age Version)
03. I Ain't Got No Heart
04. Love Of My Life
05. Inca Roads
06. Sharleena
07. Whoe Needs The Peace Corps?
08. I Left My Heart In San Francisco
09. Dickie's Such An Asshole
10. When The Lie's So Big
11. Jesus Thinks You're A Jerk
12. Sofa #1
13. One Man, One Vote
14. Happy Birthday, Chad
15. Packard Goose Pt. I
16. Royal March From
 
17. Theme From The Bartok Piano Concerto #3 (Bartok)
18. Packard Goose Pt. II
19. The Torture Never Stops Pt. I
20. Theme From
Disc Two:
01. Lonesome Cowboy Burt
02. The Torture Never Stops Pt. II
03. City Of Tiny Lites
04. Pound For A Brown
05. The Beatles Medley
06. Peaches En Regalia
07. Stairway To Heaven
08. I am The Walrus
09. Whipping Post
10. Bolero
11. America The Beautiful
Musiker Instrument
Frank Zappa Lead Guitar, Computer-Synth, Vocal
Ike Willis Guitar, Synth, Vocals
Mike Keneally Guitar, Synth, Vocal
Robert Martin Keyboard, Vocals
Ed Mann Vibes, Marimba, Electronic Percussion
Walt Fowler Trumpet, Flugel Horn, Synth
Bruce Fowler Trombone
Paul Carman Alto, Soprano and Baritone Sax
Albert Wing Tenor Sax
Kurt McGettrick Baritone Sax, Bass Sax, Contrabass Clarinet
Scott Thunes Electric Bass, Mini-Moog
Chad Wackerman Drums, Electronic Percussion

„The Best Band You Never Heard In Your Life“ ist bekanntlich der Titel des 1991 veröffentlichten Frank Zappa Live-Albums welches Aufnahmen der 1988er Tournee enthält, überwiegend von Konzerten in Europa (etliche Songs aus der damaligen Carl-Diem-Halle in Würzburg). Die Bands des großartigen Musikers waren immer von herausragender Qualität aber diese Formation sticht womöglich doch heraus und das Zitat, welches den Albumtitel ergab, beruht darauf, dass sich die Band auflöste, bevor sie zurück in den Vereinigten Staaten war, um die nach der Ostküste auch den Rest des Landes zu bespielen. Die Westküste kam also nicht mehr in den Konzertgenuss dieses Ensembles.

Denn am 25. März 1988 spielte die Band ihr letztes U.S.-Konzert, um anschließend auf Europatou zu gehen. Vor der geplanten Rückkehr wurden die Spannungen innerhalb der Band zu groß und es kam zur Auflösung. Größere Tourneen sollten nicht mehr folgen und nachdem 1990 bei Zappa inoperabler Prostatakrebs diagnostiziert wurde, waren Konzerte nur noch eingeschränkt, letztlich gar nicht mehr möglich. Mit dieser Veröffentlichung kommt jenes letzte – bisher unveröffentlichte – Konzert aus dem Nassau Coliseum in Uniondale (US-Staat New York) ans Tagelicht und birgt womöglich das Beste aus den unterschiedlichen Shows, die Frank Zappa damals seinem Publikum bot.

Mit einer Mischung aus bewährten Kräften, alten Weggenossen und ein paar Neuankömmlingen, wie dem Gitarristen/Keyboarder Mike Keneally, und einem nicht minder tollen Konglomerat aus Klassikern, frühen Titeln, klassischen Stücken und Coverversionen war das Rüstzeug für eine außergewöhnliche Tour an Bord. Von den über 100 Songs, welche Zappa seine Band einstudieren lies, konnte immer nur ein Teil gespielt werden, aber auf diesem, vom Zappa-Trust authorisierten, neu abgemischten Aufnahmen ist mit Sicherheit mit das Beste, was man bekommen kann. Wer Zappa kennt weiß, dass schon damals bestes Equipment für den Mitschnitt verwendet wurde.

Nach der “Overtüre“ (Zappa war sehr engagiert darin, die Leute zum Wählen aufzurufen) wird’s mit The Black Age (New Age Version) zunächst jazzig-entspannt, aber in diesen knapp über sieben Minuten deutet sich schon einiges an Virtuosität an. Mit I Ain't Got No Heart folgt eine ganz frühe Perle seines Schaffens und hier ist dann auch der tolle Bläser-Satz mit am Werk. Bei Love Of My Love schwelgen Zappa und Band authentisch im Doo-Wop der 50er, aber schon beim südamerikanisch inspirerten Inca Roads geht es deutlich experimenteller. Hier, wie überhaupt, kommt Franks neues “Spielzeug“, das Synclavier, deutlich zum Einsatz.

Es gibt durchaus Eingängiges, wie besagtes Love Of My Love oder den Reggae Sharleena, man muss bei Zappa aber immer gewärtig sein, dass es total ausfreakt. Spätestens, wenn es zum Solopart kommt. Selbst ein John McLaughlin konnte mit Zappas Solo-Exkursionen nicht wirklich etwas anfangen. Dazu muss man Fan sein und sich tiefer in die Materie begeben, ohne Scheuklappen. Und an Humor darf es nicht fehlen! Göttlich, wie er I Left My Heart In San Francisco “ermordet“ oder auch, wie er den – wahrlich nicht jugendfreien - Text von Jesus Thinks You're A Jerk in eine Kinderlied-Melodie verpackt.

Beim vertrakten Packard Goose Pt. 1 wechselt es fließend zwischen JETHRO TULL-mäßigem Prog Rock, 50er Jahre Pop und komplettem Irrsinn. So wie man den Künstler kennt. Da verwundert ein eingestreutes “Bonanaza“-Thema schon nicht mehr.

So wenig, wie die Cowboy-Polka, zu der Lonesome Cowboy Burt stellenweise mutiert. Ich fühle mich hier streckenweise an die famosen BEAT FARMERS erinnert. The Torture Never Stops Pt. II gerät einmal mehr zu einem Improvisations-Highlight. Hinter so einem kontrollierten Chaos kann nur ein Genie stecken. Und als solches darf man sich auch bei den BEATLES bedienen. Im “Medley“ werden da Norwegian Wood und Lucy In The Sky, Strawberry Fields (jeweils mit Zappa-esque verändertem Text) interpretiert und kurz darauf I Am The Walrus verhältnismäßig nahe am Original. Ebenso LED ZEPPELIN's Stairway To Heaven, einer von zwei Songs, die man aus anderen Konzerten hier mit drauf genommen hat. Und gut so! Natürlich bekommt auch “Stairway“ die “Zappa-Bearbeitung“, mit kleinen einstreuten Nettigkeiten, einem experimentellen Gitarrensolo und das ursprüngliche Gitarrensolo von den Bläsern gespielt. Herrlich!

Kann man das noch Toppen? Für meinen Geschmack mit der Coverversion von Whipping Post, von der ALLMAN BROTHER BAND, allemal. Da bleibt kein Jam-Rock-Fan-Auge trocken. Danach Ravels Bolero, mit leichtem Reggae-Touch, und am Ende America The Beautiful, als ahnte man, dass dies das letzte Konzert auf amerikanischem Boden sein würde.

In ein schönes Digi-Pack verpackt und mit einem Booklet, welches die Erinnerungen des damaligen Drummers Chad Wackerman ist diese Doppel-CD ein Muss für jeden Zappaisten. Und wer seinen Horizont mal ganz legal etwas erweitern will, der darf ruhig auch mal reinschnuppern.

 

 

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