Erja Lyytinen

Voracious Love

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 24.05.2010
Jahr: 2010
Stil: Blues-Groove

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Erja Lyytinen
Voracious Love, Ruf Records, 2010
Erja LyytinenGuitars, Vocals
Davide FlorenoGuitars
Matti ValliusBass, Double Bass
Harri TaittonenHammond, Keyboards
Rami EskelinenDrums, Percussion
Additional Musicians:
Marco HietalaVocals
Paavo LötjönenCello
Zarkus PoussaDrums, Percussion
Juki VölipakkaBackground Vocals, Harp
Riika LampinenCello
Maija LinkolaViolin
Laura AirolaViolin
Produziert von: Davide Floreno & Erja Lyytinen Länge: 43 Min 46 Sek Medium: CD
01. Voracious Love08. Oil And Water
02. Don't Let A Good Woman Down09. Can't Fall In Love
03. Crowes At Your Door10. One Thing I Won't Change
04. Bed Of Roses11. Soul Of A Man
05. Bird12. The Road Leading Home
06. Gilmore13. No Place Like Home
07. I Think Of You

Trotz aller Blues-Wurzeln, Etappen mit der Blues-Karawane, und Vergleiche mit Bonnie Raitt etc., hatte das Erja Lyytinen schon immer eine etwas modernere Art den Blues zu interpretieren. Nein, ihr Blues-Puristen, ihr müsst nicht gleich die Flucht ergreifen!
Allerdings sollte man dem neuen Album des finnischen Mädels doch ein paar Durchläufe gönnen. Dann erschließt sich allerdings ein wundervolles Werk mit zahlreichen Facetten. Als Slide-Künstlerin ist sie zuerst an uns herangetreten und hat auf ihre bisherigen Alben bereits gezeigt, was sie alles drauf hat, mit dem Röhrchen am Finger.
Der eröffnende Titelsong wird dagegen mehr vom Wah-Wah-Pedal dominiert und der Rhythmus dürfte manchem Rapper nicht ungelegen kommen. Könnte ich mir aber auch durchaus im Repertoire einer Pink vorstellen. Trotz gerappter Vocals und entsprechendem Background, sorgen aber die Hammond und Erjas Gitarrenarbeit für die erdigen Wurzeln und natürlich kommt auch die Slide-Gitarre zum Einsatz. Ein vielleicht nicht erwarteter Auftakt, aber dafür umso erfrischender.
Deutlich flotter kommt Don't Let A Good Woman Down hinterher, mit wieselflinken Slide-Salven, und einem groovigen R&B, mit souligem Gesang. Also, allein gesanglich hat sich Mrs. Lyytinen schon deutlich weiterentwickelt. Das ist nicht der Stoff für gemächliche Veranda-Session, sondern verführt schon mehr auf den Dancefloor.
Wer's mehr "down home" mag, der sollte sich Crowes At Your Door anhören. Da vibriert der Raum vor Südstaatenflair und beim Blick aus dem Fenster wähnt man sich im Mississippi-Delta.
Die großen Songs und, ja, vielleicht sogar Hits, haben immer etwas in sich, bei dem man meint, sie schon mal gehört zu haben. So geht es mir mit der bluesig-souligen Ballade Bed Of Roses (nein, von Erja geschrieben!). Ein herrliches Duett mit der Sänger Marco Hietala - den wir als den Sänger von NIGHTWISH kennen - , dass sich wundervoll dynamisch steigert. Geht einem schon bald nicht mehr aus dem Ohr.

Aber die Blues-Rock-Fraktion wird nicht vergessen und mit Bird folgt eine siedend-heiße Blues-Boogie-Nummer, voller schwitzender Riffs und sengender Slide-Licks. Verabschieden tut sich der "Vogel" allerdings in leicht psychedelische Gefilde.
Auch Gilmore hat für mich wieder diesen leichten "Pink"-Touch. Da ist durchaus positiv gemeint. Wenn die Platinblonde Bock auf mehr akustischen Charakter hat, klingt so oft ähnlich und wo die sich die INDIGO GIRLS zum Mitträllern einladen kann, übernimmt Erja Lyytinen den Job des Duettpartners einfach selber.
"I'm standing at the crossroads", so haben schon etliche Blues-Titel ihren Anfang genommen. So auch I Think Of You. Allerdings ist der Song mehr in einem groovigen Bar-Room-R&B verpackt und könnte problemlos als Großstadt-Blues für regnerische Nächte taugen.
Oil And Water bringt uns dem Delta-Blues wieder näher, ohne den Bezug zur Moderne zu verlieren. Sprich: erdig raue Slide-Gitarre und modern groovender Beat. Versetzt einen so richtig in Schwung und wenn die Band unvermittelt in den dritten Gang schaltet, wünscht man sich, dass dieser Song noch eine Weile so weiter geht.
Can't Fall In Love, tja, wenn das immer so einfach wäre. Hat wirklich was von den großen Soul-Balladen. Ja, das Mädel ist dafür eigentlich noch zu jung, aber es klingt tatsächlich sehr danach. Außerdem atmet der Song das Flair von Soulshine von Mr. Warren Haynes.
Eine Coverversion gibt es auf diesem Album auch: Soul Of A Man von Blind Willie Johnson. Als rein akustischer Folk-Blues gehalten klingt auch der richtig gut. Wirklich toll gespielt.
Die Swamp-Atmosphäre von The Road Leading Home, die Erja mit ihren Slide-Tönen heraufbeschwört, verspricht einiges, aber leider bleibt es nur ein kurzes Instrumental.
Den Ausklang gestaltet sie dann ganz allein, nur mit Akustikgitarre. No Place Like Home liefert, in seiner puristischen Art, praktisch das Gegenteil zum Beginn dieses Albums und ergänzt sich trotzdem perfekt damit.
"Voracious Love" liefert eine Vielzahl von Sounds, Rhythmen und Stimmungen, die sich zu einem verführerischen Gemisch aus Blues, Soul, Rock und auch Pop, R&B vermengen. Weiterhin bleibt Erja Lyytinen eine Sängerin/Gitarristin, die jederzeit mit ihrer Musik begeistern kann und deren weitere Entwicklung mit Spannung verfolgt werden darf.

Epi Schmidt, 16.05.2010

 

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