Erja Lyytinen

Forbidden Fruit

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.01.2013
Jahr: 2013
Stil: Blues, Soul

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Erja Lyytinen
Forbidden Fruit, Ruf Records, 2012
Erja LyytinenLead Guitars, Acoustic & Electric Guitars, Slide Guitar, Vocals and Keys
Davide FlorenoAcoustic & Electric Guitars, Backing Vocals
Roger InnissBass, Double Bass
Miri MiettinenDrums, Percussion, Backing Vocals
Hari TaittonenKeys, Hammond Organ, Piano
Produziert von: Davide Floreno & Erja Lyytinen Länge: 42 Min 57 Sek Medium: CD
01. Joyful Misery06. Change Of Season
02. Hold On Together07. Jealousy
03. At Least We Still Fight08. Press My Button
04. Forbidden Fruit09. Things About Coming My Way
05. Death Letter

Das ist fast schon erschreckend, in welchem Tempo uns die hübsche Finnin mit neuen Alben versorgt, aber da kann die Frucht noch so verboten sein, da kann man schwerlich widerstehen.
Als Erja Lyytinen vor ein paar Jahren mit dem BLUES CARAVAN unterwegs war, da war sie noch das "Nesthäkchen", neben bereits etablierten Acts wie Aynsley Lister. Mittlerweile hat sich aus dem "kleinen Entchen" ein stolzer Schwan entwickelt - da kann man ruhig mal ins Märchenhafte abschweifen - und gar verführerisch räkelt sie sich mit ihrer Strat nicht nur auf den Bildern des Booklets, sondern auch durch neun Songs ihres neuen Albums "Forbidden Fruit".
Den puren Blues-Puristen mag der Weg, den das Mädel eingeschlagen hat, mittlerweile nicht mehr so gefallen, aber wer sich da nicht nur mit offen Augen, sondern auch Ohren, nähert, der wird Schwierigkeiten haben, sich nicht von ihren Sounds verzaubern zu lassen.

Deutlich mehr dem R&B und Soul zugetan - erinnert in dieser Form etwas an Warren Haynes' letztes Soloalbum - zeigt sie sich bereits mit Joyful Misery. Der Groove und die herrlichen Sounds stehen im Vordergrund, die Stimme hat sich erneut hörbar entwickelt, und die Gitarre tritt eher partiell - aber umso effektiver - in den Vordergrund. Diese abgeklärte Spielweise offenbart eine fast schon verblüffende Reife bei der jungen Dame.
Natürlich überschreitet das die Grenze zum Pop teilweise, wie das beim Soul oft der Fall ist, und in Hold On Together gleitet sie auf einem Funky-Groove, der einen unweigerlich zum Tanzen verführt, aber letztlich sind das alles Spielweisen und -wiesen, die nicht so weit vom Blues und R&B entfernt sind. Also wer sich Leute wie Robert Cray anhört, der sollte hier ins Träumen geraten. Gerade bei diesem Song!
Dazu fällt auf, dass das Album mit herrlich homogenen Sounds aufwartet. Ob das Erjas Gitarre ist, die auch ohne ihr tolles Slide-Spiel klasse klingt, oder das Piano, die Hammond im Hintergrund oder der toll pumpende Bass. Gut gefällt mir auch, dass die Blues-Wurzeln der Lady immer hervorschimmern.
Einfühlsame Balladen, wie At Least We Still Fight bezirzen den Hörer genau so - und seltsam vertraut - wie jazzig-bittersüße Stücke, wie der Titelsong des Albums. Die Atmosphäre, die hier kreiert wird, ist von seltener Güte. Bisschen lauter drehen und die Augen schließen!

Was noch auffällt, ist, dass sogar die selbst verfassten Songs so seltsam vertraut klingen, ohne sich an Klischees entlang zuhangeln. Das liegt an der Stimme Erjas Stimme ebenso, wie an den ausgereiften Kompositionen und dem Sound. Wer sich mehr im ursprünglichen Blues wohl fühlt und die passende Slide-Gitarre liebt, der wird mit Son Houses Death Letter bedient, bekommt aber auch den wohltuenden Schuss Soul mit dazu. Auch Jealousy taucht tiefer in den Blues ein und hier wird es auch mal erdiger und fast bedrohlich rau. Auch hier ertönt Erja Lyytinens herrliche Slide-Gitarre.
Spielt sie ohne Slide denk ich bei der Gitarre manchmal an Eric Clapton, manchmal lassen die Songs Ana Popvic vor meinem Augen auftauchen. Zu meinen Favoriten gehört auf jeden Fall Press My Button (im Original von dem Bluessänger Lil Johnson) und auch Things About Coming My Way. Beide Songs führen zurück zu den Blues-Anfängen der Sängerin, lassen sie sozusagen den Blues Caravan wieder besteigen.
Wenn man den Blues-Rahmen gern etwas weiter steckt und Soul, R&B, Gospel, Jazz und ein bisschen Pop mit einschließt, wird man von dieser "verbotenen Frucht" bald eine gewisse Abhängigkeit entwickeln. Und diese genießen!

Epi Schmidt, 05.01.2013

 

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