Elvin Bishop & Charlie Musselwhite

100 Years Of Blues

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 20.10.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues
Spiellänge: 52:13
Produzent: Kid Andersen

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Plattenfirma: Alligator Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Elvin Bishop

Titel
01. Birds Of A Feather
02. West Helena Blues
03. What The Hell?
04. Good Times
05. Old School
06. If I Should Have Bad Luck
 
07. Midnight Hour Blues
08. Blues, Why Do You Worry Me?
09. South Side Slide
10. Blues For Yesterday
11. Help Me
12. 100 Years Of Blues
Musiker Instrument
Elvin Bishop Guitar and Vocals
Charlie Musselwhite Harmonica, Vocals, Slide Guitar on Good Times
Bob Welsh Guitar, Piano
Kid Andersen Upright Bass

Der Albumtitel spielt selbstverständlich nicht auf die gemeinsamen Lebensjahre von Elvin Bishop und Charlie Musselwhite an. Geboren 1942, bzw. 1944, haben die zusammen schon deutlich mehr als 100 Jahre auf dem Buckel und auch den Blues spielen sie jeweils schon weit über 50 Jahre. Lassen wir es mal so gelten, dass der Blues als Musikform so zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstanden ist. Da kommen wir dann so halbwegs hin.

Aber letztlich interessieren ja hier auch in erster Linie die beiden Musiker, die sich seit gut 60 Jahren kennen (und es zusammen auch auf 60 Alben bringen), jeder für sich ein Meister seines Instruments geworden ist und beeindruckende Karrieren hinter sich haben. Im Herbst ihres Schaffens haben es Elvin und Charlie nun doch noch geschafft, ein gemeinsames Album aufzunehmen. Zur Unterstützung haben sie sich lediglich Bob Welsh an der Gitarre geholt und Produzent Kid Andersen zupft dann und wann mal am Kontrabass. Also kein Schlagzeug, alles sehr puristisch und damit authentisch. Irgendwo im Hintergrund meint man, ein paar Hände klatschen dazu, oder ein paar Füße stampfen, aber in der Tat fällt es bei diesen erfahrenen Recken gar nicht groß auf, dass hier keiner die Trommeln rührt.

Dafür können sie einfach mit ihrer Präsenz punkten. Mit dem von Bishop geschriebenen Birds Of A Feather (sinngemäß: “Eines Geistes Kind“) rollen sie gleich einen feinen Blues-Boogie aus, bei dem jeder der Teilnehmer seine Qualitäten präsentiert. Die Gitarren sachte angezerrt und Musselwhites Harmonica heult allerprächtigst auf, wenn er von Elvin mit “here comes Charlie, he's a dangerous man“ angekündigt wird. Macht einfach Spaß.

Zu den eingestreuten Coverversionen gehört der West Helena Blues, von Roosevelt Sykes. Ein Slow-Blues voller Emotionen, bei dem sich Bob Welsh ans Piano gesetzt hat, während Bishop und Musselwhite mit Licks und kleinen Soli für die Sahnehäubchen sorgen. Der flotte Jump-Blues What The Hell? liegt irgendwo zwischen frühen STONES und George Thorogood und überzeugt gleichfalls mit viel Esprit.

Die Slide-Gitarre in seinen Good Times hat Charlie Musselwhite selbst eingespielt und zeigt sich auch hier äußerst kompetent. Trotz des Titels mehr was für die ruhigeren Stunden.

Den Titel Good Times hatte Bishop schon einmal auf seinem “Can't Even Do Wron“-Album (2014) veröffentlicht und schon damals spielte Musselwhite die Blues-Harp darauf. Mir gefällt ihre 2020er Version besser, weil zum einen nicht so nervös und zum anderen irgendwie grooviger/erdiger.

Und auch Musselwhites If I Should Have Bad Luck ist eine Neueinspielung (unter anderem auf dem Karriere-Querschnitt “Deluxe Edition“ zu finden), die mir ebenfalls hier besser gefällt. Erinnert ein bisschen an CANNED HEAT, womit schon klar sein dürfte: Es ist ein Boogie.

Blues, Why Do You Worry Me (kennt man von seinem Grammy-nomminierten 1993er “In My Time“-Album) liefert Musselwhite eine weitere Möglichkeit zur Demonstration seines fantastischen Mundharmonika-Spieles. Nicht nur für Harp-Spieler und Chicago-Blues-Fans immer wieder ein Genuss.

Den Spaß, den Elvin und Charlie bei den Unisono-Läufen in South Side Slide haben, kann man förmlich sehen, so wie man das einzigartige Feeling im Slow-Blues For Yesterday spürt. Oberflächlich betrachtet, nichts Außergewöhnliches, und dennoch so klasse!

Ok, einen Blues-Klassiker konnten sie sich nicht verkneifen, und mit Help Me dem großen Willie Dixon Tribut zollen. Vielleicht ein Quäntchen zu viel Ehrfurcht hier, aber letztlich doch eine gute Version. Krönender Abschluss ist aber die vertonte Biografie 100 Years Of Blues, bei der Bishop und Musselwhite sich Licks, Riffs und kleine Ausschnitte aus ihrer Geschichte zuwerfen. Könnte ich stundenlang zuhören.

Blues-Lovers, wer Lust auf eine knappe Stunde beste Unterhaltung hat, der macht mit diesen beiden alten Knechten nichts verkehrt. Oder, wie es Pete Townshend bei anderer Gelegenheit mal ausdrückte: Old, but not boring!

 

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