Elmore James

Every Day I Have The Blues

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 02.06.2007
Jahr: 2006

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Elmore James Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Every Day I Have The Blues, Passport Audio, 2006
Länge: 48 Min 32 Sek Medium: CD
1. Dust My Broom9. Sunnyland Train
2. Shake Your Moneymaker10. My Baby's Gone
3. I Hurts Me Too11. Bleeding Heart
4. Everyday I Have The Blues12. She's Got To Go
5. Pickin' The Blues13. Talk To Me Baby
6. Anna Lee14. I Believe
7. Mean Mistreatin' Mama15. Look On Yonder Wall
8. Up Jumped Elmore16. Twelve Year Old Boy

In der Review zu "Muddy's Blues" hab ich schon ein paar Worte zu diesen Wiederveröffentlichungen von Passport Audio verloren, also gleich weiter zur nächsten Koryphäe: Elmore James, welcher ähnlich wie Muddy von der Elektrifizierung der Gitarre profitiert hat.
Wer an Blues interessiert ist, kommt an diesem, 1918 geborenen, Mann nicht vorbei. Und wer Slide-Gitarre spielt oder spielen will schon dreimal nicht. Alle großen Slidegitarristen, von Duane Allman, Johnny Winter, Warren Haynes und Ry Cooder zu Derek Trucks und Sonny Landreth oder einem Hound Dog Taylor und zahllosen weiteren, sind von Elmore James inspiriert und infiziert. Die Verehrung von Rolling Stone Brian Jones ging soweit, dass er sich zeitweilig Elmo Lewis nannte.
Die Songs von Elmore James, bzw. seine Versionen von Songs anderer, sind so maßgeblich, dass selbst heutzutage noch ein Blick zurück lohnt. Schließlich werden sie nach wie vor gespielt und aufgenommen. Dust My Broom wurde zwar von Robert Johnson schon vorher gespielt, aber erst mit der charakteristisch verzerrten Gitarre von Elmore James bekommt das Stück seinen genialen Drive. Gleichzeitig wurde hier eines der Standard-Slide-Riffs geprägt, das mit Sicherheit jeden Abend irgendwo auf der Welt erklingt.

Bei Shake Your Moneymaker denkt man natürlich an die frühen FLEETWOOD MAC, aber auch den Titel des ersten BLACK CROWES-Albums. Welche Bluesband hätte diese Nummer nicht schon gespielt? Mehr Schwung kann man mit einem Blues-Song schwerlich erzeugen.
Mehr Feeling als mit It Hurts Me Too auch nicht. Micky Moody - ein weiterer Verehrer von James - und Bernie Marsden haben den Song fast immer im Programm, wenn sie als Duo auftreten. Neben seinem enthusiastischen Gesang ist der Sound seiner Slidegitarre natürlich maßgebend für den Erfolg von Elmore. An diesem Sound hatte der technikbegabte Bluesmann lange getüftelt und gleichzeitig seine Spielweise entwickelt. Hat Everyday I Have The Blues hier nicht mehr Schwung, als die meisten anderen Versionen, dieses mit am häufigsten gecoverten Bluestitels? Da hören sie doch noch mal genauer hin, Herr Clapton.
Mit Pickin' The Blues hatten GRINDERSWITCH eine perfekte Boogie-Vorlage gefunden, an der auch die kurzlebigen SOUTHERN ROCK JUNKIES nicht vorbei kamen.
[Hust. Die S.R.J. sind/waren eine konspirative Vereinigung süddeutscher Irrer um den Oberirren Rob Hiemer, und Herr Schmidt-Richards schwang eine der drei Gitarren. Red.]
Wenn die Gitarre mal Raum lässt, überzeugt Elmore James genauso mit seinem Gesang, der sich, siehe Anna Lee oder Mean Mistreatin' Mama, bis an die Grenze zur Ekstase steigern kann.
Als Antwort auf Robert Johnsons Up Jumped The Devil ist wohl Up Jumped Elmore zu verstehen. Elmore und Band überzeugen auch in dieser reinen Intrumentalnummer mühelos.
Typischer Elmore-Boogie wieder bei Sunnyland Train - absolut mitreißender Gesang! - und, leicht variiert, auch bei My Baby's Gone das Trademark-Slide-Riff, ohne das manche frühen Platten von FLEETWOOD MAC wohl gar nicht existieren könnten. Ebenso wäre u.a. die britische BLUES BAND ohne Talk To Me Baby kaum vorstellbar. Mick Jagger ist ein weiterer Sänger mit einer Vorliebe für diesen Song.
Dass sich das folgende I Believe sehr ähnlich anhört, bzw. eine andere Variante von Dust My Broom darstellt, ja, nun, das war bei diesen Blues-Leuten halt so. Zu einer der beeindruckendsten Live-Vorstellungen von GOV'T MULE gehört Look On Yonder Wall (Album "Live... With A Little Help From Our Friends") und von wem der Titel im Original stammt, dürfte wohl klar sein...

Die STONES und weitere britische Bluesbands haben es in den 60er schon vorgemacht: Der Blick zurück auf die Originale bringt einen voran. So kann man auch hier mal hören, woher unsere Helden ihre Einflüsse bezogen haben.
Jenes britische Blues-Revival in den 60ern hat Elmore James leider nicht mehr miterlebt. Am 24. Mai 1963 verstarb er. Ihm (und Garp) zu Ehren beschließe ich meine Review mit den Worten: Ich bin ein Elmore Jamesianer.

Epi Schmidt, 02.06.2007

 

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