Eliana Cargnelutti

Aur

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.05.2021
Jahr: 2021
Stil: Blues Rock
Spiellänge: 33:42
Produzent: Eliana Cargnelutti

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Ana Popovic

Eric Steckel

Will Wilde

Titel
01. Chaosnero
02. Breathe Again
03. Who Is The Monster?
04. I Don't Know
05. Smoke In Your Eyes
 
06. Love Letters
07. I Won't Change
08. Diablo's Fire
09. Alone
10. I Swear
Musiker Instrument
Eliana Cargnelutti Vocals, Guitars & Theremin
Michele Bonivento Hammond, Keyboards
Simone Serafini Bass
Carmine Bloisi DRums
Francesco Minutello Trumpet
Giovanni Masier Saxophone
Special Guests:
Ana Popovic Guitar, Vocals on 'I Don't Know'
Eric Steckel Guitar on 'Diablo's Fire'
Reggie Hamilton Bass on 'Love Letters'
Will Wilde Harmonica on 'Smoke In Your Eyes'

Bereits zu den Tagen, als Eliana Cargnelutti mit Ruf's BLUES CARAVAN durch unsere Lande zog, war es schnell deutlich, dass die Italienerin zwar einige Wurzeln im Blues hat, aber auch, dass ihr musikalischer Kosmos darüber hinaus reicht. Das ging dann häufig schon stark in Rock (gern auch etwas härter) über, wie sich auch auf ihrem Album "Electric Woman" (2015) zeigte.
 
Nun legt sie mit "Aur" den Nachfolger vor. Der Albumtitel bedeutet in ihrer friaulischen Heimat Heimatsprache "Gold" und steht hier für die individuelle Suche nach dem Gold in einem selber. Nach dem Guten in uns zu forschen um zu einem harmonischen Leben zu finden. 
Um das Gute außerhalb von uns zu finden, da müssen wir nicht so weite Wege zurücklegen, denn mit ihrem neuen Album ist man da bereits auf einem goldenen Weg.
 
Wie gesagt, als Blues-Purist sollte man das Terrain vorsichtig betreten, denn bereits der Opener Breathe Again (Chaosnero ist mehr so eine Art Einleitung) hat mehr mit kernigem Rock gemein, als mit Delta Blues. So ein gehaltvolles Riff hat man ähnlich auch schon bei Bands wie DEEP PURPLE gehört. Dazu lässt Eliana ihre Stimme durch einen Effekt verfremden (so ein bisschen Cher-mäßig) und mit dem Refrain beschert sie uns einen ersten kleinen Ohrwurm. Würde beim folgenden Who Is The Monster? das Etikett PINK darauf kleben, ich hätte keine Probleme daran zu glauben. Zumal ich der US-Sängerin mal wieder so etwas gehaltvolles wünschen würde. Im Ernst, der Song kommt modern, mit erfrischendem Pop-Charakter und setzt sich spätestens nach dem zweiten Durchlauf im Ohr fest. Hätte durchaus das Zeug zu einem Sommerhit. Und keine Sorge: Gitarre ist trotzdem fett dabei.
 
Sollten einem die Gitarre im zweiten Song doch nicht präsent genug gewesen sein, dann wird sie in I Don't Know nachgereicht. Hier fetzt es, mit Unterstützung von (Blues-) Schwester im Geiste Ana Popovic nämlich so richtig ab. Der Stil geht auch voll in Anas Richtung, also Blues mit jazzigen Elementen und ordentlich Druck dahinter. Unverkennbar die Fills, die Ana mit ihrem tpischen, Wah-Wah-Pedal-Sound setzt und ihre schnellen Läufe. Das wäre mal ein Gespann auf der Bühne. Also, ich finde es sehr beachtlich, was Eliana mit diesem Album geleistet hat. Das würde man eher einer Künstlerin zutrauen, die bereits ein paar Jahrzehnte Erfahrung gesammelt hat.
 
Falls ich vorhin einen Song zum "möglichen Sommerhit" küren wollte, dann ist die Entscheidung nun mit Smoke In Your Eyes gefallen. Zu einem locker-luftigen Reggae-Beat hat Fräulein Cargnelutti einen unwiderstehlichen Ohrwurm gezaubert, der einen mindestens diesen Sommer begleiten wird. Dass der Mundharmonika-Virtuose Will Wilde hier ein herrliches Solo beisteuert, ist sozusagen die Sahne auf dem Kuchen. Der coole R&B-Groove von Love Letters wird unter anderem von Reggie Hamilton am Bass bestimmt. Der Song hat so ein Swamp-Feeling, dass er mich ein bisschen an die TEDESCHI TRUCKS BAND erinnert. Natürlich ohne Dereks Ausnahme-Slide und ohne deren Jam-Flair, aber auch so versetzt einen die Nummer in wohlige Schwingungen.
 
Dagegen ist I Won't Change fast simple strukturiert, aber häufig mag man's ja auch eher geradeaus und mit wenigen Schnörkeln. Mein Fuss klopft den Beat jedenfalls durchgehend mit. Bei Diablo's Fire steht Eric Steckel der jungen Italienerin zur Seite und man kann sich schon vorstellen, dass es da ordentlich bluesrockig wird. Fetter Sound, stampfender Rhythmus und zwei ziemliche heavy Gitarren machen her Dampf.
Also, ich weiß nicht, wie sie das gemacht hat - und sooo oft hab ich die Scheibe auch wieder nicht gehört - , aber nahezu jeder Titel hier hat die Qualität einem ganz lang im Kopf zu bleiben. So auch die Midtempo-Nummer Alone, erneut mit kernigem Sound unterlegt und die abschließende Piano-Ballade I Swear. Auch letztgenannter Song, durch die hervorbrechenden Emotionen immer mehr gesteigert ist der krönende Abschluss für dieses Album. Welches womöglich nicht umsonst den Namen "Gold" trägt. Bei so einer tollen Entwicklung darf man zurecht gespannt sein, auf die anstehen BLUES CARAVAN-Tour, denn Eliana wird Bestandteil davon sein! Hoffen wir, dass diese Tour in irgendeiner Form stattfindet, denn das dürfte richtig gut werden.
 

 

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