Edu Weber

Tumbleweed

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.08.2007
Jahr: 2007

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Edu Weber Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Tumbleweed, Central Station Music, 2007
Edu Weber Vocals, Guitars
Demibata Bass
Werner Groisz Drums
Gäste:
Klaus Hofer Percussion (Nuevo Laredo)
Frajo Harp (Big Painted Smile & I'm Riding), Upright Bass (Nuevo Laredo)
Ralf Metzler Hammond B4 (Let Me Start Living Again), Piano (I'm Riding)
Kristian Tabakov Fender Rhodes (Let's Do It)
Hubert Trenkwalder Accordion (Nuevo Laredo)
Christian Wegscheider Hammond B4 (Edna, South Texas & Big Painted Smile)
Produziert von: Ralph Metzler Länge: 44 Min 54 Sek Medium: CD
1. Kansas City Turnpike Blues7. Guess I'm Going Back Home
2. Tumbleweed8. Let Me Start Living Again
3. I Wonder Who Is With You Tonight9. I'm Riding
4. Let's Do It10. Nuevo Laredo
5. Edna, South Texas11. Kickin' The Blues
6. Big Painted Smile

Meine Faszination für die Vereinigten Staaten von Amerika schwindet nahezu mit jedem Zeitungs- oder Fernsehbericht, den ich mitkriege. Bei Edu Weber war das zumindest bis vor kurzem noch anders. Schön, "Tumbleweed" wurde wohl schon 2002 aufgenommen, aber erst jetzt hat es den Sprung über die Grenze geschafft. Ja, diese Alpenländler. Was wissen die denn eigentlich vom Blues? Denkt man sich und weiß doch, dass die sehr wohl was davon verstehen. In der Schweiz gibt ein Philip Fankhauser die Bluenote vor und hierzulande müssen wir nicht erst auf den Isar-Indianer zurückgreifen. [Womit hoffentlich der Willy Michl gemeint ist und nicht dein nur Minuten vom großen Fluss entfernt lebender Rock'n'Roll-Kollege. Red., Abt. Isarflimmern]
Der österreichische Bluesspezialist Edu Weber hat sich jedenfalls auch eingehend mit der Materie befasst und ist mehr als eine Erdumrundung lang durch 35 amerikanische Staaten gekurvt. Umgesetzt wurde das dann musikalisch mit seinem Bluestrio BONNEVILLE und einigen Gästen, die wir z.T. auch auf seinem "Fences"-Album gehört haben.
Und so klingt bzw. klang das auch nicht sonderlich anders als auf dem 2005er Album. Der Kansas City Turnpike Blues groovt locker, aufgepeppt durch geschickte Tonartwechsel, und wenn Edu singt: "Man, he sang like Lyle Lovett", dann passt das recht gut zu diesem leicht swingenden Stil.

Für den Titelsong kommt die Dobro mit Slide zum Einsatz und lockt so den Delta-Blues hervor, der akustisch-rockig klingt und mich etwas an Mr. Nice Guy vom "Fences"-Album erinnert.
Als Eric Clapton noch nicht - oder sollte ich sagen: wenn er nicht?, denn ab und an entfacht er ja noch mal das alte Feuer - so weichgespült war, klang er gern ähnlich wie die Band hier in I Wonder Who Is With You Tonight. Beim folgenden Let's Do It wird's noch eine Ecke peppiger, und dieser Rock'n'Boogie lassen dann die Carl Carlton-Vergleiche wieder aufkommen. Ähnlich wie der, ist der Edu ja auch nicht der Shouter vor dem Herrn und manchmal wünschte ich mir einen etwas kraftvolleren Gesang. Den macht der Austrianer allerdings durch reichlich gestalterische Ideen und solche Ohrwurmmelodien wie in diesem Song ziemlich wett. Ganz klasse: Das Fender Rhodes Solo von Kristian Tabakov. Absoluter Anspieltipp!
Auch die langsame Blues-Ballade soll nicht fehlen und so driftet Edna, South Texas Richtung Gary Moore, geht aber rechtzeitig auf Höhe von Ian Parker vor Anker. Ein richtig schön und gut gemachter, einfühlsamer Titel, der, neben den Gitarrensoli, von Christian Wegscheiders Hammond-Arbeit profitiert.
Big Painted Smile bringt uns den Boogie zurück und entsprechend schnell ist man am mitwippen. Mehr swamp-groovy wird's, wenn Edu meint Guess I'm Going Back Home. So langsam komme ich so richtig auf den Geschmack dieses Gitarrensounds und dieser -Licks.
Mit etwas härteren Sounds könnte der Boogie I'm Riding locker auch im Programm von Blues-Rockern wie WISHBONE ASH oder sogar frühe WHITESNAKE bestehen.
Deutlich der mexikanischen Grenze näheren wir uns mit Nuevo Laredo. Das machen nicht nur das Akkordeon und die folkigen Akustikgitarren deutlich, sondern natürlich auch der Tex-Mex-Touch dieser Ballade. Da kann man starke Fernwehgefühle entwickeln.
Der Gitarrensound wird wieder fetziger, ja im Solo richtig derb, für das roots-rockige Kickin' The Blues, welches erneut an Carl Carlton erinnert.

Trotz all der Vergleiche und vertrauter Pfade hat Edu Weber schon was unverwechselbar Eigenes und es lohnt sich doch, bei ihm mal reinzuhören. Da wird doch mancher hängen bleiben.
Übrigens: Nach dem letzten Song nicht gleich ausschalten. Nach einigen Minuten tauchen plötzlich ein paar weitere "Geräusche" auf.

Epi Schmidt, 08.08.2007

 

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