Edu Weber

Fences

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.06.2007
Jahr: 2005

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Fences, Central Station Music, 2005
Edu Weber Vocals, Electric & Acoustic Guitars, Dobros
Michael Erian Tenor Saxophone, Brass Arrangement
Daniel Noesig Trumpet
Andreas Mittermayer Trombone
Christian Wegscheider Hammond B3 Organ
Alex Meik Upright Bass
Louis Goldblum Drums
Ralf Metzler Percussion, E-Piano, Keyboards, Apache Flute
Demibata Bass
Frajo Koehle Harp
Sandy Thoeni Harmony Vocals
Gerald Rumpold Bass
Toshio Oishi, Inge Blasbichler, Margit Rubatscher Cello, Strings
Produziert von: Ralf Metzler & Edu Weber Länge: 56 Min 49 Sek Medium: CD
1. Mr. Nice Guy9. Ellie's Frontier Saloon
2. Me10. Try Next Tour
3. Tucumcari11. Catch This Flight
4. Fences12. No One Special
5. The Grizzly13. Six String Red Electric
6. Not Responsible14. Old Friend
7. Snake River Tombstone15. That Song
8. Doggone Homesick Blues

Dass aus dem kleinen Österreich zuweilen großartige Musiker kommen, wissen wir schon geraume Zeit. Allerdings ist mir die letzten Jahre dann doch kein interessanter "Gletscherdepp" (ist lieb gemeint) untergekommen. Der Herr Edu Weber will mich da eines besseren belehren und liefert nach seinem 2002er Album "Tumbleweed" mit "Fences" ein weiteres Bluesalbum mit ausschließlich eigenen Kompositionen. "Fences" erschien zwar auch schon 2005, wird aber jetzt erst in Deutschland promotet. Und Zeit wird's, denn hier ist ein richtig kompetenter Mann am Werk, der den Blues natürlich auch schon ausgiebig in seinem Ursprungsland erforscht hat. Erforscht hat er auch die Bluesgitarre und in sich selbst hat er auch reingehört und kam zu dem Schluss: "This one's for all the buddies who keep asking me to do them a favor. Here's my answer: No more Mr. Nice Guy". Soviel zum ersten Song. Und klingen tun Weber und seine ausgesuchte Band dabei irgendwie wie GRAND FUNK RAILROAD bei Mr. Limousine Driver. Mehr "rhythm'n'bluesy", versteht sich, und schon gleich ungeheuer cool und groovy, wozu die "New Orleans Bläser" die passenden Akzente liefern. Klasse Einstieg.
Zu jedem Song gibt's im Booklet einen kurzen Kommentar, der oft genug einen Schuss Ironie birgt.
Me swingt locker, versprüht, trotz aller Bluesthematik gute Laune und ruft bei mir Vergleiche mit dem Alpenkollegen Philipp Fankhauser hervor. Mit dem verbindet Edu Weber außerdem ein äußerst ausgereiftes Gitarrenspiel. Prägnant, ohne unnötige Schnörkel, aber immer die Spannung hochhaltend.
Beim Titelsong Fences zeigt sich das auch mit Slide und Akustikgitarre. Hier klingt es dann nach einer schwitzenden Mischung aus Muddy Waters' I Can't Be Satisfied und den STONES zu Zeiten ihres "Exile On Mainstreet" Albums. Zum Stil der letzteren passt auch The Grizzly, haben die sich doch gerne durch eine Bläsersektion etwas "Anfeuerung" angedeihen lassen. Eigentlich klingt es mehr noch nach Carl Carlton, doch wie groß ist da der Unterschied?

Da zerrt Edu seine Gitarre bei Not Responsible gleich mal etwas mehr an und erhöht den Rockfaktor in seiner Musik, bevor er wieder auf Akustisch zurückschaltet. Weniger spannend wird's deswegen nicht, sogar eher noch intensiver und Snake River Tombstone erinnert mich nicht nur vom Gesang an Jason Ringenberg. Die versammelten Streichinstrumente bringen einen irischen Touch in den Song. Auch bei diesem Titel denke ich: das wäre jetzt mein Favorit auf diesem Album. Und schon passiert mir dasselbe bei der Ballade Doggone Homesick Blues. Hier beeindruckt vor allem Christian Wegscheider an der Hammond B3. Klasse Sound, klasse gespielt!
Wenn es dann mal mehr zu Jazz und Swing tendiert, wie bei Try Next Door, dann hat das was von Lyle Lovett. Allerdings erhöht Andreas Mittermayer am Trombone den Jazz-Faktor deutlich und äußerst ansprechend. Edu Weber spaziert mit seiner Gitarre problemlos durch die verschiedenen Spielarten und verdeutlicht, wie eingehend er sich mit dieser Musik beschäftigt hat.
Vergleichsweise deftig wird's bei Catch This Flight, mit wuchtiger Hammond-Orgel und fast schon heavy Sound. Dafür folgt dann wieder was Akustisches. Jetzt geht's über zu Country-Folk und so klingt No One Special auch wieder stark nach dem bereits angeführten Mr. Ringenberg. Sehr wandlungsfähig, die Stimme von Edu.
Keine Sorge, ohne 12-Bar Blues-Boogie geht's auch hier nicht raus. Stimmlich klingt Weber hier ein bisschen wie Gary Floyd, gitarristisch streut er problemlos mal ein Hendrix-Zitat an der entsprechenden Stelle ein. Sehr effektiv auch die Blues-Harp von Frajo Koehle.
Wer's rock'n'rolliger braucht, wird mit Old Friend umgehend in Schwung versetzt und That Song mit seinem Studio-Gekasper (ein bisschen a la SPIDER MURPHY GANG) lädt zum baldigen Wiederhören ein.

So, das waren jetzt aber auch wirklich genug lobende Worte für den Edu Weber. Schließlich und endlich ist er doch ein Österreicher und Cordoba ist noch nicht vergessen!
Habe die Ehre...

Epi Schmidt, 13.06.2007

 

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