Dudley Taft

Cosmic Radio

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 01.10.2020
Jahr: 2020
Stil: Bluesrock, Hardrock
Spiellänge: 55:33
Produzent: Dudley Taft

Links:

Dudley Taft Homepage

Dudley Taft @ facebook



Redakteur(e):

Frank Ipach


s. weitere Künstler zum Review:

Black Sabbath

Aerosmith

Mr. Big

Robin Trower

King's X

Alice Cooper

Led Zeppelin

Titel
01. Cosmic Radio
02. Left In The Dust
03. The Devil
04. Going Away Baby
05. One In A Billion
06. The End Of The Blues
 
07. Relentless
08. Fly With Me
09. Hey Hey Hey
10. All For One
11. I'm A Believer
12. I Will Always Love You
Musiker Instrument
Dudley Taft Vocals, Guitars, Piano
Kasey Williams, John Kessler Bass
Walfredo Reyes Jr., Jason Patterson Drums
Ashley Charmae Vocals

Ah, schau an, das ist doch mal eine schöne Überraschung. Mr. Dudley Taft hat, wie viele andere Künstler auch, die vermaledeite Covid 19 Tour- und Konzertmisere kreativ genutzt, sich in sein Studio in Ohio eingebunkert und die Songs, die er Ende letzten und Anfang diesen Jahres geschrieben hat, mit ein paar alten Kumpels, die wir schon von seinen vorherigen Alben kennen, eingespielt. Der zauselbärtige Axeslinger vermeidet wie von ihm gewohnt die üblichen Bluesrock 08/15 Schemata und bietet uns gerade mal zwölf Monate nach seinem letzten Silberling "Simple Life" mit "Cosmic Radio" abermals ein sattes Dutzend ideensprühender Rocksongs jeglicher Couleur an. Insofern darf man die eng geschraubte Schublade Bluesrock ganz locker auch hier um die Begriffe Hard & Heavy Rock erweitern.

All die altgedienten Rock-Recken (der Rezensent eingeschlossen), die die Musikszene schon seit Jahrzehnten abchecken, werden ihren Spaß haben und ihren Rock'n'Roll-Assoziationen freien Lauf lassen, wenn sie solche Dampfhammer-Songs wie den tiefer gelegten Opener Cosmic Radio hören, der wohlige Erinnerungen an die seligen KING'S X wachruft. Gleichwohl ein Uptempo-Riffbrecher wie Left In The Dust uns an manche alte MR. BIG Nummern denken lässt, wobei der 54-jährige Dudley natürlich nicht der kraftstrotzenden Stimme eines Eric Martin nacheifert, sondern eher wie der jüngere Bruder von Alice Cooper klingt.

Auch in einem düster-grimmigen Highspeed-Blues wie The Devil shreddert Dudley nicht einfach so drauf los, sondern folgt seinem gitarrensolistischen Konzept Melodie vor Geschwindigkeit und verbindet Geschmackvolles und Abenteuerliches mit artistischer Weitsicht und Gelassenheit. Mit Goin' Away Baby bietet uns Taft eine wunderbare Reminiszenz an den fast vergessenen 50er Jahre Chess-Blueser Jimmy Rogers und zieht diesen angestaubten Klassiker blitzeblank aus dem Verjüngungsbrunnen. Der sämige 8-Minüter One In A Billion serviert uns ganz genüsslich schwebende Fuzz-Gitarren der Marke Robin Trower.

Mit einer willkommenen und erfreulichen Gesangspremiere familiärer Art erfreut uns Mr.Taft beim energischen Blues-Schleicher Relentless. Hier darf sich seine junge Tochter Ashley Charmae als hochtalentierte Gesangs-Lady in Szene setzen, während sie ihren Idolen Etta James und Billie Holiday nacheifert, dabei aber klingt wie die jüngere Schwester von Caitlin Krisko von THE BROADCAST.

Einen weiteren Höhepunkt setzt Mr. Taft mit seiner düsteren Dystopie All For One, die sich mit mächtig splitternder Fuzzgitarre lavagleich und tonnenschwer über die zerrissene Erdoberfläche wälzt und mit dem schwärzesten Schwarz aus längst vergessenen BLACK SABBATH Tagen überzieht. Doch schlussendlich gibt sich der selbstbewusste Gitarrist als unverbesserlicher Optimist und spült mit dem muskulösen I'm A Believer und ein paar gepfefferten Jimmy Page Licks alle Bedenken hinfort, um sich im Finale gemeinsam mit seiner Tochter und seinem neu erworbenen deutschen Piano auf eine Art und Weise zu verabschieden, die lieblicher nicht sein könnte und sich tatsächlich im harmonischen Geflecht solcher Strategen wie Freddie Mercury und Steven Tyler kuschelt. Überraschung gelungen. Mit "Cosmic Radio" zeigt sich Dudley Taft als klarer Anwärter auf die vordersten Plätze im Monat Oktober.  

 

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