Dolly Parton, Emmylou Harris, Linda Ronstadt

The Complete Trio Collection

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.09.2016
Jahr: 2016
Stil: Country, Bluegrass

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Redakteur(e):

Nachgehakt

Epi Schmidt

Frank Ipach


Dolly Parton, Emmylou Harris, Linda Ronstadt
The Complete Trio Collection, Warner Music, 2016
Dolly PartonVocals
Emmylou HarrisVocals, Guitar
Linda RonstadtVocals
Albert LeeGuitar
David LindleyMandolin, Autoharp
Mark O'ConnorViola
Steve FishellPedal Steel, Dobro
Russ KunkelDrums
Kenny Edwards, Leland SklarBass
Ry CooderGuitar
John Starling, Carl Jackson, Mark Castevens, Dean ParksGuitar
Herb PedersonBanjo
Jim Keltner,Larry AtamanuikDrums
Alison KraussFiddle
Robby BuchananPiano, Rhodes
David GrismanMandolin
Produziert von: Emmylou Harris & James Austin Länge: 146 Min 38 Sek Medium: CD
"Trio":(1987)
01, The Pain Of Loving You07. My Dear Companion
02. Making Plans08. Those Memories Of You
03. To Know Him Is To Love Him09. I've Had Enough
04. Hobo's Meditation10. Rosewodd Casket
05. Wildflowers11. Farther Along
06. Telliing Me Lies
"Trio II":(1999)
01. Lover's Return06. I Feel The Blues Movin' In
02. High Sierra07. You'll Never Be The Sun
03. Do I Ever Cross Your Mind08. He Rode All The Way To Texas
04. After The Goldrush09. Feels Like Home
05. The Blue Train10. When We're Long Gpne
"Unreleased & Alternate Takes, Etc.:
01. Wildflowers11. You Don't Knock
02. Waltz Across Texas Tonight12. Where Will The Words Come From
03. Lover's Return13. Do I Ever Cross Your Mind
04. Softly And Tenderly14. Are You Tired Of Me
05. Pleasant As May15. Even Cowgirls Get The Blues
06. My Dear Companion16. Mr. Sandman
07. My Blue Tears17. Handful Of Dust
08. Making Plans18. Calling My Children Home
09. I've Had Enough19. In A Deep Sleep
10. Grey Funnel Line20. Farther Along

Kitschiger geht’s natürlich kaum noch, als auf dem Cover dieser CD, aber die drei Damen, welche sich hier so aufgebrezelt haben, sind – wenn es um Country/Country-Rock geht – allererste Garde: Dolly Parton, Emmylou Harris und Linda Ronstadt. Mehr geht nicht. Heute nicht und damals auch nicht, als sich dieses „Trio“ 1987 zu einer gemeinsamen LP (die sich heute noch in meinem Besitz befindet) zusammenfand. Da waren die später erhaltenen Grammys praktisch schon vorprogrammiert, als “The Sisterhood of Song“ (Eigeneinschätzung) gemeinsam die Stimmen erschallen lies. Begleitet, natürlich, von einer Band, die kaum weniger hochkarätig besetzt war. Namen wie Albert Lee, David Lindley, Ry Cooder, Russ Kunkel, sind nur ein paar aus diesem illustren Kreis.
1999 wurde ein zweites Album aufgenommen und zusammen mit unveröffentlichten Songs und Outtakes hat man hier ein wundervolles CD-Trio für das TRIO zusammengepackt, welches auch optisch und verpackungstechnisch äußerst hübsch gemacht ist.

Der erste Silberling beinhaltet natürlich das “Debüt“. Das dauert, LP-gemäß, keine Dreiviertelstunden, bezirzt aber in dieser Zeit praktisch durchgehend. Wie sich diese drei Mountain-Ladies da solo oder harmonisiert durch Country und Bluegrass zwitschern…. Klarer plätschert kein Gebirgsbach!
Gern wird es da auch mal melancholisch, wie in Making Plans oder – besonders – in dem Evergreen To Know Him Is To Love Him (göttlich hier: Ry Cooders Slie-Gitarre!). Das bringt diese Musik so mit sich.
Die Songs werden oft in den Strophen untereinander aufgeteilt, aber die Ladies haben auch ihre Solo-Spots, wie Ronstadt in Hobo’s Meditation oder Parton in ihrem selbst verfassten Wildflowers. Ich kann mich da beim besten Willen nicht entscheiden, welche Sängerin hier meine Favoritin ist. Jedes Mal, wenn eine andere Stimme erklingt, denke ich mir: Das ist sie! Um das kurz danach wieder zu revidieren.
Großartige Ecken und Kanten darf man hier nicht erwarten, aber wer einen Sinn für Harmoniegesang mit ländlichen – oder meinetwegen “bergischen“ – Wurzeln hat, der schmilzt hier öfter weg.

Das zweite Album hatte nicht ganz so viel Erfolg. Vielleicht war der Zeitraum von 12 Jahren dazwischen auch zu groß? Aber eingebüßt hatten die drei Damen vom Song-Grill nichts von ihrer Faszination.
Auch hier perlt es aus den Goldkelchen und wenn die sich zum Crescendo hochschrauben, dann reißt jede Wolkendecke auf. Auf “Trio II“ kommt öfter mal eine Geige zum Einsatz, was den Bluegrass-Faktor erhöht. Kommt gut. Neil Young dürfte mit der Coverversion von After The Goldrush hier endgültig bei den Südstaatlern rehabilitiert worden sein. Zumal es Dolly Parton war, die den Song hier vorschlug, obwohl es eigentlich ihrer Kolleginnen waren, die bereits mit Young zusammengearbeitet hatten. Auf jeden Fall: Würdige Version.
Insgesamt finde ich das zweite Album nicht so direkt ins Ohr gehend, weniger traditionell, aber auch nicht ganz so glatt, wie der Vorläufer. Songs wie I Feel The Blues Movin‘ In kommen direkt recht …, naja, bluesig eben.
Zusammen mit der dritten Scheibe hat man hier wirklich das ultimative Package! Das sind ja keine “Wegwerfsongs“, sondern fertige Nummern, nur in anderer Fassung. Wildflowers, zum Beispiel, hat drei, nach Strophen aufgeteilte, Lead-Sängerinnen, anstatt, wie auf dem ersten Album, eine Lead-Sängerin und zwei Begleiterinnen.
Oder den wunderbaren CARTER FAMILY-Klassiker Lover’s Return. Man spürt förmlich, wie diese Damen stolz darauf sind, diesen Song zu singen.
Gleich zwanzig Stücke gibt’s hier. Manche in alternativen Versionen, für andere war damals einfach kein Platz auf dem Album. Wie Rodney Crowells Even Cowgirls Get The Blues (landete dann auf Emmylous Album “Blue Kentucky Girl”).
Ja, es mag schmalzig sein, aber auch der Evergreen Mr. Sandman hat hier seine Berechtigung und hat wohl selten besser geklungen.
Also nochmal: Wer mit Country und/oder perfektem Harmoniegesang, sowie weiblichen Solostimmen etwas anfangen kann, kann sich hier mit für ein paar Stunden glücklich machen.

Epi Schmidt, 03.09.2016


Da steht man nun der mächtigen Armee von Grammy-Trophäen gegenüber, die die drei Country-Damen im Zuge ihrer Karriere für sich verbuchten und man überhört vor lauter Respekt fast die grandiose Musik, die Dolly Parton, Emmylou Harris und Linda Ronstadt im Laufe der Jahrzehnte ihren Fans bescherten.
Jede für sich eine Stil-Ikone und ein großartiges und unverkennbares Gesangsmonument, taten sich die drei Super-Ladies nach jahrelangen logistischen Verirrungen und unüberwindbaren Terminbarrikaden Ende der Achtziger Jahre schließlich doch zusammen und produzierten ihr erstes TRIO Album.

Damals war die CD und Vinyl-Welt noch in Ordnung, das Musik-Business boomte nach wie vor und die drei von der Cowgirl-Front produzierten nicht nur ein tolles und vollwertiges Country-Album, sondern verkauften das hochgelobte Werk auch noch in millionenfacher Ausfertigung und sahnten schmucke Preise ab. Fantastische Gesangleistungen paaren sich ein ums andere Mal mit instrumentaler und kompositorischer Grandezza. Betrachtet man die hochkarätige Musikerliste ahnt man welch feinfühlig gewebten Harmonien den erwartungsfrohen Hörer erwarten. David Lindley, Russ Kunkel, Bill Payne, Ry Cooder, Kenny Edwards, Albert Lee, Herb Pedersen und Mark O'Connor gelten in der einschlägigen Szene nicht umsonst als Top-Besetzung mit ausgesucht großartigen Fähigkeiten.

Natürlich bietet das TRIO Debutalbum von 1987 in seiner restaurierten Neufassung wundervoll inszenierte Country-Music. Wir begegnen meist recht ruhigen, gelassenen, beizeiten aber auch sehr emotionsgeladenen und quirligen Liedern, die die hohe Kunst des dreistimmigen Harmoniegesangs beherzigen und völlig zu recht als Klassiker des Genres gelten.

Die wirklich nur ein klein wenig schlechter gelungene Fortsetzung der drei Superheldinnen titelt folgerichtig TRIO II und nimmt in dieser aktuell vorliegenden Kopplung die nicht unwichtige zweite Stelle ein. Das ursprünglich aus dem Jahre 1999 stammende TRIO II Werk klingt nicht mehr ganz so beseelt und lebensfroh wie das Debut, etwas weniger euphorisch und möglicherweise einen Tick zu mainstreamig, zu angepasst. Tja, ihr Lieben, so läuft es manchmal mit Fortsetzungen. Ein sehr ordentliches Album, jedoch ohne die prickelnde Aura des Besonderen.

Teil 3 dieser schmucken und klanglich aufgewerteten "The Complete Trio Collection" darf man wohl als das überraschende und wirklich zu Herzen gehende Paradestück betrachten. Hier präsentiert uns Rhino Records eine aus 20 Titeln zusammengefügte Perlenschnur, die beinahe den Glanz aller von den Ladies geernteten Grammys in den Schatten stellt. Streitet man sich ab und an schon mal über die Wertigkeit mit großem Halali angepriesener Bonus-Discs, dürfen wir diese 20 alternative versions und unreleased tracks als wahren Goldschatz erachten. Vor allem wird hier die unübertroffene gesangliche Leistung von Dolly Parton, Emmylou Harris und Linda Ronstadt in den Vordergrund gerückt. Alles wird recht rustikal in Szene gesetzt, unverfälscht, ungeglättet, und vor ungeschminkter Schönheit strahlend. Country-Music reinsten Wassers. Insofern wird dieses magische Dreier-Album zu einem echten Geschenk. Da macht die Wiederveröffentlichung dieser alten Kamellen wirklich Sinn. Die drei Damen sollten fortan aufpassen, dass ihr Trophäenschrank nicht auseinanderbricht.

Frank Ipach, 04.09.2016

 

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