Dave Hause

Patty / Paddy

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 09.03.2021
Jahr: 2021
Stil: Americana, Folk
Spiellänge: 31:25
Produzent: Dave Hause

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Lilly Hiatt

Will Hoge

Brian Fallon

Patty Griffin

Titel
"Paddy":
01. Minimum Wage Is A Gateway Drug
02. The Father, The Son And The Homosexual / Single Parent
03. Doublewhiskeycokenoice
04. Super Powers Enable Me To Blend In With Machinery
05. The Great American Going Out Of Business Sale
 
"Patty":
01. Moon Song
02. Long Ride Home
03. Top Of The World
04. Poor Man's House
05. When It Don't Come Easy
Musiker Instrument
Dave Hause Vocals, Guitar
with Brian Fallon, Will Hoge, Jake Blount, Lilly Hiatt, Laura Stevenson und Bartees Strange

Nicht wenig von Bruce Springsteens damaliger Idee inspiriert, ein ganzes Album einem Künstler zu widmen (die Rede ist von den "Seeger Sessions"), ehrt Dave Hause auf seinem neuen Album gleich zwei Künstler. Immerhin ist es auch ein Doppelalbum, wobei Hause das von ihm geschätzte Format "EP" verwendet. Entsprechend gibt es hier CDs mit jeweils fünf Songs.

 

"Paddy“ ist Patrick 'Paddy' Costello, Sänger und Bassist der Punkrock-Band DILLINGER FOUR aus Minnesota gewidmet. Wer sich mit der Band ansatzweise schon einmal beschäftigt hat, der weiß, dass sie vor einer eindeutigen Sprache nicht zurückschreckt. Songtitel wie Honey, I Shit The Hot Tub oder Portrait Of The Artist As A Fucking Asshole sind bei denen nicht ungewöhnliches.

Auch Dave Hause hat eine Punkrock-Vergangenheit, sieht sich aber heutzutage mehr in der Tradition von Springsteen, Dylan, Petty, etc.

So klingt das in Minimum Wage Is A Gateway Drug auch mehr nach akustischen BOTTLE ROCKETS, als nach Punk. Erarbeitet man sich den Text, ist dann doch wieder einiges an Punk darin. Ansonsten geht’s ruhig zu, fast zart, zu gezupfter Akustikgitarre, mit sachter Unterstützung des Multiinstrumentalisten Jake Blount. Last das ein paar Mal laufen und ihr habt einen neuen Ohrwurm.

 

Auf The Father, The Son And..., erwartet man im Allgemeinen The Holy Ghost. Hier folgt The Homosexual / Single Parent. Bei der katholischen Kirche macht er sich damit keine Freunde, soviel ist sicher. Wer schöne Melodien, leicht melancholisch, zur Pianobegleitung mag, wird sich da durchaus mit anfreunden. Für Doublewhiskeycokenoice bekommt Dave wieder Unterstützung. Und zwar von niemand geringeren, als John Hiatts Tochter Lily Hiatt. Die ergänzt sich gesanglich bestens mit Dave, den Hintergrund bestreiten wieder Piano und etwas Gebläse. Das ist hier schwer in Worte zu fassen, aber man sollte sich das bei Folk-Interesse durchaus mal anhören.

 

Wie oft bekommt man zu einer süßlichen Weise als Refrain ein mehrfaches, freundliches “Fuck 'Em All“ geboten, wie es das in Super Powers Enable Me To Blend In With Machinery?

Fürs finale, leicht irish-folkige The Great American Going Out Of Business Sale gastiert Will Hoge. Auch das ein verzaubernder Titel, der seine Punk-Wurzeln nur in den Lyrics offenbart.

 

Beim zweiten Silberling, “Patty“, verneigt sich Dave Hause vor der Songwriterin Patty Griffin. Das haben auf die ein oder andere Art auch schon Stars wie THE CHICKS (vormals DIXIE CHICKS) und Emmylou Harris getan, aber so richtig bekannt ist sie hierzulande nur bedingt. Interessanter Weise klingt Hause bei den Songs der Folk-orientierten Griffin rauer, als bei den Punk-Songs auf “Paddy“. Auch hier sei gleich gesagt: Gebt den Songs ein paar Durchläufe und die Möglichkeit sich zu entwickeln. Dann werden Kleinode daraus.

 

Schon Moon Song, fast nur zum perkussiven Rhythmus einer E-Gitarre gesungen bezaubert mit seiner einfachen Schönheit. Long Ride Home, von Pattys “1000 Kisses“ Album, pendelt zwischen Country a la Cash und Folk a la Paul Simon. Zum Charme des Songs, wie überhaupt aller Songs hier, trägt die klare, angenehme Stimme von Hause nicht wenig bei. Verstärkt wird dieser Effekt noch durch Brian Fallons (GASLIGHT ANTHEM) gesanglichen Beitrag.

 

Auch für Top Of The World gibt’s Unterstützung. Diesmal von Bartees Strange. Von der Machart wieder ähnlich wie der erste Song auf dieser CD, im Gegensatz zum Original allerdings mit etwas mehr Drive dahinter. Ich finde es sehr beeindruckend, wie Dave Hause, mit spartanischster Begleitung – Drums gibt’s nicht – diese Songs interpretiert und so faszinierend rüber bringt. Das spricht für die Qualität der Vorlagen, wie auch die des Interpreten. Dass in seiner Beschreibung, unter anderem, eine Vorliebe für Tom Petty und THE HOOTERS steht, wundert mich bei diesen Songs längst nicht mehr.

 

Wer Dave Hause gern mal rockiger erleben möchte, greift auf andere Alben von ihm zurück, bzw. findet im Netz leicht seinen Auftritt beim ROCKPALAST 2017. Den Namen sollte und wird man jedenfalls so schnell nicht mehr vergessen.

 

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