Dani Wilde

Heal My Blues

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.02.2008
Jahr: 2008

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Dani Wilde Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Heal My Blues, Ruf Records, 2008
Dani Wilde Vocals, Guitars
'Morg' Morgan Hammond/Schweineorgel, Piano
Will Wilde Harp
Mike Griot Bass
Denis Palatin Drums
Victor Bisetti Drums (Dimples)
Ian Parker Guitar (Come Undone, Bring Your Loving Home, I Want Your Loving)
Produziert von: Mike Griot & Thomas Ruf Länge: 39 Min 26 Sek Medium: CD
1. Bring Your Love Home7. In The Mood
2. Heal My Blues8. I'm Going Down
3. Come Undone9. Slow Coach
4. I Love You More Than I Hate Myself10. Little By Little
5. I Want Your Loving11. People Like You
6. Testify

Der Blues-Caravan rollt alljährlich durch unsere Lande und bringt uns neben etablierten Acts wie Sue Foley und Candye Kane auch immer wieder neue Künstler(innen) die RUF Records Chef Thomas Ruf aufgetrieben hat. Vermehrt handelt es sich dabei um Frauen, aber wer könnte es ihm verdenken und irgendjemand muss sich schließlich um die Damen kümmern....
Erja Lyytinen ist eine dieser jungen Damen, die er im Norden Europas aufgetrieben hat und jetzt hat er mit Dani Wilde doch schon wieder so eine blutjunge "Blues-Göre" angeschleppt, die beim 2008er Blues Caravan zu beeindrucken wusste.
Die Kleine kommt von der britischen Insel und für die Aufnahmen in Leipzig - ja, hört, hört! - stellte Thomas Ruf ihr eine Studioband zusammen, in der u. a. der versierte Keyboarder und Organist 'Morg' Morgan - aus Ian Parkers Band angehörte.
Auf dem Back-Cover kommt uns Dani stilecht mit Fender Telecaster und Tweed-Amp, also mit dem richtigen Blues-Werkzeug und ihr Handwerk beherrscht sie ganz offensichtlich hervorragend.
Viel Eigenständiges kommt dabei noch nicht hervor, aber wie viele können das in diesem Alter von sich sagen? Ein typisches bewährtes Blues-Lick leitet Bring Your Loving Home ein und Wildes Bruder Will Wilde an der Harp pumpt gleich ordentlich Power in diesen Song. Der pendelt dann zwischen leicht funkigen R&B und kleinen Gospel-Versatzstücken. Und diese Stimme! Richtig klasse! Erinnert mich stellenweise an Ana Popovic, aber fast noch besser. Denis Palatin, der auf diesem Album am Schlagzeug sitzt, kennen wir übrigens auch aus deren Band. Die krönenden Soli stammen von Morgans Orgel und Wildes Gitarre.

Der Titelsong folgt recht rhythmisch mit kerniger angezerrter Gitarre und wieder funky-tanzbar. Schiebt ungeheuer und treibt einem regelrecht zum Mitgrooven.
Ja, das kommt auf dieser Produktion richtig gut. Nix überfrachtet, aber trotzdem alles ungeheuer präsent und auf den Punkt gebracht. So geht's auch bei Come Undone zu, obwohl mir da das entscheidende Etwas fehlt. Na, die Stimme reißt's raus. Hat da gerade jemand 'Janis' gerufen?
Schön, der Frau Joplin hat so ein Slow-Blues wie I Love You More Than I Hate Myself auch immer gut gestanden, wobei dieses Teil mich mehr Richtung Zeps Baby, I'm Gonna Leave You drängt. Geil und mitreißend gesungen und sehr dynamisch zwischen ruhigen Passagen und fetzenden Harp-, Orgel- und Gitarrensoli gewechselt.
Geht's wieder mehr in den funky R&B, wie bei I Want Your Loving, steht die Frau Popovic wieder im Raum. Druckvoller, rockiger stampft es bei Testify und Frau Wilde läuft erneut zur Hochform auf. Angestachelt vom Antwort-Chor und - zweifellos - von der musikalischen Leistung der Band, wovon erneut die Harp- und Orgelsoli hervorzuheben sind. Und das äußerst solide Gitarrenspiel der Sängerin darf auch nicht vergessen werden.
Mit In The Mood wagt sie sich gar an einen John Lee Hooker Blues-Boogie. Da kann man eigentlich nur schlecht aussehen, aber, nur mit Gitarre und Harp gespielt, zieht sich Dani doch recht beachtlich aus der Affäre.

Zwei weitere Coverstücke finden sich noch. I'm Goind Down stammt im Original von ROSE ROYCE. Die etwas an I'd Rather Go Blind erinnernde stimmungsvolle Ballade wurde - laut Frau Wilde - in einem "Take" aufgenommen und sie fühlte sich dabei sehr inspiriert von 'Morg' Morgans Spiel auf dem Grand Piano. Kann man hier beim Hören nachvollziehen.
Mit Slow Coach werden wir in frühere Zeiten des Blues geführt, als sich dann Jazz und Vaudeville noch ganz selbstverständlich untermischten. Sehr schön hier das klimpernde Piano. Man glaubt wirklich kaum, dass sich die Musiker erst kurz vor den Aufnahmen kennen gelernt haben, so routiniert und trotzdem ambitioniert läuft das hier ab.
Little By Little - nein nicht das von den STONES, sondern von Junior Wells - ist die dritte Coverversion und gefällt mir mit seinem lockeren Drive mit am besten. Wiederum steht Will Wilde mit seinem "dreckigen" Harp-Spiel im Vordergrund und seine Schwester muss sich da schon ins Zeug legen, um mithalten zu können.
Den letzten Song bestreitet Dani Wilde ganz allein an der akustischen Gitarre und liefert - nicht zuletzt durch ihre tolle Stimme - mit dem balladesken People Like You nicht nur einen perfekten Abschluss, sondern einen der Höhepunkte dieses tollen Debütalbums.
Von der Frau werden wir noch hören, da könnt ihr euch sicher sein.

Epi Schmidt, 07.02.2008

 

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