Carly Jamison

Everything Happens For A Reason

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 21.05.2011
Jahr: 2010
Stil: Country Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Carly Jamison
Everything Happens For A Reason, Desktop Recordings, 2010
Carly JamisonVocals, Guitar
Dan BairdGuitar
Keith BrogdonDrums
Tres SasserBass, Background Vocals
David HenryStrings
Olivia Mack, Joslyn Ford-KeelBackground Vocals
Produziert von: Tres Sasser Länge: 36 Min 47 Sek Medium: CD
01. Bring It On06. Self-Consumed
02. Doubt07. Look Where It's Coming From
03. Ask Me If I Give A Shit08. No Control Anymore
04. The One With You09. This Big Old Bottle
05. The Hills Of Jericho10. Dreaming

In ihrer eigenen "personal radio station", die immer in ihrem Kopf spielt, hört Carly Jamison die meiste Zeit Songs von den ROLLING STONES, auch von Billy Joel, auch einiges an Country und Artverwandtem und irgendwie scheint sich immer der richtige Song für die richtige Gelegenheit zu finden. Zwischen all diese Songs schleichen sich aber hin und wieder auch Ideen für eigene Kompositionen und mit "Everything Happens For A Reason" legt die junge Dame nun das Ergebnis ihrer Gedankenspiele vor. Ob das nötig ist, sollte man sich hüten zu fragen, denn es könnte einem passieren, dass sie einem ein Ask Me If I Give Shit an den Kopf wirft. Da wird nicht lange gefackelt und so wurden auch die Aufnahmen für dieses Album an zwei Tagen durchgepeitscht. Ein paar Schönheitsreparaturen folgten anschließend.
Für elektrische Gitarrenarbeit stand kein Geringerer als Dan Baird im Studio, und da ahnt man gleichfalls, dass es nicht so zimperlich zugegangen sein kann. Nichtsdestotrotz hält sich unser Guitarslinger hier etwas mehr im Hintergrund und für die Produktion zeichnet auch nicht er, sondern Tres Sasser verantwortlich. Neben den Beiden standen noch ein paar hochkarätige Musiker, aber die Szenerie beherrscht in erster Linie Carly Jamison.

Und wie hört sich dass dann an? Das geht - wir sind hier in Nashville - oft in die Country Richtung, aber meist mit zusätzlicher Härte, sodass mindestens von Country Rock gesprochen werden muss. Und wie gehabt, nimmt die Lady mit der erstaunlich reifen Stimme, keine Blatt vor den Mund. So heißt es in dem zünftig rockenden Bring It On: "If you wanna fight, just start with me tonight!". Also aufgepasst, Damen und Herren.
Das geht schon ganz gut ins Ohr und man schaukelt umgehend mit Und das geht auch gleich noch besser zu dem vibrierenden Country-Swamp-Rock von Doubt. Das könnte man sich auch bestens im Repertoire von John Fogerty oder seinen CCR-Kollegen vorstellen.
Bereits erwähntes Ask Me If I Give A Shit hat dann herrlichen Country-Hip-Drive im Stile der Texas Boys wie Doug Sahm, bzw. wie das gerne die BOTTLE ROCKETS zelebrieren. Auch bei denen könnte ich mir die Nummer gut vorstellen - in jeder Hinsicht.
Natürlich hat auch dieses Girl eine zartere Seite und die entsprechenden Gefühle und auch wenn The One With You nicht die sanfteste Liebeserklärung ist, so geht einem die Melodie doch gut runter und ist geeignet, das Herz von jedem Cowboy zu erweichen. Hier wird Dan Baird an der Lead-Gitarre mal deutlicher und während seines Solos blitzen immer mehr Ähnlichkeiten zu seinem All Over But The Crying hindurch. Macht Spaß.

Am meisten Spaß macht allerdings The Hills Of Jericho, denn diese Midtempo-Ballade ist ein Song von der Machart, dass man meint, ihn schon immer gekannt zu haben und schon immer in diesen ansteckenden Refrain mit eingefallen zu sein. Ein absoluter Hit-Song und sowohl Anspieltipp wie Radiofavorit. Da brauchen manche Künstler Jahre, bis ihnen so ein Streich gelingt.
Am stärksten nach Country "riecht" es, bei dem süffig-balladesken Self-Consumed, welches mit seiner leicht schrägen Lead-Gitarre nach spät in der Nacht und erneut sehr nach BOTTLE ROCKETS klingt.
Dann wird aber wieder ordentlich gestampft, gerockt und gehämmert, mit Look Where It's Coming From. Das sollte ausreichen jeden Saloon oder Pub zum kollektiven Mitrocken zu bringen. Klingt wie eine Mischung aus 70's Glam und Spät-80er Country Rock und geht gut ab.
Bei No Control Anymore muss ich ein bisschen an Dave Edmunds denken. Hat jetzt nicht dessen "Monkey Beat", aber kommt doch sehr straight und bringt eine gute Kombination von Akustik- und E-Gitarre. Dürfte live richtig anmachen.
Zurück zu einem flotten Hillbilly-Stomp mit This Big Old Bottle und zum gepflegten und gehüpften Tanz über den Dancefloor. Twangt und rockt mit feinem Zwischenspurt.
Mit Dreaming verklingt das Album leicht - wie auch anders - verträumt und zeigt nochmals die "softere" Seite von Carly Jamison. Da kommen auch mal ein paar Streicher zum Einsatz, ohne dass der Song ins Schmalzige abgleiten würde. Hat eher was von einer schönen irischen Ballade.
Ein beachtliches Debütalbum legt die Sängerin hier vor und zeigt, dass da anscheinend noch einiges an Potenzial vorhanden ist. Da freu ich mich jetzt schon, ihren Weg noch weiter zu verfolgen und nehm sie gleich einmal in die Radiostation in meinem Kopf mit auf.

Epi Schmidt, 19.05.2011

 

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