Bugs Henderson

Stormy Love

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 26.11.2004
Jahr: 2004

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Bugs Henderson Homepage



Redakteur(e):

Epi Schmidt


Bugs Henderson
Stormy Love, Taxim Records, 2004
Bugs Henderson Guitar & Vocals
Keith Jones Bas
Linda Waring Drums
Kirby Kelley Slide Guitar
Tommy Young B3 & Piano
Doug Rhone Rhythm Guitar
Produziert von: Bugs Henderson Länge: 69 Min 23 Sek Medium: CD
1. Stormy Love8. (The Whole World) Sighs
2. Hold The Line9. The Vent - Refried
3. Shining Again10. The Train Song (Lover's Prayer)
4. Maid Of Sugar - Maid Of Spice11. Whish I Could Write Like Billy Joe
5. The Vent12. Shadow Of The Rose
6. Tom's Trip To Texas13. Audio Liner Notes
7. Woman On Fire

Wer ist nur dieser Bugs Henderson? Ich werd nicht schlau aus dem Kerl. Über die Jahre hinweg hab ich immer wieder positives über den gelesen, aber jedes Mal wenn ich in einem Plattenladen in eine Scheibe von ihm reingehört habe, stellte ich sie doch wieder ins Regal zurück. Ging irgendwie nicht an mich. Und jetzt probier ich's noch mal! Schließlich feierte Bugs dieses Jahr seinen 60. Geburtstag.
In Kalifornien geboren, lebt er seit Jahrzehnten in Texas und musikalisch passt er mit seinen Rock-, Jazz- und Blues-Einflüssen, sowie Elementen aus Country und Swing da auch bestens hin.

Als Opener des Albums ist Stormy Love ein verhältnismäßig ruhiger Song, allerdings mit einer superben Leadgitarre, deren Ton mich an eine Mischung aus Eric Clapton und George Harrison erinnert. Auch die ganze Struktur des Songs würde diesen beiden Herren entsprechen. Und das gilt auch für den zweiten Titel. Hold The Line ist ein Midtempo-Blues-Shuffle, wie man ihn von Herrn Clapton seit über 20 Jahren gern wieder mal hören würde, inkl. Slide-Guitar und Hammond B3. Klingt so in etwa, wie wenn Eric Dylan's Don't Think Twice... spielt. Macht richtig Spaß!
Dahinter gleich eine Ballade ist etwas ungewöhnlich/ungünstig, doch Shining Again weiß durchaus zu überzeugen. Der Gesang, irgendwo zwischen Joe Cocker und Bob Dylan, bekommt Unterstützung von einem Blues-Gospel Chor, was naturgemäß etwas an Kirche erinnert. Ja, es hat auch etwas ergreifendes und die Leadgitarre, wenn auch nur kurz, trägt in ihrem einfühlsamen Solo noch dazu bei.
Der Boogie hat uns aber gleich wieder mit Maid Of Sugar - Maid Of Spice. Wohl dosierte Orgeleinwürfe, eine raue Bluesstimme und eine angezerrte Gitarre, die keine Lichtgeschwindigkeitssoli, sondern schöne dreckige Licks kreiert - was braucht man mehr?
Okay, das eher in den Blues-Rock reichende The Vent kommt natürlich auch gut. Das pendelt zwischen Johnny Winter und TEN YEARS AFTER und ist ein erdiger Stampfer, der live mit Sicherheit für Begeisterungsstürme sorgen wird.

Wie ein gemächlicher Bummelzug schaukelt Tom's Trip To Texas daher, swingt locker in den Hüften, klingt wie eine ruhigere Version von Elvis' Mystery Train, und schafft es irgendwie mir jegliches Zeitgefühl zu entziehen. Fehlt fast nur noch so ein bisschen Bluegrass-Jodeln.
Naja, wir wollen's nicht übertreiben...
Woman On Fire kommt mir irgendwie bekannt vor, aber ein Blick ins Booklet belehrt mich eines besseren. Der Song ist von Bugs, schreit aber geradezu danach gecovert zu werden. Bumm-patsch stampft das Schlagzeug, ein paar Riffs und ein perfekter Rock'n'Roll-Text: "She looks good in purple, she looks good in pink, she looks good doing the dishes in the kitchen sink... make a blind man see, make a lame man dance.She´s a woman on fire..".
Klar kommt einem etliches bekannt vor: Das Riff im Mittelteil lehnt sich stark an Pretty Woman (Roy Orbison, nicht Julia Roberts!), aber was soll's? Spaß macht's!
Anschließend geht es einiges ruhiger zu: Sighs ist eine Piano-Ballade, die, ja, mich doch etwas an Wonderful Tonight erinnert. Muss an der Gitarre liegen...
Hoppla - der nächste Titel kommt mir jetzt aber wirklich bekannt vor! The Vent? Aah, vier Titel zuvor lief der schon mal! Diesmal kein Rock-Stomper, sondern als eine Art Jump-Swing-Blues, locker und cool gespielt, dafür mit einem schönen Wah-Wah-Solo.

So, der Pfarrer ruft zur Messe und die Orgel unterstützt Bugs gesprochene Ansage im Intro von The Train Song mit den entsprechenden Akkorden. Irgendwie erwartet man eine aufspringende Menge von Gläubigen, denen der Teufel, nach dem obligatorischen Break, in Form von Rock'n'Roll in die Glieder fährt und die dann richtig Gas geben. Es läuft dann eher gemäßigt ab, mit leichtem Funk-Soul Einschlag. Na ja, nicht so wie ich es erhoffte, aber diese Typen haben es wirklich drauf, so eine Geschichte dynamisch zu präsentieren, sodass man gerne zuhört - auch wenn ich das Gitarrenriff als "gestohlen" erkläre.

Durch nahezu alle Songtexte zieht sich ein gewisser Humor und wenn Bugs zu einem lockeren Western-Swing lamentiert "Why Can't I Write Like Billy Joe" wird's richtig lustig. Da hat er sich extra ein "Reim-Wörterbuch" gekauft, aber nachdem seine Lieblingsworte u.a. "ass" und "breast" sind, klingt es am Schluss immer nach Chuck Berry... Nur zu, Bugs.
Ein herrliches, jazziges Pedal-Steel-Solo umschmeichelt einen und dann geht's in den Dialog mit, natürlich: Billy Joe Shaver. Das Ganze gipfelt in der Aussage "We both had heart attacks, and we both keep coming back..." na dann.
Shadow Of The Rose fängt eher unspektakulär an, mit leicht funkiger Akustikgitarre, aber bald entpuppt sich ein prima Song heraus. Klingt, als hätte George Harrison eine Midtempo-Rock-Soul-Blues-Nummer für Joe Cocker geschrieben, auf der Eric Clapton (sorry, aber es klingt wirklich so) Soli wie zu While My Guitar Gently Weeps-Zeiten spielt und sich zwischendurch noch mit einer Orgel duelliert, die - das muss er doch sein! - von Jon Lord bearbeitet wird. Ehre wem Ehre gebührt: Klasse Job von Tommy Young!

Wer sich wieder mal eine Scheibe reinziehen will, wie sie E.C. in den 70ern und Anfang der 80er noch hingekriegt hat, der sollte Bugs Henderson eine Chance geben.
Zu den außergewöhnlichen Dingen auf dieser CD gehört auch der letzte "Song". In den Audio Liner Notes erzählt Bugs fast zehn Minuten zu jedem vorher gespielten Lied ein kurze Geschichte über dessen Entstehung oder Hintergrund. Dazu spielt er auf der Gitarre das zugehörige Thema zu den Songs, bedankt sich fürs Zuhören und sagt Bye-bye. Auch mal eine interessante Idee und ein passender Schluss für eine interessante Scheibe.

Epi Schmidt, 26.11.2004

 

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