Buddy Guy

The Blues Is Alive And Well

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 08.07.2018
Jahr: 2018
Stil: Blues
Spiellänge: 64:07
Produzent: Tom Hambridge

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Plattenfirma: RCA/Sony


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Keith Richards

Jeff Beck


Buddy Guy
The Blues Is Alive And Well, RCA Records/Sony Music, 2018
 
Buddy Guy Guitar, Vocals
Tom Hambridge Drums
Rob McNelley Rhythm Guitar
Kevin McKendree B3, Piano, Clavinet
Willie Weeks Bass
Jeff Beck Guitar on Cognac
Keith Richards Guitar on Cognac
The Muscle Shoal Horns Brass on The Blues Is Alive And Well, Old Fashioned and End Of The Line
Emil Justian Harmonica on Bad Day
James Bay Guitar and Vocals on Blue No More
Tommy MacDonald Bass on Blue No More
Regina McCrary, Ann McCrary, Rachel Hambridge Background Vocals on Whiskey For Sale
Mick Jagger Harmonica on You Did The Crime
     
01. A Few Good Years 09. Old Fashioned
02. Guilty As Charged 10. When My Day Comes
03. Cognac 11. Nine Below Zero
04. The Blues Is Alive And Well 12. Ooh Daddy
05. Bad Day 13. Somebody Up There
06. Blue No More 14. End Of The Line
07. Whiskey For Sale 15. Milking Muther For Ya
08. You Did The Crime  

Noch “ein paar gute Jahre“, auf viel mehr kann man nicht mehr hoffen, wenn man gerade 82 geworden ist, und mehr erbittet sich auch Buddy Guy nicht von dem Herrn da oben. Der Einstieg ist sein neues Album gerät einigermaßen gemächlich, gleichwohl spannend und von Buddys herrlichen Licks durchsetzt.
Wer hätte drei Jahre nach “Born To Play Guitar“ mit einem weiteren Album der Blues-Legende gerechnet? Und dazu noch in dieser Güte?
Und mit diesem Elan? Denn auch wenn man ihm (endlich) das Alter, auf den Bildern im Booklet, ansieht und ihn langsam der jugendliche Charme verlässt, geht es mit Guilty As Charged in bester Chicago-Boogie-Manier weiter. Klar, den Rhythmus bestimmt seine Band um Drummer/Produzent Tom Hambridge, aber stimmlich und vor allem an der Gitarre klingt Buddy Guy wie eh und je.Da lädt er sich auch gerne ein paar Freunde ins Studio ein bei einem gemütlichen Cognac setzt man sich ja auch gerne zusammen. Buddy serviert diesen persönlich, bevor er Jeff Beck und Keith Richards hinzu lädt. Erwartungsgemäß ist Beck für die expressiven, kreischenden Tropfen zuständige, während Keith hin und wieder in traditioneller Weise etwas nachgießt. Macht nicht nur Buddy gehörig Spaß.

Groovig, atmosphärisch, erzählt uns Buddy The Blues Is Alive And Well. Ja, das glaubt man ihm gern. Unterstützung liefern ihm hier die legendären “Muscle Shoals Horns“, die diesen Midtempo-R&B aufs Beste verzieren. Und auch von der Stimme des Bluesman darf man durchaus beeindruckt sein.
Auch wenn man mal einen Bad Day hat oder hatte, renkt sich alles mit kleinen Boogie-Stücken wieder ein (oder mit kleinen Bourbon, wenn man Humphrey Bogart fragt). Die Nummer klingt wie straight out of the 50‘s. Inklusive Blues-Harp von Emil Justian und knochentrockener Backing-Band. Klasse.
James Bay, Jahrgang 1990, ist sicher nicht jedem Blues-Fan ein Begriff, hat jedoch schon mit emotionalem Gesang und gefühlvollem Gitarrenspiel auf sich aufmerksam gemacht. Das scheint auch bis zu Buddy gedrungen zu sein, denn für Blue No More hat er ihn hinzu gebeten. Die jazzige Ballade transportiert sehr schön das Flair einer Late-Night-Bar und die beiden ergänzen sich da wirklich eindrucksvoll.
Ein Drum-Loop in der Musik von Buddy Guy? Keine Sorge, das merkt man kaum, aber es zeigt wie man auch mit über 80 noch neue Einflüsse verarbeiten kann. So klingt Whiskey For Sale denn auch wie moderner R&B, mit leichten Hip Hop- Ansätzen, und durch den Backgroundgesang von drei Damen soulhaltig. Dazwischen lässt Buddy seine Strat ordentlich aufheulen.

Wieder ruhiger, sozusagen als Midnight-Blues, kommt You Did The Crime daher. Wem die Blues-Harp bekannt vorkommt: Sir Mick Jagger himself spielt diese Harmonika. Kein Gesang vom STONES-Frontmann – nur Mundharmonika pur. Hat Stil und Klasse.
Neuen Schwung – wieder mit Bläser-Unterstützung – kommt mit Old Fashioned in die Angelegenheit. “You can call me old fashioned, but I really don‘t care“, singt Buddy, und das macht er auch mit seinem Gitarrenspiel deutlich, denn er wühlt ganz schön in den Saiten seiner Guild Starfire. Ja, bei jedem Song ist vermerkt, welche Gitarre(n) er gespielt hat.
Geschrieben hat diese Song fast alle Tom Hambridge, aber mit Nine Below Zero hat man doch einen alten Klassiker von Sonny Boy Williamson im Angebot. Klarer Fall, dass Buddy und Band hier besonders gut klingen.
Und beim flotten Boogie Oh Daddy kommt richtig Spaß auf. Hätte es Buddy Guy nicht schon lange vor CANNED HEAT oder ZZ TOP gegeben, könnte man mutmaßen, er hätte sich bei denen bedient. Und wieder Buddys typischer, schneidender Gitarrenton!
Das End Of The Line hat Buddy hoffentlich noch lange nicht erreicht, denn mit so einem Album macht er allen Blues-Liebhabern erneut eine große Freude. Nicht zuletzt mit dem puristischen Milking Muther For Ya, das er ganz allein mit seiner Gitarre zum Schluss spielt. Geht nur eine Minute lang, aber birgt einfach dieses Authentizität, wie man sie so nur von den großen alten Blues-Men geliefert bekommt. Der Blues und Buddy, mit diesem Album auf alle Fälle sehr “Alive And Well“. Möge er noch viele solch gute Jahre haben!

Epi Schmidt, 04.07.2018

 

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