Bruce Springsteen

Only The Strong Survive

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 11.11.2022
Jahr: 2022
Stil: Soul, R&B
Spiellänge: 50:34
Produzent: Ron Aniello with Bruce Springsteen

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Plattenfirma: Sony Music


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Aretha Franklin

Billy Idol

Titel
01. Only The Strong Survive
02. Soul Days
03. Nightshift
04. Do I Love You (Indeed I Do)
05. The Sun Ain't Gonna Shine Anymore
06. Turn Back The Hands Of Time
07. When She Was My Girl
08. Hey, Western Union Man
 
09. I Wish It Would Rain
10. Don't Play That Song
11. Any Other Way
12. I Forgot To Be Your Lover
13. 7 Rooms Of Gloom
14. What Becomes Of The Broken Hearted
15. Someday We'll Be Together
Musiker Instrument
Bruce Springsteen Lead Vocals, Guitar, Keyboards, Piano
Ron Aniello Drums, Bass, Percussion, Guitar, Vibes, Piano, Organ, Background Vocals
Suzie Tyrell, Lisa Lowell, Curtis King Jr., Michelle Moore,, Dennis Collins, Fonzi Thornton Background Vocals
Sam Moore Harmony & Second Vocals on 'Soul Days', Harmony Vocals on 'I Forgot To Be Your Lover'
E Street Horns:
Curt Ramm Trumpet
Barry Danielian Trumpet
Clark Gayton Trombone
Bill Holloman Tenor Saxophone
Ed Manion Baritone Saxophone
Tom Tinko Baritone Saxophone

Zuallererst muss man mal sagen: Der Mann hat Stil. Das Cover seines neuen Albums ist nicht optisch an die LP's der 60er Jahre angelegt, da gibt’s für die CD noch extra eine Innenhülle, das Booklet lässt sich zum Mini-Poster auseinander falten und überhaupt hat und atmet alles den Charme einer längst vergangenen Zeit. Eine Zeit, die den “Boss“ maßgeblich geprägt hat, und die er einer jüngeren Generation mit seiner neuen Scheibe näher bringen will. Nach dem Motto: Alte Besen kehren gut.

Wie sehr Springsteen, nicht nur von dem Flair, sondern auch vom Sound und dem ganzen Drumherum beeinflusst wurde, konnte man bei seinen Konzerten schon eh und je erleben, wenn sich der Sänger der Stilmittel aus Soul, R&B und Gospel bediente, um die Menge noch mehr anzustacheln. Der Unterschied zu einem Prediger war da oft nicht mehr groß. Dies alles im Hinterkopf, ist es gar nicht mehr so erschreckend, wenn man hört: Der Boss macht ein Soul-Album.

Und einen gewissen Respekt nötigt es auch ab, denn da tritt man mit einigen der besten Sänger überhaupt in Konkurrenz.

Schön, Elvis Presley, der sich an Only The Strong Survive auch mal versuchte, muss Bruce nicht fürchten und seinen Soulman hat er bekanntlich drauf, sodass hier schon mal ein ansprechender Einstieg gelingt. Sicherheitshalber wurde für Soul Days der grandiose Sam Moore verpflichtet, wodurch sozusagen das Duo Sam & Bruce entsteht. Wobei das Feuer hier überschaubar züngelt. Die beiden harmonieren aber gut.

Inspirierender finde ich aber die Interpretation von Nightshift. Das ist uns zwar für alle Zeiten in der Version der COMMODORES in die Gene geschrieben, aber was Bruce und seine Truppe da reinlegen, muss man wohlwollend abnicken.

Richtig Stimmung kommt aber dann bei Do I Love You (Indeed I Do) auf, wenn man fast den Eindruck gewinnt, die E Street Band würde den Frank Wilson-Song live pushen. Kleiner Wermutstropfen, dass die Spuren hier wohl alles einzeln eingespielt wurden. An die WALKER BROTHERS kann man aber so oder so nicht anstinken und ihr The Sun Ain't Gonna Shine Anymore besteht man auch nur, wenn man sich, wie hier, nahe am Original hält. Das ging einst Frankie Valli und später Cher auch nicht anders.

Ja, das ist immer noch R&B, aber in Titeln sie Turn Back The Hand Of Time kann man schon einiges raushören, was auch Springsteens eigenen Songs Verwendung fand. Auch beim Gesang fällt er da teilweise – wohltuend – in bekanntes Fahrwasser. So geballt auftretend, klingen dann manche Lieder auch ähnlich zueinander, zumal die Stilmittel ja gleich bleiben. Da kommen nicht so abgenudelte Songs, wie Hey, Western Union Man, besser weg. Zumal da halt immer ein gewisses Good-Time-Feeling mitswingt.

Dass Springsteen noch gut Stimme ist, darf man, wenn er so ein Projekt angeht, annehmen. Aber zu welchen Höhen er sich – zum Beispiel in I Wish It Would Rain – noch aufschwingen kann, beeindruckt doch ziemlich. Ebenso, wie die Live-Atmosphäre, die Don't Play That Song heraufbeschwört. Da wähnt man sich tatsächlich in einem großen Ballsaal beim abendlichen Sommer-Schwof. Mit Billy Idols 1986er Up-Beat Fassung von I Forgot To Be You Lover zu konkurrieren, das hat sich Bruce wohlweislich erspart. Ich ziehe Billys Version dieser langsamen Ballade vor.

Dafür läuft Bruce bei 7 Rooms Of Gloom wieder zu großer (Prediger-) Form auf und treibt den Song mit seinem rauen Gesang vor sich her. Hat guten Drive. What Becomes Of The Broken Hearted ist natürlich wieder so eine Gratwanderung, da der Evergreen wohl in jedem Ohr tief verankert ist. Ich sag mal: Mit all dem Breitwand-Charme kommt auch das gut. Das abschließende Someday We'll Be Together gefällt mir trotzdem besser. Wie mir dieses Album überhaupt besser gefällt, als ich erwartet hätte und wer eine kleine Entdeckungsreise machen möchte, woher der “Boss“ ein paar seiner Inspirationen hat, löst hiermit das richtige Ticket.

 

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