Bruce Springsteen

Bruce Springsteen

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Buch-Review

Reviewdatum: 25.10.2009
Jahr: 2009
Stil: Bildbiografie
Verlag: Edel/Rockbuch

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Bruce Springsteen
Bruce Springsteen, Edel/Rockbuch, 2009
von: Dave Marsh
ISBN: 978-3-941376-05-2
Umfang: 336 Seiten
Preis: 49,95 € zzgl. Versandkosten

Gerade bei einem Künstler wie Bruce Springsteen gibt es eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Veröffentlichungen. Da muss man nur mal in den einschlägigen Internetmagazinen stöbern. Oft genug ist da mehr Schatten als Licht dabei und die Möglichkeit allein mit einem berühmten Namen Kasse zu machen, haben schon Viele ausgenutzt. Zweifelhafte Videodokumentationen, "Bootlegs" von minderer Qualität, zusammengeschusterte Bücher... usw.
Zum 60. Geburtstag vom Boss, am 23. September, wurde die Schwemme nicht gerade weniger. Auf Nummer sicher geht man, wenn man sich daran hält, was der "Boss" selbst autorisiert hat und dazu gehört die vorliegende Bildbiografie "Bruce Springsteen". Schlicht und einfach "Bruce Springsteen". Keine Untertitel, kein "Aufreißer", nur der Name.
Das jener Name ausreicht so aussagekräftig ist, dafür haben seine Alben und Hits sicher gesorgt, aber in erster Linie waren es seine mitreißenden Konzerte - ob Solo oder mit Band - die den Mann zu einer Rock'n'Roll-Legende werden ließen.
Und genau darum geht es in diesem, wunderschön gemachten Werk: das Live-Phänomen Bruce Springsteen. Da wird aber nicht hochpsychologisch analysiert und mit dem Rechenschieber seziert, sondern da schreibt einer, und kommen Leute zu Wort, der es selbst erlebt hat. Selbst von der Magie der Konzerte erfasst wurde und sich die Oberschenkel wund getrommelt hat. Auch wenn er bei seinem ersten Springsteen-Konzert, 18.7.1973, noch wegen Bob Marley, Peter Tosh und Bunny Wailer anwesend war, so wurde Dave Marsh sehr schnell - nahezu gegen seinen Willen und gegebenenfalls auf kritisch - zum Springsteen-Jünger.

Reich bebildert und mit einer schönen "Zeitleiste" versehen, nimmt uns Marsh mit auf die Reise - sozusagen auf die "Thunder Road" - vom Sixties-Buben, der 1965 nachts an die Tür von Tex Vinyard klopfte, als es geregnet hat, wie Tex es ausdrückt "als würde eine Kuh die Klippen runterpissen". 5 Songs hatte er sich einfach über Nacht draufgeschafft und rockte die, "dass einem Hören und Sehen vergingen" (wieder Tex). Das Potenzial war also da.
Wie sich der vielleicht größte Rock-Performer der letzten Jahrzehnte daraus entwickelte verfolgt man hier. Und lernt dazu. Dass die, inzwischen heiß geliebten, minutenlangen Geschichten und "Ansprachen" Springsteens Anfangs dazu dienten, das wenige gute Songmaterial auf Konzertlänge zu strecken, haben wohl Wenige vermutet.
Je mehr man in diesem Buch schmökert, desto mehr bekommt man Lust den "Boss" (wieder) live zu sehen. Aber diese frühen Konzerte sind natürlich unwiederbringlich. Was gäben Manche dafür, dabei gewesen zu sein, als ein Springsteen-Klassiker wie Rosalita noch ein nahezu unscheinbarer Bestandteil in einem Medley mit Fun, Fun, Fun von den BEACH BOYS war.
Es reiht sich Erinnerungswürdigkeit an Besonderheit. Zur 88er "Tunnel Of Love"-Tour wurde erstmals das Outfit der E Street Band geändert! Wo vorher das Flair einer Zirkustruppe geweht hatte, wurden plötzlich Vorgaben von einem Kostümdesigner (!) gemacht.
Dass auch ein Bruce Springsteen hart für seine Bühnenpräsenz arbeiten muss - und musste - zeigst sich, wenn Marsh kurz den Auftritt bei Neil Youngs "Bridge School Concert", 1986, reflektiert, den er "als eines der am wenigsten gelungenen Konzerte" bezeichnet.

Es ist eine tolle Reise, die man hier unternimmt, bzw. begleitet. Zusammen mit Bruce auf "Wahlkampf-Tour" für John Kerry, den er in einer Rede so würdigt: "Wir hatten bereits einen Saxofonisten im Weißen Haus ... jetzt brauchen wir einen Gitarristen im Weißen Haus!". Das bezog er natürlich nicht auf sich selbst, sondern auf den Amateurgitarristen John Kerry. Hat ja leider nichts genützt.
Naturgemäß werden die Informationen über die späteren Touren etwas spärlicher. So hätte ich gern etwas mehr über die Tour zu den "Seeger Sessions" erfahren.
Das schmälert den Gesamteindruck aber in keinster Weise. Ob man - was leicht passieren kann - diese über 300 Seiten am Stück wegputzt, oder man sich immer nur mal einen Artikel zu Gemüte führt: Es macht einfach Spaß in diesem Buch zu blättern. Und wenn es nur ist, um sich die Bilder anzusehen, während man ein Springsteen-Album hört.
Ich kann es nicht anders sagen: für Springsteen-Fans ein Muss. Für Liebhaber von Rockmusik und deren Geschichte eine dicke Empfehlung.

Epi Schmidt, 25.10.2009

 

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