Brian Wilson

That Lucky Old Sun

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 13.09.2008
Jahr: 2008

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


That Lucky Old Sun, Capitol Records, 2008
Brian WilsonLead Vocals, Keyboards
Jeffrey FoskettBackground Vocals, Guitar, Ukelele
Darian SahanajaBackground Vocals, Keyboards, Bells
Scott BennettBackground Vocals, Keys, Vibes, Spanish Guitar
Paul Von MertensSaxes, Clarinet, Flute
Probyn GregoryBackground Vocals, Guitars, French Horn, Trumpet
Nick WaluskoBackground Vocals, Guitars
Nelson BraggBackground Vocals, Percussion
Taylor MillsBackground Vocals
Bob LizikBass
Todd SuchermanDrums
Produziert von: Brian Wilson Länge: 38 Min 09 Sek Medium: CD
01. That Lucky Old Sun10. California Role/That Lucky Old Sun (Reprise)
02. Morning Beat11. Between Pictures
03. Room With A View12. Oxygen To The Brain
04. Good Kind Of Love13. Can't Wait Too Long
05. Forever She'll Be My Surfer Girl14. Midnight's Another Day
06. Venice Beach15. That Lucky Old Sun (Reprise)
07. Live Let Live/That Lucky Old Sun (Reprise)16. Going Home
08. Mexican Girl17. Southern California
09. Cinco De Mayo

1988. 20 Jahre also, sind schon wieder vergangen, seit Brian Wilsons Solo Debütalbum erschien. Hatte eigentlich keiner mehr richtig mit gerechnet. Erst recht nicht, dass jener Brian Wilson 16 Jahre später mit SMiLE den sagenumwobenen "Pet Sounds"-Nachfolger doch noch realisieren und sogar live präsentieren könnte.
Und jetzt bringt der ewige Beach Boy mit "That Lucky Old Sun" wieder eine verdammt gute Scheibe heraus. Sein Leib- und Magen-Textschreiber Van Dyke Parks ist natürlich wieder mit an Bord und darf sich zwischen ein paar Songs auch mal verbal melden. Ansonsten finden sich hier auch wieder einige der Musiker, die schon an SMiLE beteiligt waren. Alle Beteiligten und alle Songs durchströmt natürlich der Geist jenes Mannes, den der All Music Guide schon als "greatest American composer of popular music in the rock era" gewürdigt hat.
Der titelgebende Eröffnungssong, ist der Einzige, der nicht aus der Feder des BEACH BOYS Mastermindes stammt, aber die Gesangsharmonien kommen schon gleich bekannt vor und mit dem folgenden Morning Beat sind wir auch beim richtigen Surf- ...ääh, ja, 'Beat' eben. Ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell einen die Musik in beste Stimmung versetzt und selbst bei größter Bewölkung die Sonne durchs Fenster scheint. Brians Stimme mag nicht mehr den jugendlichen Klang vergangener Zeiten haben, aber eine tolle, positive, Ausstrahlung hat sie nach wie vor. Und Stimmen und Harmonien sind es, die bei ihm im Vordergrund stehen. Die Instrumente liefern einen etwas untergeordneten Background.
Nahezu übergangslos strömen die Songs ineinander, wie die Wellen vor der kalifornischen Küste und schon wippt man freudig und singt schon den fröhlichen Refrain von Good Kind Of Love schon fast beim ersten Mal mit. Ja, das ist er: Der Sound der 60's ins 21. Jahrhundert transferiert.

Mit allem Brimborium und Streichern fühlt man sich hin und wieder wie mitten in einem Musical und so ist das wohl auch gedacht. Der Sunshine-Charakter steht immer an vorderster Stelle und wenn einer den größten Teil seines Lebens am Strand verbracht hat, drehen sich auch die Themen darum. "Summer, '61, a goddess became my song" - Forever She'll Be My Surfer Girl hat Brian seiner Frau Melinda gewidmet.
Zwischendurch taucht Parks wieder auf, um mit einer kurzen Erzählung eine Brücke zum nächsten Song zu bauen. Manchen mag das alles vielleicht etwas zuviel unbeschwerte Leichtigkeit sein. Gerade Mexican Girl (hat nix mit SMOKIE zu tun!) galoppiert zwar munter vor sich hin, und geizt weder mit Spanisch noch mit den typischen Trompeten, könnte aber streckenweise auch die Hintergrundmusik für einen Werbespot sein. Aber so ist das mit Brian nun mal und manch anderem Künstler geht's ja nicht viel anders. Paul McCartney etwa. Und klingt California Role nicht stark nach dessen Stil, wenn er sich musikalisch nach Vaudeville und Blaskappellen sehnt? Sind sich halt doch ähnlich, die beiden.
Mit Oxygen Right To The Brain wird wieder Gas gegeben und der Text erscheint ein weiteres Mal sehr autobiografisch: "I cried a million tears, I wasted a lot of years" und "I'm filling up my lungs again and breathing in life". Der Mann scheint im Aufwind zu sein!

Trotzdem darf etwas Melancholie nicht fehlen und die findet sich am besten in Midnight's Another Day, wie gehabt durchströmt, von den schönsten Stimmenverschachtelungen, die sich ein Mensch erträumen kann. So richtig in der Beach Boy Strömung ist er natürlich, wenn statt Orchestertönen Gitarren die Federführung übernehmen und es schon nahezu rockt, mit einigen richtig guten Riffs.
Am Schluss weiht uns Brian noch mal in seine Träume ein: "I had this dream, singing with my brothers, in harmony, supporting each other..." und ein letztes Mal durchströmen den Hörer diese "Good Vibrations", die dieser Mann anscheinend so mühelos kreieren kann.
Die Klasse von den genannten Meisterwerken erreicht "That Lucky Old Sun" vielleicht nicht ganz, aber in diesen kaum mehr als 38 Minuten steckt so viel tolle Musik drin, dass man sich problemlos für die Dauer dieser CD auf ein Surfbrett oder den Strand der Westcoast beamen kann.

Epi Schmidt, 13.09.2008

 

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