Brainstorm

Memorial Roots

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 25.10.2009
Jahr: 2009
Stil: Melodic Power Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Brainstorm
Memorial Roots, AFM Records, 2009
Andy B. FranckGesang
Torsten IhlenfeldGitarre
Milan LoncaricGitarre
Antonio IevaBass
Dieter BernertSchlagzeug
Produziert von: Brainstorm Länge: 54 Min 40 Sek Medium: CD
01. Forsake What I Believe07. Ahimsa
02. Shiver08. The Final Stages Of Decay
03. The Conjunction Of 7 Planets09. Victim
04. Cross The Line10. When No One Cares
05. Nailed Down Dreams11. Would You
06. Blood Still Stains

BRAINSTORM gehören zu den sträflich unterbewerteten Bands im Bereich des Heavy Metal, denn alles was sie tun ist hervorragende Alben aufzunehmen und sich auf den Bühnen der Welt den Allerwertesten abzuspielen. Und sollte es der Band um Andy B. Franck auch mit “Memorial Roots“ nicht gelingen, den weltweit ganz großen Durchbruch zu schaffen, dann steht Gott einfach nicht auf Heavy Metal.

Denn das neue BRAINSTORM-Werk strotzt gerade nur so von hervorragenden Songs, genialen Riffs, eingängigen Hooklines und Gänsehaut-Momenten. Der Band gelingt es auch dieses Mal wieder, noch einen auf das letzte bereits geniale Album “Downburst“ draufzusetzen.

Das Intro versetzt einen direkt ins Bilde des Covers: eine einsame Gegend, ein einsamer Reiter und ein geheimnisvoller Pfahl mit Schnitzereien im Vordergrund. Aber dann geht es nicht wie gewohnt mit einem Double-Bass-getriebenen Brecher los, sondern mit dem sehr atmosphärischen Forsake What I Believe. Eine mutige aber richtige Entscheidung, denn der Song ist einfach nur grandios gelungen, die langsame atmosphärische Strophe kontrastiert sehr gut mit der heavy Bridge und dem hymnischen Refrain. Einen solchen Song versucht Jon Schaffer schon seit Jahren wieder einmal für ICED EARTH zu schreiben, schafft es aber leider nicht. Daneben sind auch IRON MAIDEN- (Conjunction Of 7 Planets) oder aber SAVATAGE-Anleihen deutlich anzuhören, so zum Beispiel bei Blood Still Stains. Und Andy B. Franck unterstreicht einmal mehr seine Stellung als einer der besten Sänger im Business.

Anschließend kommt dann das treibende Stück, das viele Fans vielleicht zum Auftakt erwartet hätten. Und Shiver hätte auch einen guten Opener abgegeben, aber es passt auch hier genau richtig, denn mit dem anschließenden The Conjunction Of 7 Planets zelebrieren BRAINSTORM ein weiteres wechselhaftes Stück, das überwiegend im mittleren Tempo gehalten ist und mit Atmosphäre und Theatralik punktet. Es dürfte neben dem Opener sicher eines der Highlights der kommenden Tour sein.

Cross The Line kommt dann wieder straight daher und treibt mit den Double-Bass-Attacken ordentlich nach vorne, fällt aber im Hörgenuss gegenüber den ersten drei Stücken etwas ab, weil es einfach zu wenig Abwechslung bietet und der Refrain etwas zu vorhersehbar ist. Dennoch sehr ordentlich und viele andere Bands wäre froh, einen solchen Song im Repertoire zu haben. Das ist dann das Schicksal einer Band, die bereits etliche Metal-Hammer geschrieben hat. Unter einer ähnlichen Last leidet dann Nailed Down Dreams, das neben Forsake What I Believe und Conjunction Of 7 Planets zwar gefallen aber nicht mehr unbedingt begeistern kann.

Anders verhält sich das dann wiederum bei Blood Still Stains, dieser Song bleibt im Ohr hängen, wie sich Blutflecken in Kleidung festsetzen. Und das etwas merkwürdig betitelte Ahimsa kann dieses Niveau sogar noch steigern. Das Stück ist treibend und dennoch anmutig, aggressiv und zugleich einschmeichelnd. Eben typisch BRAINSTORM, typisch Heavy Metal, typisch großartig. Auf dieses Art und Weise untermauern die Schwaben ihre Stellung als Aushängeschild deutscher Stahlkultur.

Auch danach geht es exzellent weiter. The Final Stages Of Decay könnte jedes Heavy Metal-Meisterwerk noch zusätzlich veredeln, denn das Stück verbindet perfekt Härte und Eingängigkeit. Hier übertreffen sich BRAINSTORM einmal mehr selber und unterstreichen ihren Anspruch darauf, eine der besten deutschen Metal-Bands zu sein.

Dem kann Victim nicht ganz das Wasser reichen, weiß aber durch interessantes Riffing zu gefallen. Das Stück entwickelt dabei ein leichtes JUDAS PRIEST-Feeling, ohne aber musikalisch große Parallelen aufzuweisen. Typischen BRAINSTORM-Metal präsentiert die Band dann bei When No One Cares bevor Would You das Album sehr positiv beendet.

Das Niveau des Songwritings bewegt sich durchgängig auf sehr hohem Niveau mit einigen Ausreißern - nach oben wohlgemerkt. Auch die Produktion erfüllt höchste Ansprüche, alle Instrumente sind sehr ausgewogen abgemischt, weder die Gitarren noch der Gesang sind überdominant. Und die sparsam eingesetzten Keyboards fallen teilweise erst beim wiederholten Hören auf.

Mit "Memorial Roots" legen BRAINSTORM ein Album der absoluten Güteklasse vor, das in keinem Ernst zu nehmenden Metaller-Haushalt fehlen sollte. Von den Songs, über die Leistung der Musiker bis zum soundtechnischen Feinschliff gehört hier alles in die Kategorie internationales Top-Produkt. Das hier ist eine ganz klare und dringende Kauf-Empfehlung.

Marc Langels, 25.10.2009

 

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