Eric Burdon

Bochum, Zeche, 04.04.2006

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Reviewdatum: 04.04.2006

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Redakteur(e):

Jörg Litges (* 1965, ✝ 2015)


Bochum, Zeche, 04.04.2006

"Will you still need me, will you still feed me, when I'm sixty-four?"
Und ob, Eric, werden wir, keine Sorge, wenn Du weiterhin Leistungen wie diese gestrige ablieferst.

Eric Burdon Tatort, Dienstagabend, Zeche, Bochum. Altmeister Eric Burdon gibt sich die Ehre und nach dem letztwöchigen Adam Green-Konzert in Essen, nun schon das zweite ausverkaufte Haus innerhalb einer Woche. Und wie ausverkauft! Dichtes, dichtes Gedränge. Da wir (Kollege Jörg schoß mal wieder die schönen Fotos), bedingt durch einen ekelhaften Stau auf der A-40, mal wieder arg spät dran waren und zudem noch leichte Probleme mit unseren Gästelistenreservierungen aus dem Weg räumen mussten, kamen wir um Punkt 20:05 in die bereits proppevolle Zeche und hatten, klar, die Vorgruppe schon verpasst. Shit happens.

Eric Burdon Burdon hatte eine ganz ausgebuffte Band am Start, wobei der fingerflinke Gitarrist Eric McFadden neben Drummer Wally Ingram wohl der bekannteste ist. Beide Musiker stellen ihre Dienste u.a. auch dem STOCKHOLM SYNDROME zur Verfügung. Keyboarder Red Young, seines Zeichens ebenfalls 60's-Veteran, stand schon mit so illustren Leuten wie Sonny & Cher, Joan Armatrading, Dolly Parton, Linda Ronstadt und Stephen Bruton auf der Bühne und im Studio. Auch die langmähnige Bassistin Paula O'Rourke blickt auf reichlich Erfahrung (Eric McFadden Experience, George Clinton, Pat McDonald) zurück, obwohl ich sie, offen gestanden, bislang nicht kannte.

Eric Burdon Nun denn, eine ausgesprochen geballte Ladung Musikalität schickte sich an, den Großmeister des Blues-Shoutings sicher über die Bühne zu geleiten.
Eric Burdon verbrachte zwar einen Großteil des Gigs auf dem bereitgestellten Barhocker und schwang seine nicht unerhebliche Wampe unterm weißen T-Shirt nur sporadisch im Takt, was allerdings dem Energiefluß kaum Abbruch leistete. Burdon besitzt auch mit fast 65 noch genügend Feuer in seiner Stimme, um das erwartungsfreudige Publikum zu fesseln. Auf der Bühne verfällt er zwar gerne und häufig (mehr als auf Platte) in sein typisches Shouting (um nicht zu sagen 'gröhlen'), aber was wäre Burdon schon ohne sein Trademark?

Eric Burdon Don't let me be misunderstood eröffnete den Abend mit südländischem Temperament und etwas blechern klingender Nylon-String-Guitar von Eric McFadden und brachte die, größtenteils angegrauten, ca. 1.000 Zuschauer gleich auf Betriebstemperatur. Das funky Groove-Monster Kingsize Jones vom aktuellen Album "Soul Of A Man" folgte auf dem Fuß, gefolgt vom Titelsong des ebengenannten Albums. So deckte Mr. Burdon jeweils einzelne kleine Kapitelchen seiner Lebensgeschichte auf, ohne je zu langweilen. Die obligaten und letztlich auch freudig erwarteten Soli von Pianist/Organist Red Young und Saitenschwinger McFadden (zwischendrin geile Wah-Wah-Exkurse) liessen das Publikum staunen und jubeln, insbesondere beim Gassenhauer We've got to get out of this place oder auch beim Klassiker I put a spell on you, die trotz gewisser Abnutzungserscheinungen (weil tausendfach gehört) niemals in gähnendes Geplänkel verfielen. Zwischendurch erzählte Burdon mal ein paar kleine Dönekes aus alten ANIMALS-Tagen, aber im Großen und Ganzen gab's Blues, Soul und Rock pur, ohne großes Gelaber.

Eric Burdon Der Gig schloß, wie sollte es anders sein, mit House of the rising sun in einer ähnlich gelagerten Flamenco-Style-Version wie eingangs schon Misunderstood und rundete einen gelungenen Konzertabend mit einem frisch aufgepeppten Evergreen ab.
Während der Zugaben liessen die Musiker nochmals richtig die Sau raus, knallten den unwiderstehlichen WAR-Klassiker Spill the wine in Jam-Manier durch die vibrierende Halle und verabschiedeteten sich erschöpft mit einer Mitgröhl-Version des Johnny Cash-Markenzeichens Ring of fire.
Wahrlich nicht schlecht, Herrschaften, nicht schlecht. Sound gut, Stimmung prächtig, da kann man nur hoffen, dass Gevatter Eric Burdon nicht gar so schnell in Rente geht und sich weiterhin von so exquisiten Musikern verwöhnen lässt.

Frank Ipach, 05.04.2006

Bilder: Jörg Litges, 05.04.2006

 

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