Bob Marley

Pop Classics Nr. 3: Bob Marley - Das Sonderheft

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Buch-Review

Reviewdatum: 25.05.2021
Stil: Reggae
Autor: Verschiedene Autoren
Seitenzahl: 100
Preis: 9,90 EUR

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Verlag: Slam Media


Redakteur(e):

Epi Schmidt


Wenn ausgerechnet der Mannschaftskapitän bereits in der ersten Spielminute ein Eigentor schießt, dann wird’s unter Umständen schwierig, das in der restlichen Spielzeit wieder aufzuholen.

Übersetzung: Wenn der Chefredakteur (!) gleich auf Seite 3 eine Zeile aus einem Bob Marley-Song mit “Get up, stand up (stand up for your life)...“ zitiert, obwohl jeder halbwegs Interessierte weiß, dass es selbstverständlich “stand up for your right“ heißen muss, dann schwant einem ob der Richtlinienkompetenz schon nichts Gutes. So etwas kann im Allgemeinen nur mit einer geschlossenen und engagierten Mannschaftsleistung wieder ausgebügelt werden.

 

Gut, Bob Marley war – wie praktisch alle Rastas – ein großer Fußballfan und so würde er das wohl auch sportlich gesehen haben. 40 Jahre sind bereits verstrichen, seit er einem Krebsleiden erlag. Mit nur 36 Jahren war er bereits – und ist es bis heute – der Reggae-König schlechthin. Der SLAM-Verlag würdigt den Jamaikaner mit der Nr. 3 seiner “Pop Classics“. Die “Rock Classics“ haben uns unter anderem Sonderausgaben der Rolling Stones, Toten Hosen, Motörhead, Judas Priest und anderen beschert. Natürlich allesamt keine “Bücher“, aber auf 100 Seiten im A4-Format kriegt man in so einem Heft doch einiges unter.

So auch hier, wobei naturgemäß die Diskografie überschaubar ist, denn zwischen Bobs Debüt “Catch A Fire“ und dem finalen “Uprising“ vergingen keine zehn Jahre. Umso schöner, dass frühe Alben, wie das 1965er “The Wailing Wailers“ ebenso berücksichtigt wurden, wie das postume “Confrontation“. Die wichtigsten Informationen zu jedem Album sind auf jeweils einer Doppelseite zu finden.

 

Zudem gibt’s einiges zur Geschichte und zum Leben von Bob Marley. Besonders aufschlussreich finde ich die Interviews mit dem Boss seiner Plattenfirma Island Records, Chris Blackwell, dem Regisseur des Doku-Films “Marley“, Kevin McDonald, sowie mit den Kindern Ziggy und Damian. Schön wäre wohl auch noch ein Beitrag vom Sohn Stephen Marley gewesen, den insbesondere Chris Blackwell hoch einschätzt. Möglicherweise könnte es interessant sein, sich mit dem von Bob Marley inspirierten Musiker Patrice zu beschäftigen. Die Erinnerungen von Drummer Gunnar Riedel ergänzen die anderen Beiträge jedenfalls gut. Was mir nicht so gefällt, wenn in den Artikeln häufiger die Rede von “der dritten Welt“ ist, wenn es um Jamaika oder afrikanische Staaten geht. Solche Bezeichnungen, die wohl früher üblich waren, aber irgendwo auch immer einen Klassenunterschied suggerierten, sind eigentlich nicht mehr zeitgemäß.

 

Abgerundet wird das Heft, wie auch die “Rock Classics“, mit Auflistungen der wichtigsten Bücher und Filme, einer Auswahl von Memorabilia und einigen Gewinnspielen. Sehr schön auch das doppelseitige Poster. Insgesamt also eine schöne Würdigung des Reggae-Stars und eines außergewöhnlichen Menschen. Chris Blackwell fasst es vielleicht am besten zusammen, in seiner Antwort auf die Frage, warum es keinen gegeben hat, der in die Fußstapfen von Marley trat und dessen Werk fortsetzte: “Weil es immer nur einen geben kann. Ich meine, es existiert auch kein zweiter Bob Dylan. Und das gilt für die meisten Leute, die sich in den letzten 50 Jahren hervorgetan haben.“ Nachfolger und Imitatoren “stehen halt in zweiter Reihe und haben nie denselben Reiz wie das Original. Das ist einfach so.“

 

In diesem Sinne: Jah Rastafari!

 

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