Blue Öyster Cult

Heaven Forbid

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 17.04.2020
Jahr: 2020
Stil: Hard Rock
Spiellänge: 44:59
Produzent: Buck Dharma

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Plattenfirma: Frontiers Music

Promotion: cmm promotion


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Accept

Deep Purple

Fleetwood Mac

Axel Rudi Pell

Rainbow

Ritchie Blackmore

Steely Dan

Titel
01. See You In Black
02. Harvest Moon
03. Power Underneath Despair
04. X-Ray Eyes
05. Hammer Back
06. Damaged
 
07. Cold Gray Light Of Dawn
08. Real World
09. Live For Me
10. Still Burnin‘
11. In Thee
Musiker Instrument
Eric Bloom Gesang, Gitarre & Keyboards
Donald „Buck Dharma“ Roeser Gitarre, Keyboards & Gesang
Allen Lanier Gitarre & Keyboards
Danny Miranda Bass & Gesang
Chuck Bürgi Schlagzeug & Gesang
Bobby Rondinelli Schlagzeug (Live For Me)
Jon Rogers Bass / Gesang
Tony Perrino Keyboards
George Cintron Gesang

Die US-Rocker BLUE ÖYSTER CULT haben ja schon lange nichts „Neues“ mehr von sich hören lassen. Das vbislang jüngstes Album, “Curse Of The Hidden Mirror“, stammt aus dem Jahr 2001. Trotzdem ist die Band immer noch live aktiv, was vor allen Dingen an dem reich- und nachhaltigen Œuvre in den 70er und 80er Jahren liegt, das die BÖC-Fans auch heute immer noch gerne erleben wollen. Manchmal wir dabei das Material aus den 1990er Jahren etwas sträflich vernachlässigt – was vielleicht auch daran liegen mag, dass es sich dabei nur um zwei Studio-Alben handelt: “Cult Classic“ mit Neu-Einspielungen von Band-Klassikern von 1994 und “Heaven Forbid“ aus dem Jahr 1998. Nachdem erstere Scheibe vor kurzem neu aufgelegt wurde, ist nun auch letztere zu diesen Ehren gekommen.

Dabei ist offenbar das ja sonst so gerne vorgenommene Remastering der Scheibe verzichtet worden. Denn nirgends in den liner notes wird etwas davon erwähnt, noch unterscheidet sich der Klang hörbar vom Original. Warum auch? Die Produktionsmöglichkeiten waren Ende der 1990er Jahre ja nicht weit weg von dem, was heute gang und gäbe ist. Von daher richtet sich diese Wiederveröffentlichung also in erster Linie an all diejenigen, die das Album nicht bereits aus der damaligen Zeit in ihrer Sammlung haben – und sich nun fragen: brauche ich eine weitere BLUE ÖYSTER CULT-Scheibe?

Diese Antwort kann man, zumindest was “Heaven Forbid“ betrifft, nur mit einem deutlichen „Ja“ beantworten. Denn das Album bietet all das, was die Band schon immer ausgemacht hat: handwerklich sehr gut gemachte Rock-Musik mit viel Atmosphäre und einigen schlichtweg grandiosen Hooklines, die sich schnell und unwiederbringlich in den Gehörgängen festsetzen. Dabei beginnt das Werk für BÖC-Verhältnisse überraschend hart rockend mit dem fast schon metallisch-groovenden See You In Black. Anschließend kommt dann mit Harvest Moon (mit ganz viel Atmosphäre) und Power Underneath Despair (mit vielen Tempowechseln und erneut knalligem Riff) das typische „Aha“-Erlebnis. Das geht schon sehr in Richtung glorreicher Glanzzeiten Ende der 70er, als die Band auch die Radios stürmte und – zumindest in ihrer Heimat – zu den ganz Großen der Szene gehörte.

Anschließend wird es mir mit X-Ray Eyes ein wenig zu seicht, auch wenn die Numer über ein wunderbares Gitarren-Solo verfügt. Aber ich habe immer das Gefühl, dass die Band aus der Nummer hätte durchaus noch mehr herausholen können, zumal man auch lyrisch den Eindruck bekommt, dass den Komponisten Shirley und Roeser hier nicht viel mehr eingefallen ist als die Zeile „Do not envy the man with the X-Ray Eyes“. Hammer Back bringt dann zum Glück wieder mehr Hard Rock-Feeling – aber auch hier kann die Band nicht ganz zu 100 Prozent überzeugen (ich sage nur noch mal: zu viele Wiederholungen). Das gelingt dann zum Glück wieder beim folgenden Damaged. Nach ruhigem Start ein Up-Tempo-Knaller wieder in bester BÖC-Tradition mit feinen Hammond-Sounds im Hintergrund und einem nervös-treibenden Schlagzeug-Rhythmus. Definitiv ein weiterer Anspieltipp. Cold Gray Light Of Dawn hingegen bedient wieder die Fans der typischen BÖC-Atmosphäre. Dabei bietet der Song unterschwellig ein Metal-Feeling, wie man es stellenweise zum Beispiel bei ACCEPT immer wieder findet.

Anschließend überrascht die Band mit dem sehr funkigen Real World, das man in dieser Form (mit fließenden Übergängen in rockigere Momente und einem herrlichen Gitarren-Solo) vielleicht eher von FLEETWOOD MAC oder STEELY DAN erwartet hätte. Aus meiner Sicht eine wirklich gelungene Überraschung. Pray For Me wird über die singende und sehr prägende Gitarren-Melodie transportiert und schmeichelt sich so in die Ohren der Hörer. Für diese Nummer holte sich die Band extra Schlagzeuger Bobby Rondinelli (heute bei Axel Rudi Pell) ins Studio, der dabei für seinen Nachfolger bei RAINBOW, Chuck Bürgi, einspringt. Still Burnin‘ erinnert mit seinem fast schon Blackmore-mäßigen Riff ganz stark an DEEP PURPLE oder aber vom Gesang her eher eben RAINBOW. Das abschließende In Thee ist eine Live-Aufnahme des Klassikers vom 1979er Album “Mirrors“ und rundet diese Platte wunderbar und klassisch ab.

“Heaven Forbid“ gehört zu den starken Releases der Band-Geschichte und ist ein tolles „Alterswerk“. Es spricht gerade durch die enorme Bandbreite der darauf enthaltenen Stile auch eine breite Masse an Rock- und Metal-Fans auch heute noch an. Das Album ist prima komponiert, hat kaum Schwachpunkte und zeigt einmal mehr die außergewöhnliche songwriterischen Fähigkeiten der Band. Für die hervorragende Produktion, die jegliche Überlegungen über ein Remastering obsolet machte, war damals übrigens Gitarrist Donald „Buck Dharma“ Roeser verantwortlich. Also, wer dieses Album noch nicht besitzt, sich aber durchaus mit dem Sound der Formation anfreunden kann, der sollte diesem Spätwerk spätestens jetzt seine verdiente Chance geben.

 

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