Blackfield

Blackfield II

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.01.2007
Jahr: 2007

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Redakteur(e):

Ralf Stierlen


Blackfield
Blackfield II, Snapper Music, 2007
Aviv Geffen Vocals & Instruments
Steven Wilson Vocals & Instruments
Daniel Salomon Piano
Seffy Efrati Bass
Tomer Z Drums
Produziert von: Steven Wilson Länge: 42 Min 36 Sek Medium: CD
1. Once6. Epidemic
2. 1000 People7. My Gift Of Silence
3. Miss U8. Some Day
4. Christenings9. Where Is My Love?
5. This Killer10. End Of The World

Für manche Menschen scheint der Tag mehr als 24 Stunden zu haben. Steven Wilson ist definitiv so ein Fall. Neben seiner ureigenen Hauptbeschäftigung bei PORCUPINE TREE (die ja anfangs mal ein Soloprojekt waren) ist er noch für die eher in Pop- bzw. Ambientgefilden beheimateten NO-MAN und BASS COMMUNION aktiv und darüber hinaus ein vielgefragter Produzent (u.a. FISH, OPETH, PAATOS oder MARILLION). Dazu führt er noch das Minilabel Headphone Dust und unterhält eben auch seit einiger Zeit die Kollaboration mit dem israelischen Singer/Songwriter Aviv Geffen namens BLACKFIELD.

Der aufmerksame Hooked-On-Music-Leser konnte ja schon erkennen, dass es sich dabei nicht nur um ein kurzfristiges All-Star-Team (Geffen ist in seiner Heimat ein absoluter Superstar) für gerade mal eine Platte und eine Tournee handelt, sondern das Ganze auf richtig soliden Füssen steht. Und entsprechend liegt jetzt auch (mit einiger Verspätung, es sollte schon Mitte letzten Jahres erscheinen) das zweite Album von BLACKFIELD vor. Ein Album voller zartbitterer Melancholie, schlichter Eleganz und wehmütiger Schönheit, alles auf den Punkt gebracht im Popsongformat. Ein Progfan könnte etwas von "PORCUPINE TREE in der Lightversion" lästern, aber die Reduzierung auf das Wesentliche ist ja eben die Kunst. Es ist, so schwer es auch fällt, einfach falsch, PROCUPINE TREE und BLACKFIELD miteinander zu vergleichen, zu verschieden ist der Grundansatz, auch wenn sich naturgemäß viele Ingredienzen von PORCUPINE TREE in den Stücken wieder finden. Dabei ist der Sound der überwiegend balladesk gehaltenen Songs (klitzekleine Ausbrüche wie in Epidemic oder Where Is My Love? bestätigen nur die Regel) aufs Wundersamste ausgefedert und von geradezu ohrumschmeichelnder Wärme.

Insgesamt fehlt mir auf der Scheibe zwar eine Super-Ohrwurm der Marke Hello, das auf dem ersten BLACKFIELD-Opus vertreten war, aber dafür wirkt der zweite Streich in sich geschlossener, ausgeglichener und noch harmonischer. Selten ging die Welt so stilvoll zugrunde wie auf End Of The World. Ob das Ganze auch medial die verdiente Wertschätzung erlangen wird, vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin ist die Fanbase von PORCUPINE TREE stetig angewachsen und auch BLACKFIELD hatte zuletzt respektablen Zulauf, aber das Business ist ja gelegentlich etwas unberechenbar. Fest steht aber: Wenn man also auf edlen, melancholischen Art Pop steht, muss man die Suche nach der nahezu perfekten Scheibe nicht länger fortsetzen: hier ist sie.

Ralf Stierlen, 10.01.2007

 

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