Black Sabbath

Mob Rules [Deluxe Edition]

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 10.11.2022
Jahr: 2022
Stil: Heavy Metal
Spiellänge: 151:15
Produzent: Martin Birch

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Plattenfirma: BMG

Promotion: Netinfect


Redakteur(e):

Marc Langels


s. weitere Künstler zum Review:

Ronnie James Dio

Dio

Rick Derringer

Ozzy Osbourne

Titel
Disc 1 (Dauer: 73:01) :
01. Turn Up The Night
02. Voodoo
03. The Sign Of The Southern Cross
04. E5150
05. The Mob Rules
06. Country Girl
07. Slipping Away
08. Falling Off The Edge Of The World
09. Over And Over
Bonus Tracks:
10. The Mob Rules (Heavy Metal Soundtrack Version)
11. Die Young (Live B-Side)
12. The Mob Rules (New 2021 Mix)
Live At Hammersmith Odeon London 31. Dezember 1981 & 02. Januar 1982
13. Country Girl
14. Slipping Away
15. The Mob Rules
 
16. Voodoo
Live At Portland Memorial Coliseum 22. April 1982
17. Intro
18. Neon Knights
Disc 2 (Dauer: 78:14):
01. N.I.B.
02. Children Of The Sea
03. Voodoo
04. Black Sabbath
05. War Pigs
06. Drum Solo
07. Iron Man
08. The Mob Rules
09. Heaven And Hell
10. Guitar Solo
11. Sign Of The Southern Cross/Heaven And Hell (Reprise)
12. Paranoid
13. Children Of The Grave
Musiker Instrument
Ronnie James Dio Gesang
Tony Iommi Gitarre
Geezer Butler Bass
Vinny Appice Schlagzeug
Gastmusiker:
Geoff Nichols Keyboards

„If you listen to fools, the mob rules“ – kaum eine Textzeile beschreibt so treffend die Zeiten, in denen wir uns seit einigen Jahren wiederfinden. Nirgendwo wohl so stark wie in den USA, wo ein Präsident, der das Lügen zu seinem „modus operandi“ gemacht hatte dadurch eine ganze Nation in der Mitte spaltete. Anschließend Krisen und Kriege, die durch die Lügen von Narren verschärft oder ausgelöst wurden. Es gibt also kaum eine passendere Zeit, um das Album, das den Titel “Mob Rules“ trägt, erneut aufzulegen.

Entstanden ist es nämlich bereits zu Beginn der 1980er Jahre, als BLACK SABBATH sich mit ihrem neuen Frontmann Ronnie James Dio und dem epochalen “Heaven And Hell“-Album komplett neu erfunden hatten. Der neue Sänger brachte auch einen neuen Sound mit zu der Band, die mit Vorgänger Ozzy Osbourne überwiegend den erdigen Doom-Sound populär gemacht hatte, nun aber im klassischen Heavy Metal-Gewand daherkam. Und dieser Weg wurde eben auch auf diesem zweiten Album weiter beschritten.

Zunächst galt es jedoch, einen weiteren Rückschlag wegzustecken, denn Schlagzeuger Bill Ward hatte während der Tour zum Vorgänger das Handtuch geschmissen. Für ihn kam Vinny Appice in die Band, der zuvor bei dem amerikanischen Gitarristen Rick Derringer und in seiner eigenen Band AXIS aktiv war. In der neuen Besetzung ging es dann ins Record Plant Studio in Los Angeles, um die Arbeiten an “Mob Rules“ zu beginnen.

Foto Credit: Mark Weiss

Wie schon oben geschrieben, wurde der musikalische und klangliche Ansatz von “Heaven And Hell“ auch hier beibehalten. Turn Up The Night ist ein treibender Up-Tempo-Rocker ganz in der Tradition von Neon Knights, der den Hörer sofort in seinen Bann zieht. Dieser wird dem folgenden sehr eingängigen Mid-Tempo-Stück Voodoo nur noch intensiviert, das sich vom Gesang her so charmant in die Gehörgänge schlängelt und Tony Iommi ein fantastisches Solo ermöglicht.

War der Anfang des Albums schon mehr als gelungen, so folgte nun das, was BLACK SABBATH mit Dio besser machten als jemals zuvor oder auch in ihrer späteren Karriere: epische Hymnen für die metallische Ewigkeit kreieren. In diesem Fall ist es zunächst das absolut brillante und magische The Sign Of The Southern Cross. Es ist aus meiner Sicht der „heilige Gral“, an dem sich alle anderen epischen Metal-Bands seitdem messen lassen müssen und den bislang niemand mehr erreicht hat. Die Komposition mit ihren Wechseln zwischen ruhigen und harten Momenten, das elegante und doch so einfache Riff, der Raum für Atmosphäre und dazu dieser unnachahmliche, emotional packende Gesang machen es zu einem rundum perfekten Lied.

Abgerundet wird diese perfekte erste Seite der Platte (denn so habe ich diese Scheibe damals erstmals kennengelernt) von dem Titelsong The Mob Rules,der wie weiter oben beschrieben eben so voller Voraussicht war das Wesen des Menschen zu erkennen und vorauszusehen, wozu es führen kann. Das wird dann in einen treibenden Metal-Song gegossen. Denn genauso wie die Lyrics bringen auch die Musiker den Song in gerade mal etwas mehr als drei Minuten genau auf den Punkt.

Nach dieser rundum gelungenen A-Seite war irgendwie klar, dass BLACK SABBATH das Niveau auf der zweiten Seite kaum würden weiter so hoch halten können. Dagegen wirkt das folgende Country Girl – obwohl alles andere als ein schlechter Song - fast schon ein wenig zu brav und konventionell. Auch der Refrain des ansonsten starken Slipping Away wirkt etwas zu glamourös als dass er wirklich zu BLACK SABBATH passen würde. Zum Glück aber haben Dio, Iommi, Butler und Appice aber mit Falling Off The Edge Of The World noch einen weiteren Trumpf in der Hinterhand, der zu den Highlights nicht nur der Scheibe sondern des Schaffens dieser Band gehört. Das schleppende Over And Over bringt die Scheibe dann zu einem würdigen Abschluss und fordert zumindest sinnbildlich dazu auf, dieses Meisterwerk immer wieder und wieder zu genießen.

Diese Deluxe Edition hat, im Vergleich zu der bereits vor einigen Jahren aufgelegten Version, einen anderen Live-Auftritt der Band auf der zweiten CD im Angebot. Hörte man 2010 einen Gig aus dem Hammersmith Odeon in London, so gibt es nun das Konzert aus dem Portland Memorial Colisseum zu hören. Allerdings wurden die Lieder, die durch den Wechsel sonst gefehlt hätten und dies sind Country Girl, Slipping Away sowie Voodoo als Bonus-Stücke noch auf die erste CD gepackt worden. Zusammen mit der ebenfalls enthaltenen “Heavy Metal Soundtrack“-Version des Titelsongs, einem neuen Mix des Stücks sowie der Live-Version von Die Young, die als B-Seite auf der Single-Auskopplung enthalten war, ist das ein richtig fettes Paket, das hier auf zwei CDs gepackt wurde.

Und trotzdem bleibt da diese gewisse Enttäuschung, die ich auch schon bei “Heaven And Hell“ zum Ausdruck gebracht habe. Warum steht diesen absoluten Meisterwerken der BLACK SABBATH- und Metal-Historie nicht die selbe Behandlung zu, wie sie etwa “Technical Ecstasy“ zugestanden wurde? Denn beide Werke mit Dio überragen in der Bedeutung dieses Album um Längen und stehen auf Augenhöhe mit “Paranoid“, “Volume 4“ sowie “Sabotage“, die mit “Super Deluxe Editionen“ gewidmet wurden.

Mit “Mob Rules“ hatten BLACK SABBATH nach “Heaven And Hell“ direkt das zweite Klassiker-Album binnen nur zwei Jahren vorgelegt. Damit hatten sich die neu-aufgestellte Band wieder als primo inter pares in der Metal-Szene etabliert. Allerdings drohte schon das nächste Ungemach. Schon vor den Arbeiten an “Mob Rules“ hatte die Plattenfirma Dio einen Solo-Deal angeboten, was Iommi und Butler mitbekommen hatten. Das führte zu Misstrauen, dass dann bei der Produktion des folgenden Albums “Live Evil“ überkochte und zu einem Bruch zwischen Iommi/Butler auf der einen und Dio/Appice auf der anderen Seite führte, aus dem das US-Duo mit den nachfolgenden DIO-Alben deutlich erfolgreicher hervorkam. Aber auch hier galt damals: „If you listen to fools, the mob rules“.

 

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