Black Crowes

Cabin Fever

( English translation by Google Translation by Google )

DVD-Review

Reviewdatum: 08.12.2009
Jahr: 2009
Stil: Roots Rock, Americana

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Black Crowes
Cabin Fever, Silver Arrow, 2009
Chris RobinsonVocals, Guitar, Harmonica
Rich RobinsonGuitars, Sitar, Vocals
Steve GormanDrums, Percussion
Sven PipienBass, Vocals
Luther DickinsonGuitars, Mandolin
Adam MacDougallKeyboards, Vocals
Larry CampbellPedal Steel, Banjo, Fiddle
Joe MagistroPercussion
Produziert von: Paul Stacey Länge: 90 Min 00 Sek Medium: DVD
01. Aimless Peacock08. Little Lizzie Mae
02. Good Morning Captain09. What Is Home
03. Shady Grove10. Been A Long Time
04. Oh Sweet Nuthin'11. Shine Along
05. Garden State12. Shady Grove (Alternate Take)
06. Roll Old Jeremiah13. Dolphins
07. Appaloosa

Das ist mal 'ne DVD, die mir von vorne bis hinten richtig gut gefällt. Hier stimmt neben der Musik auch das Bild, sprich die filmische Umsetzung und die gesamte Atmosphäre, die die Band scheinbar auf ihrem vorläufigem Zenit zeigt.

Die alten Krähenbrüder, Chris und Rich Robinson, denen man immer wieder gerne interne Streitigkeiten nachsagte, haben sich nun offensichtlich zusammengerauft und nach der letztjährigen Platte "Warpaint" ihrer Albumgalerie noch ein weiteres Schmuckstück hinzugefügt. Das vor einigen Wochen erschienene Meisterwerk "Before the frost... until the freeze", das als Vinyl-Doppelalbum erschien und in der verkürzten CD-Ausgabe einen Download-Gratiscode bereithielt, um sich die restlichen Tracks auf Platte zu ziehen, besticht durch eine reife und abgekärte Musikalität der kompletten Band.

Die Krähen bewegen sich wie selbstverständlich innerhalb der Schnittmenge aus Rock, Country und Folk und zeigen sich inspiriert von ihren Helden The Band, Allman Brothers, Crosby Stills Nash & Young, Gram Parsons und dergleichen mehr. Die Jungs wissen nach 20 Jahren im Musikbusiness nur allzu gut, wie man seinen Vorbildern in stimmigen und traditionsbeladenen Songs Tribut zollt, ohne die eigenen, inzwischen sehr reifen Songwriterqualitäten schüchtern zu verwischen.
Die lieb gewonnenen Markenzeichen der Black Crowes, sprich zünftiger und harter Rock plus treibendem Boogie, werden hier natürlich einige alte Fans vermissen. Die Hinwendung zu feineren Songstrukturen, das knietiefe Waten im Roots-Sumpf der späten 60's und frühen 70's samt psychedelischer Auswüchse, mag manchen Fan irritieren, dürfte aber dem scheuklappenfreien Americana-Fan, der die einstige Dampfhammermetaltät der Crowes als zu grob einschätzte, ein überraschendes Aha-Erlebnis bescheren.

Die Jungs, die inzwischen alle die 40 überschritten haben, musizieren mit der Routine alter Hasen und der traumwandlerischen Spielfreude von jungen aufstrebenden und wissbegieriger Forschern. Der neue Gitarrist, Luther Dickinson z.B. (North Mississippi Allstars), lässt den alten Saitenschwinger Marc Ford so gut wie vergessen, spielt der gute Luther doch so geschmeidig und geschmackvoll, dass einem die Spucke weg bleibt. Nicht weniger beeindruckend das melodiöse Spiel des Bassisten Sven Pipien. Die Qualitäten der Robinson-Brüder und des Langzeit-Drummers Steve Gorman sind eh hinlänglich bekannt, wobei Oberkrähe Chris Robinson seinen Gesangsstil etwas moderater und abgeklärter, sprich weniger rotzig, gestaltet als in den alten Tagen. Eine weitere bereichernde Facette stellt die Hinzunahme eines illustren Gastartisten dar: Larry Campbell, der Multiinstrumentalist, den viele Musikinteressierte aus seiner Zeit bei Bob Dylan kennen dürften, steuert kongeniale Texturen auf der Pedal Steel, der Fiddle und dem Banjo hinzu.

Die "Cabin Fever" DVD, die man durchaus auch als "Making Of..." bezeichnen könnte, zeigt außer den Konzertausschnitten, die in Levon Helms (ehemals The Band) Woodstocker Tonstudio vor knapp 200 Fans live aufgezeichnet wurde, reichlich Backstage-Impressionen und Rehearsal-Eindrücke, sowie Erläuterungen der Bandmitglieder zu diesem wagemutigen und kühnen Projekt, das in seiner betörenden Reinheit und absolut gelungenen Ausführung, den Sympathiefaktor für die Black Crowes auf die höchste Stufe hebt. Ein ganz heißer Anwärter auf die Top Ten des Jahres 2009!

Frank Ipach, 07.12.2009

 

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