Billy Joel

Original Album Classics

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 06.11.2012
Jahr: 2012
Stil: Rock, Pop

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Billy Joel
Original Album Classics, Sony Music, 2012
Billy JoelVocals, Piano, Guitar, Akkordeon
Richard Bennett, Don Evans, Sal De Troia,Guitar ("Cold Spring Harbour")
Al Campbell, L.D. DixonKeyboards ("Cold Spring Harbour")
Rhys Clark, Michael McGee,Drums ("Cold Spring Harbour")
Emory Gordy, Larry KnechtelBass ("Cold Spring Harbour")
Dave Brown, Russel JavorsGuitar
Liberty De VittoDrums
Doug StegmeyerBass
Eddie DanielsClarinet, Saxophone
Kevin DukesGuitar ("Kohuept")
u.v.m.
Produziert von: Phil Ramone, Billy Joel, Brian Ruggles, Jim Boyer Länge: 229 Min 02 Sek Medium: CD
"Cold Spring Harbour":(1971)
01. She's Got A Way06. Turn Around
02. You Can Make Me Free07. You Look So Good To Me
03. Everybody Loves You Now08. Tomorrow Is Today
04. Why Judy Why09. Nocturne
05. Falling Of The Rain10. Got To Begin Again
"Glass Houses":(1980)
01. You May Be Right06. I Don't Want To Be Alone
02. Sometimes A Fantasy07. Sleeping With The Television On
03. Don't Ask Me Why08. C'Etait Tou (You Were The One)
04. It's Still Rock And Roll To Me09. Close To The Borderline
05. All For Leyna10. Through The Long Night
"Songs In The Attic":(1981)
01. Miami 2017 (Seen The Lights Go Out On Broadway)07. Say Goodbye To Hollywood
02. Summer, Highland Falls08. Captain Jack
03. Streetlife Serenade09. You're My Home
04. Los Angelenos10. The Ballad Of Billy The Kid
05. She's Got A Way11. I've Loved These Days
06. Everybody Loves You Now
"The Nylon Curtain":(1982)
01. Allentown06. A Room Of Our Own
02. Laura07. Surprises
03. Pressure08. Scandinavian Skies
04. Goodnight Saigon09. Where's The Orchestra
05. She's Right On Time
"Kohuept":(1987)
01. Odoya09. Allentown
02. Prelude / Angry Young Man10. A Matter Of Trust
03. Honesty11. Only The Good Die Young
04. Goodnight Saigon12. Sometimes A Fantasy
05. Stiletto13. Uptown Girl
06. Big Man On Mulberry Street14. Big Shot
07. Baby Grand15. Back In The U.S.S.R.
08. An Innocent Man16. The Times They Are A-Changin'

Von Billy Joel gibt's ja mittlerweile unzählbare Zusammenstellungen, Best Of- und Greatest Hits-Scheiben, sodass man mit den bekannten Songs von ihm schon nahezu überfüttert ist. Seine Hits laufen - glücklicherweise - auch heute noch im Radio und sind oft mit das Beste, was man da zu hören kriegt. Trotzdem ist bei so viel Künstlersubstanz klar, dass sich sein hörenswertes Schaffen nicht auf ein beachtliche Anzahl von Hits reduziert, sondern dass seine Alben gleichsam erstrebenswert sind. Ja, wie oft bei großen Musikern, manchmal entfalten sich Songs erst richtig, wenn sie ihm Kontext der zugehörigen LP, bzw. CD gehört werden.
In der "Original Album Classics"-Reihe findet sich nun auch eine 5 Alben umfassende Billy Joel Box. Warum die mit dem Solodebüt "Cold Spring Harbour" - von 1971 - beginnt, aber dann einen Sprung in die 80er Jahre macht, muss man nicht verstehen, dass nehmen wir einfach so hin und harren der weiteren Dinge.

Tatsache ist, dass jenes Debüt, namens "Cold Spring Harbour", des noch mit Oberlippenbart versehenen, Billy Joel bereits vor Qualitäten und hochklassiger Songs strotzt. Bereits die Solo-Piano-Nummer She's Got A Way berührt den Hörer und zieht ihn unweigerlich in den Bann dieses Musikers. Wie der erste Song, so blieb auch der Piano-Sturm Everybody Loves You Now ein langjähriger Konzertfavorit. Wer würde sich davon nicht mitreißen lassen?
Dass der Piano Man nicht nur von den Schwarz-Weißen Tasten abhängig war, sondern auch zur Gitarrenbegleitung glänzen konnte, zeigt sich in Songs wie Why Judy Why. Dabei wird auch in diesem Erstling, dass Joel sowohl eine einfühlsame, für Balladen wie geschaffene Stimme, hat, als auch durchaus den Rock'n'Roller geben konnte.

Das wird mit dem Scheppern, mit dem "Glass Houses" beginnt, und dem Song You May Be Right allerdings erst richtig klar. Wir sprechen mittlerweile vom Jahr 1980 und die Musikszene hatte - besonders an der amerikanischen Ostküste - diverse Wandlungen vollzogen. Gemeinhin wird dieses Album als Billys Antwort auf die Punk-Welle gesehen. Deswegen wird jetzt hier nicht Pogo getanzt, aber die härter Schiene ist deutlich. Die Gitarren treten mehr in den Vordergrund, das Piano hämmert mehr und Bass und Schlagzeug machen Dampf. Das ist so in Sometimes A Fantasy, welches auch das begonnene 80er Jahrzehnt schon widerspiegelt und natürlich - und hier besonders im Text - bei It's Still Rock And Roll To Me.
Nichtsdestotrotz finden sich auch hier die schmissigen, typischen Midtempo-Joel-Hits, wie das an Paul McCartney erinnernde Don't Ask Me Why. Das Piano-Intro von All For Leyna könnten BON JOVI fast direkt für Runaway übernommen haben. Wer weiß?
Sleeping With The Television, das war vielleicht damals etwas Besonderes, heute macht das jeder, oder? Auch Close To The Borderline stellt die E-Gitarren in den Vordergrund, bevor das melancholische Through The Lonely Night das Album doch eher nachdenklich beendet. Na, jedenfalls war "Glass Houses" - nach "The Stranger" und "52nd Street" - der dritte Mega-Erfolg am Stück und so war das Live-Album "Songs In The Attic" die logische Fortsetzung.

Liegt es am wenig spektakulären Cover, oder war die Zeit nicht reif? Zumindest hierzulande war das Album nicht der Riesenerfolg, der es hätte sein müssen. Tatsächlich gehört "Songs In The Attic" zu den mitreißendsten Live-Alben überhaupt und offenbart, vom fantastischen Miami 2017 bis zu I Loved These Days, die Entertainer-Qualitäten des Sängers/Pianisten ein ums andere Mal.
Everybody Loves You Now war auf dem Debüt schon ein toller Song, aber wie Joel ihn hier nochmal mit einer vielfachen Dosis Energie versieht, lässt keinen Hörer kalt. Wenn das Album überhaupt einen Schwachpunkt hat, dann den, dass ein paar der Hits aus den Vorgänger-Studioalben fehlen.
Aber solange Say Goodbye To Hollywood, She's Got A Way (auch der Song hat über die Jahre gewonnen) und der herrliche Saloon-Schunkler/Pop-Rocker The Ballad Of Billy The Kid laufen, fehlt einem zunächst einmal nichts.

Fast gespenstisch mutet es an, wenn jemand gleich darauf wieder ein absolutes Top-Album abliefern kann. "The Nylon Curtain" legt mit dem baldigen Evergreen Allentown los und zeigt bereits hier, dass Joel erstens weiterhin Hits am Fließband schreiben konnte und zweitens sich inzwischen mit ernsteren Themen, von in die Jahre gekommenen Ostküstenbewohnern zu beschäftigen hatte.
Laura klingt verdammt nahe an John Lennon, wie man überhaupt die Einflüsse der BEATLES oft in der Musik des New Yorkers hört. Pressure zeigt noch einmal seine Wandlungsfähigkeit zwischen eingängig und hart rockend. Goodnight Saigon dürfte nicht nur in den Staaten manches Nackenhaar zum Aufstehen gebracht haben. Sehr detailliert geht Joel hier auf den Vietnamkrieg ein und manche Träne dürfte - auch heute noch - zu diesem Song verdrückt worden sein. Ein großer Song.
Aber es finden sich, zum Glück, auch partytauglichere Songs, wie A Room Of Our Own auf diesem Album, welches ebenfalls zu den besten Pop-Rock Alben gezählt werden muss und für Billy Joel-Interessierte unverzichtbar ist.

Dass man dann zwei Studioalben überspringt und gleich ein zweites Live-Album hier mit reinpackt, das kann man jetzt auch wieder so und so sehen, aber auf jeden Fall ist "Kohuept" (manche schreiben "Kontsert") ein weiteres wichtiges Werk und für mich das Billy Joel Live-Album schlechthin. Hier sind alle Hits versammelt, die Band und ihr Anführer agieren - ob der Tatsache, dass man in Russland spielt und aufnimmt? - auf absolutem Topniveau und die Stimmung ist so anmachend, als wäre man selbst mit im Konzert.
Das war damals, wie sprechen von 1987, beileibe nicht üblich, dass amerikanische Künstler in der Sowjetunion auftraten. Ob die Anwesenden alle Texte in den Songs verstanden (die Ansagen wurden von einem Russen direkt übersetzt), darf bezweifelt werden, aber vielleicht spricht gerade das für Billy Joels Musik, dass sie Stimmungen und Gefühle so grandios transportiert, unabhängig davon, ob man jedes Wort versteht oder nicht. Honesty berührt auch ohne Englischkenntnisse, der Big Band Sound von Big Man On Mulberry Street verleitet auch so zum Mitschwofen, A Matter Of Trust - beide Songs vom vorherigen Studioalbum "The Bridge" - rockt hart und Only The Good Die Young kam wohl selten besser als auf dieser Aufnahme.
Meine Doppel-LP musst ich noch mehrmals umdrehen/wechseln, um in den vollen Genuss dieses Konzertes zu kommen. Das entfällt bei der CD zum Glück, sodass man hier fast 73 Minuten allerbeste Unterhaltung hat.
Das Album bekommt die Krone mit den Coverversionen Back In The U.S.S.R. (BEATLES) und The Times They Are A-Changing (Bob Dylan) aufgesetzt.
Bonustracks sind auf keiner dieser Alben zu finden, aber auch so gehören sie praktisch in jeden gut sortierten Pop-/Rock-Haushalt und sind in dieser Form günstig zu bekommen. Eine Fortsetzung könnte ich mir da gut vorstellen.

Epi Schmidt, 03.11.2012

 

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