Beyond The Bridge

The Old Man And The Spirit

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.01.2012
Jahr: 2012
Stil: Progressive Metal

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Redakteur(e):

Marc Langels


Beyond The Bridge
The Old Man And The Spirit, Frontiers Records, 2012
Herbie LanghansGesang
Dilenya MarGesang
Peter Degenfeld-SchonburgGitarre
Christopher TarnowKeyboards
Dominik StotzemBass
Fabian MaierSchlagzeug
Simon OberenderGitarre & Keyboards
Produziert von: Peter Degenfeld-Schonburg & BEYOND THE BRIDGE Länge: 68 Min 01 Sek Medium: CD
01. The Call07. Doorway To Salvation
02. The Apparition08. The Struggle
03. Triumph Or Irreality09. The Difference Is Human
04. The Spring Of It All10. Where The Earth And Sky Meet
05. World Of Wonders11. All A Man Can Do
06. The Primal Demand

Das Jahr 2012 fängt ja schon mal gut an, so rein aus progressiv-musikalischer Sicht. Aus einer vollkommen unerwarteten Ecke (immerhin sind Frontiers Records eher für ihre Veröffentlichungen in den Bereichen AOR, Melodic Metal oder auch mal Heavy Metal bekannt) kommt die Debüt-Scheibe einer bisher unbekannten deutschen Gruppe. Wobei Gruppe zu viel gesagt wäre, denn bei BEYOND THE BRIDGE handelt es sich eigentlich um das Projekt von Gitarrist Peter Degenfeld-Schonburg, der rund fünf Jahre überwiegend zusammen mit Keyboarder Christopher Tarnow an dem Material arbeitete, das er nun unter dem Titel “The Old Man And The Spirit“ veröffentlicht.

Bei dem Album handelt es sich wenig überraschend um ein Konzept-Werk. “The Old Man And The Spirit“ handelt von der Gegensätzlichkeit von menschlicher Sinnlichkeit und übermenschlicher Erkenntnis. Diese beiden Pole werden versinnbildlicht von dem alten Mann, der die Gefühle der Menschen und all ihre Wahrnehmungen, all ihre Höhen und Tiefen kennt und dem Geist, der über das Wissen und die Weisheit verfügt, dem aber die Gefühle und Empfindungen fremd sind. Mit zunehmenden Alter sucht der Mann jedoch nach größerer Erkenntnis, den Sinn des Lebens. Bei dieser Suche bietet ihm der Geist seine Hilfe an, im Gegenzug für die Emotionen und Empfindungen des alten Mannes. Diese sind jedoch untrennbar mit seinen Erinnerungen verbunden, auf die er dann verzichten müsste – ein hoher Preis, vielleicht zu hoch?

Angesichts dieser wirklich philosophisch-komplexen Geschichte fällt auch die Musik dementsprechend fordernd aus. BEYOND THE BRIDGE bieten progressiven Metal der mittleren DREAM THEATER- oder SYMPHONY X-Härtegrade. Dabei wird die Musik überwiegend von der Gitarre dominiert, die den Keyboards aber genügend Platz zur Entfaltung und vor allen Dingen auch für eigene Akzente lässt. Bass und Schlagzeug legen dazu den passenden Rhythmus-Teppich, auf dem sich die Kompositionen entwickeln und bewegen.

Getragen wird das Album aber von den beiden Stimmen: Herbie Langhans und Dilenya Mar. Sie liefern sowohl einzeln als auch im Duett eine absolut überzeugende Leistung ab und scheinen sich gerade in den gemeinsamen Stücken gegenseitig zu Höchstleistungen anzuspornen. Dabei ist Dilenya Mar zum Glück keine glockenhelle Sopranistin à la Simone Simons (EPICA) oder Tarja Turunen (früher NIGHTWISH) sondern wirkt in ihrem Gesang kraftvoll-bodenständig und doch eben auch ein bisschen entrückt, wie es eine Allwissende eben wäre. Langhans klingt sicherlich ganz und gar nicht wie ein alter Mann, aber er gleicht dieses - rein von der Story her gesehene - "Manko" aber mit jeder Menge Power und Leidenschaft aus.

“The Old Man And The Spirit“ kann man einfach nicht nebenbei hören. Das würde der Musik, den Kompositionen und den Musikern und Sängern auch gar nicht gerecht. BEYOND THE BRIDGE schaffen ein Gesamt-Kunstwerk, das dem Zuhörer nur dann wirklich etwas geben kann, wenn er bereit ist, sich auf das Gebotene einzulassen. Bei mir bewirkt das immer den Griff zu den Kopfhörern, um nicht von anderen Eindrücken oder dem Klingeln des Handys abgelenkt zu werden. Sonst wird es schwer der Story, den Melodien und Stimmungen zu folgen. Wer aber dazu bereit ist, der wird mit großartigen musikalischen Momenten und zum Teil einfach nur grandiosen Melodien belohnt.

Wie bereits eingangs erwähnt, das Jahr ist zwar noch jung, aber das sollte die Progressive-Gemeinde nicht davon abhalten, dieses Album auch am Ende des Jahres auf dem Zettel zu haben, wenn es um den besten Neuling und das beste Album des Jahres geht. Ja, auch in dieser Königskategorie zählen die Sieben zu den heißesten Anwärtern. Sind BEYOND THE BRIDGE wirklich so gut? Ja, das sind sie und “The Old Man And The Spirit“ gehört zu den besten Debüts, die ich jemals gehört habe.

Marc Langels, 06.01.2012

 

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