Bette Smith

The Good, The Bad And The Bette

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 22.09.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues, Soul
Spiellänge: 40:01
Produzent: Matt Patton and Bronson Tew

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

North Mississippi Allstars

Drive By Truckers

Ana Popovic

Dana Fuchs

Titel
01. Fistful Of Dollars
02. Whistle Stop
03. I'm A Sinner
04. I Felt It Too
05. Signs And Wonders
 
06. Human
07. Song For A Friend
08. Pine Belt Blues
09. Everybody Needs Love
10. Don't Skip Out On Me
Musiker Instrument
Bette Smith Vocals
Luther Dickinson, Jimbo Mathus, Craig Pratt, Jody Nelson, Bronson Tew, Matt Patton, Curtis J. Brewer, John McLeod Guitars
Matt Patton Bass
Bronson Tew Drums
Henry Westmoreland Horns
Eric Carlton Piano
Jimbo Mathus, Henry Westmoreland Organ
Jamison Hollister Strings
Patterson Hood, Matt Patton, Bronson Tew, Schaefer Llana Background Vocals

Schaut man sich das Album-Cover an, denkt man natürlich sofort an die Spaghetti-Wester der 60er Jahre und beim Titel an einen der besten Filme dieses Genres: “The Good, The Bad And The Ugly“. Natürlich musste letztere Bezeichnung, angesichts des – ob seiner Haartracht auch perfekt in jene Zeit (der Sechziger, nicht der Western!) passenden – sehr ansehnlichen Girls entsprechend angepasst werden.

Um es auf die Spitze zu treiben, eröffnet man den “Showdown“ dann auch noch mit einem Song namens Fistful Of Dollars (hierzulande erinnern wir uns an “Für eine Handvoll Dollars“). Aufgewachsen ist Bette Smith – die Neuste Entdeckung aus dem Hause Ruf Records – allerdings weder im Wilden Westen, noch im heißen Süden, sondern New Yorker Stadtteil Brooklyn. Dass sich ihr musikalischer Background aus Soul- und Gospelmusik speist, ist somit schon keine Überraschung mehr. Wie das Leben im 'Big Apple' pulsiert auch besagte Einstiegsnummer, bringt Elemente aus Funk und Jazz mit ein setzt so richtig in Schwung. Dass sich Bette auch noch an Koryphäen wie Tina Turner und Aretha Franklin orientiert, ist der Sache nicht abträglich. Mich erinnert sie bei dieser Nummer ganz Stark an Ana Popovic. Im Gegensatz zu Ana “schwimmt“ Bette mehr mit der Musik und taucht ein, in den Groove.

Das lässt auch Raum für die anderen Teilnehmer auf diesem Album: Matt Patton von den DRIVE-BY TRUCKERS produziert und spielt Gitarre und Bass und sein Bandkollege Patterson Hood singt auf Everybody Needs Love, einer wundervollen Southern-Ballade im schrammeligen Stil der TRUCKERS. Unter anderem ist dann noch Luther Dickinson, von den NORTH MISSISSIPPI ALLSTARS dabei, dessen herlich gepickte Gitarre auf Signs And Wonders erklingt. Einem Song voller Soul und Southern Soul, wie man ihn häufig bei Bettes Ortskollegin Dana Fuchs zu hören bekommt.

Naturgemäß bewegen sich einige Songs eher im balladesken Bereich. An Intensität fehlt es dabei aber wirklich nicht. Titel wie Whistles Stop transportieren das Flair, welches besagte Aretha Franklin in den 60ern kreierte und man fühlt sich in der Tat, wie in Memphis vor über 50 Jahren.

Lädt man den Electric-Blueser Jimbo Mathus (SQUIRREL NUT ZIPPERS) ins Studio, verwundert nicht, dass es in rauer und rockiger wird und auch etwas schräger, was wiederum an die DRIVE-BY TRUCKERS und auch ein bisschen an Dough Sahm erinnert.

Zum Sound des Albums tragen auch das “Gebläse“ von Henry Westmoreland einiges bei und auch, dass die versammelten Gitarristen es gern etwas rauer angehen. So rockt I Felt It Too wie eine Party auf dem Höhepunkt, während Human sich wieder mehr funky und auf dem Dancefloor groovend gibt. Frau Turner grüßt hier aus 70er Jahren.

Bestes Good-Time-Feeling serviert Song For A Friend, zumindest in musikalischer Hinsicht. Irgendwo zwischen Country und Soul, steigert Bette Smith diesen Song mit ihrem ausdrucksstarken Gesang mit der Zeit immer mehr und die tolle Produktion tut ihr übriges, damit einem der Song so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht.

Ja, beim Pine Belt Blues geht’s natürlich um den Blues. Allerdings in sehr rauer, rockiger Weise und erneut stehen hier die TRUCKERS Pate und unweit davon lassen die STONES, zu Zeiten von “Exile...“ die Würfel rollen.

Fast schon erwartungsgemäß endet die Party mit dem melancholischen, sparsam instrumentierten Don't Skip Out On Me, das klingt, als hätten sich die Musiker schon aus dem Studio verabschiedet und kehrten plötzlich alle noch einmal zurück, um den Song zu einer kleinen Hymne zu machen und Bette Smith noch einmal ihre großartige Stimme entfalten zu lassen. Eine weitere Interpretin, die wir hoffentlich recht bald auch auf deutschen Bühnen begrüßen dürfen. Dürfte, ebenso wie ihr Album, eine tolle Angelegenheit werden.

 

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