Beth Hart

Bang Bang Boom Boom

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 07.10.2012
Jahr: 2012
Stil: Soul, R&B, Blues
Spiellänge: 48:52
Produzent: Kevin Shirley

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Plattenfirma: Provogue/Mascot


Redakteur(e):

Epi Schmidt



Bang Bang Boom Boom
 
Beth Hart Vocals, Piano
Michael Rhodes Bass
Arlan Schierbaum Keyboards
Lenny Castro Percussion
Anton Fig Drums
Joe Bonamassa Guitar Solo on There In your Heart
   

 

01. Baddest Blues 07. Spirit Of God
02. Bang Bang Boom Boom 08. Swing My Thing Back Around
03. Better Man 09. There In Your Heart
04. Caught Out In The Rain 10. The Ugliest House On The Block
05. Thru The Window Of My Mind 11. Everything Must Change
06. With You Everyday  

Beth Hart wurde ja mal als „Rock-Röhre“ gehandelt. Ihre Janis Joplin-Rolle am Broadway, ihre DVD sowie teilweise auch ihre letzten Live-Performances legen da durchaus noch Zeugnis davon ab. Seit einiger Zeit hat sie aber eine mehr den Balladen und dem Soul zugewandte Seite an sich entdeckt und geht - sagt sie - mehr zu ihren Ursprüngen zurück. Macht einigermaßen Sinn, da Klein-Elisabeth frühzeitig mit dem Klavierspielen anfing und da natürlich auch viel mit Klassik und Ähnlichem in Berührung kam.
Keine Sorge, "Bang Bang Boom Boom" ist kein Klassikalbum geworden, aber bereits auf ihrer Kollaboration mit Joe Bonamassa "Don't Explain" hat sie sich deutlicher dem Blues und vor allem dem Soul zugewandt, was ihrer Karriere durchaus förderlich zu sein scheint.

Über gesangliche Zweifel ist jemand, der bereits Janis Joplin auf der Bühne verkörpern durfte, erhaben und so kann sie sich ganz sachte in dieses Album hereinschleichen. Baddest Blues wäre anderswo sicher eher die Schlussnummer geworden, aber Beth hat viel Spaß am Klavierspiel und so startet sie ihre Performance mit dieser eher schwermütigen Nummer. Nicht das, was man unter Kick-Ass-Rock versteht, aber wer sich eher der Melancholie hingeben mag ..., der wird durch ein paar heftige Akkorde durchaus wieder wach gerüttelt.
Frau Hart versteht es bestens, die Samtpfoten zu rollen, um, ganz sachte, die Krallen hervor zu schieben und dem Hörer unvermutet ein paar Striemen über die Wange zu ziehen.
Das funktioniert in mehreren Songs hier so. Beim Titelsong legt sie gleich eine forschere Performance hin, beschwört den "Ring of fire" und klingt dabei nach den großen Soul-Songs der Diven aus den 40er und 50er Jahren.
Auch nicht gerade zurückhaltend kommt sie in dem bluesigen Better Man rüber. Die Produktion von Kevin Shirley ist allererste Sahne und setzt die Sängerin perfekt in Szene. Für mich gehört dieser Titel mit zum Besten, was hier zu hören ist.

Meist ist es mir allerdings auch etwas zu ruhig. Caught In The Rain gerät sehr atmosphärisch, auch wenn der nahezu lasszive Gesang perfekt mit dem Background harmoniert.
Etliche Titel beginnen mit Klavier und erinnern, wenn der Soul auf der Seite bleibt - wie in Thru The Window Of My Mind - an ihr Album "California". Intensiver kommt With You Everday rüber. Hier wieder mit erhöhtem Soul- und Großstadt-Blues-Charakter. Hier erinnert Beth direkt an ihre Ostküsten-Gesangskollegin Dana Fuchs, ohne ganz deren Power zu erreichen. Hätte mehr in dem Song stecken können.
Jede Menge Soul und R&B stecken jedenfalls in Spirit Of God. Auch starke Gospel-Anleihen sind vorhanden und ein treibender Rhythmus, der durch die Bläsersektion noch verstärkt wird. Das passt zu jeder Menge Soul-Größen aus den 60ern und mal muss ich an Aretha Franklin, mal an Mitch Ryder und mal an die Rocky Horror Picture Show denken.
Beth Hart widmet sich dem Big Band-Swing (Swing My Thing Back Around), der einfühlsamen Ballade (There In Your Heart, mit richtig gutem Solo von Joe Bonamassa!) , bringt mit The Ugliest House On The Block einen Song, den sie schon auf der Bühne brachte im lockeren Reggae-Gewand und lässt letztendlich das Album so ausklingen, wie sie es begonnen hat. Mit mehr nachdenklichen Tönen, in denen die sanft schmeichelnde Stimme immer wieder mal in ein leichtes Fauchen übergeht.
In dieser Schiene ist sie schon was Besonderes und ich nehme an, sie wird diesen Stil weiter verfolgen. Mir war sie rockiger allerdings lieber.

Epi Schmidt, 04.10.2012

 

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