Bernard Allison

Songs From The Road

( English translation by Google Translation by Google )

CD & DVD-Review

Reviewdatum: 07.03.2020
Jahr: 2020
Stil: Blues, R&B
Spiellänge: 102:00
Produzent: Jim Gaines (CD), Thomas Ruf (DVD)

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Plattenfirma: Ruf Records


Redakteur(e):

Epi Schmidt


s. weitere Künstler zum Review:

Blues Caravan

Luther Allison

Titel
CD:
01. Night Train
02. Stay With Me Tonight
03. You're Gonna Need Me
04. I Can 't Get You Out Of My Mind
05. Call Me Momma
06. Feels Kind Of Funny
07. Cruisin' For A Bluesin'
08. Same Ole Feeling
09. Let's Try It Again
10. Meet Me Half Way
11. Backdoor Man
12. Something's Wrong
 
DVD:
01. Stanky Issues
02. Night Train
03. Stay With Me Tonight
04. The Way Love Was Meant To Be
05. I Can't Get You Out Of My Mind
06. Call Me Momma
07. Feels Kind Of Funny
08. Cruisin' For A Bluesin'
09. Same Ole Feeling
10. Let's Try It Again
11. Meet Me Half Way
12. Backdoor Man
13. Storms Of Life
14. You're Gonna Need Me
15. Something's Wrong
16. Slide Master
Musiker Instrument
Bernard Allison Vocals, Guitar
Dylan Salfer Guitar
George Moye Bass
Mario Dawson Drums
Josè James Sax, Percussion

Der große Luther Allison hat uns nicht nur großartige Musik hinterlassen, sondern auch einen Schwung Kinder – Neun an der Zahl - , von denen Sohn Bernard wohl das bekannteste und erfolgreichste ist.

Seine Klasse hat er zahllose Male unter Beweis gestellt. Besonders auf der 2018er Blues-Carvan-Tour hat er sich wieder in Erinnerung gerufen und zeitgleich erschien ja auch sein letztes Studiowerk “Let It Go“. Offensichtlich fühlt sich Bernard auf deutschen Bühnen ziemlich wohl und im Gegenzug ist er hier ein gern gesehener Gast. So wurde am 23. Oktober 2019, im “Piano“ in Dortmund, sein neues Live-Album mitgeschnitten und erscheint in Ruf Records beliebter “Songs From The Road“-Reihe, wie üblich, als kombinierte CD&DVD.

Da auf der DVD mehr Platz ist und wohl ziemlich das komplette Konzert vorhanden, widmen wir uns gleich dieser, wenngleich die Tatsache, dass der renommierte Produzent Jim Gaines sich der CD angenommen hat, auch da Gutes vermutet werden darf.

Die Mannschaft Allisons ist fast die gleiche, wie auf “Let It Go“, lediglich an der zweiten Gitarre ersetzt Dylan Salfer nun John T. McGhee. Letzterer war auf der Studioaufnahme noch als “Rhythmus-Gitarrist“ ausgewiesen. Salfer übernimmt auf jeden Fall auf der Bühne deutlich mehr, als nur den Rhythmus. Er ist auch der einzige Weise in der Band, aber nicht nur mit seinem Äußeren weiß er Akzente zu setzen.

Das Konzert beginnt etwas abruppt, ohne große Ankündigung oder Intro, sondern direkt mit dem groovigen Stanky Issues, in dem Allison gleich einmal Salfer vorstellt und diesem das erste Solo überlässt. Da blitzt schon auf, dass da einer mit Gefühl, ebenso wie Fingerfertigkeit auf der Bühne steht. So geht es reihum und Josè James zeigt sein Können am Saxofon, bevor Bernard ins Geschehen eingreift und als “Chef im Ring“ agiert.

Irgendwie meine ich die ganze Zeit eine Orgel zu hören, aber ich kann im Bild keine ausmachen. Also, wenn die Typen diesen Sound so erzeugt haben, dann zieh ich gleich ein paar Hüte. Allein schon soundmäßig ist das also so beeindruckend, wie mitreißend. Wie bei Bernard gewohnt, geht es häufig recht funky zu, wie im Night Train, oder Hendrix-mäßig, wie in Stay With Me Tonight. George Moye wird von seinem Kollegen Josè James im Laufe des Abends mal als “the funkiest bass player in the world“ angekündigt und wird dem durchaus gerecht. Der Rhythmus, den dieser, im Verbund mit Mario Dawson (wir erinnern uns wohlwollend an diesen beim 2018er Blues Carvan) kreiert, ist schon eine prächtige Basis.

Scheint mir die Band zu Beginn noch sehr auf die Musik konzentriert, lockert sie sich das im Laufe des Konzertes immer mehr auf, was wohl nicht zuletzt an den Ovationen aus dem Publikum liegt. Da groovt es sich zu den Unisono-Läufen von Sax und Gitarre in I Can't Get You Out Of My Mind ebenso fein, wie zu dem lockeren, jazzigen R&B von Call Me Momma. Allisons souliger Gesang kommt in solchen Songs mit am besten. Dagegen kommen Gitarren-Freaks in dem vertrakten und schon deutlich heftigeren Feels Kind Of Funny auf ihre Kosten.

Den Rhythmuswechsel, wie auf dem Studioalbum, vollzieht Crusin' For A Bluesin' nicht, aber dafür wird hier auch kein Solo ausgeblendet. Und, wie auf “Let It Go“, als nächstes folgt das cool-funkige Same Ole Feeling, bevor die Würdigung das Daddys mit dessen Let's Try It Again, einem Slow-Blues, den Spirit von Luther Allison durchs “Piano“ schweben lässt. Kommt's nur mir so vor, oder ist die Band hier besonders inspiriert?

Später wird dem legendären Blues-Musiker mittels You're Gonna Need Me ein weiteres Mal gehuldigt.

Something's Wrong  kann man hier wahrlich nicht sagen und der gleichnamige Boogie, kurz vor Ende, unterstreicht das nochmal eindringlich. Die hart rockende Blues-Rock-Show wird hier nicht geboten und das erwartet man von Allison auch nicht. Das hier ist eher was für die Blues-Feinschmecker, die sich von dem herrlichen Zusammenspiel hervorragender Musiker begeistern lassen und die individuelle Klasse ebenso zu würdigen wissen, wie abwechslungsreiche Songs, die die Grenzen des ursprünglichen Blues gerne mal überschreiten.

Nachdem es auch keinerlei Überschneidungen mit dem “Live At The Jazzhaus“-Album von 2011 gibt, kann man diesen Live-Mitschnitt allen Blues-Liebhabern mit erweiterten Horizont mehr als empfehlen.

 

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