Aynsley Lister

Tower Sessions

( English translation by Google Translation by Google )

CD-Review

Reviewdatum: 19.01.2011
Jahr: 2010
Stil: Blues Rock

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Redakteur(e):

Epi Schmidt


Aynsley Lister
Tower Sessions, Manhaton Records, 2010
Aynsley ListerGuitar & Vocals
Simon SmallDrums & Vocals
MidusBass Guitar & Vocals
Don HealeyKeyboards
Produziert von: Aynsley Lister Länge: 66 Min 57 Sek Medium: CD
01. Soundman07. Hurricane
02. Sugar Low08. Hero
03. Purple Rain09. With Me Tonight
04. Quiet Boy!10. Crosstown Traffic
05. Early Morning11. In The Morning
06. What's it All About

Aynsley Lister wird wahrscheinlich mit 50 noch so aussehen, als hätte er gerade die Mittlere Reife hinter sich gebracht. In gewisser Weise, hat er das ja eigentlich auch. Die "mittlere Blues-Reife", wenn man so will. Fast von Beginn seiner Karriere an, hat der Brite begeistert und überzeugt. - ob auf Platte oder auf Bühne. Die Frische, mit der er seine Musik rüberbrachte, steckte eigentlich immer an. Zuletzt machte er mit seinen Studioscheiben deutlich, dass er zwar im Blues verwurzelt, aber nicht darin einzementiert ist, und brachte so sogar ein paar poppige Elemente ins Spiel.
Der große Wurf wurde es trotzdem nicht und die Blues-Gemeinde wird es ihm vielleicht danken, denn live besinnt er sich im Allgemeinen doch auf einen sehr rockigen Blues. In Kürze auch wieder auf deutschen Bühnen. Also hingehen, denn "on Stage" ist der Mann eine Bank.
Als Appetithappen kann man sich sein neues Live-Album hernehmen. Da muss ich allerdings kritisieren, dass es sich mit unter 70 Minuten eher um ein mittelgroßes Häppchen handelt. Ich bin durchaus der Meinung, dass viele Studioalben mit unnötig viel Songs zugekleistert werden - bloß weil so viel Spielzeit vorhanden ist - aber bei einem Live-Album, sollte doch so viel als möglich vom jeweiligen Konzert bzw. der Tour drauf sein.
Sei es wie's will, Aynsley hat seine Band wieder einmal runderneuert und so rechtfertigt sich diese Live-Aufnahme, obwohl die letzte noch nicht so lange her ist. Das Album wurde zwar "live", aber nicht vor Publikum, eingespielt und soll praktisch seine letzte Tour dokumentieren. Aufgenommen wurde es auf der Bühne von "The Tower im englischen Winchester.
An Stil und Herangehensweise hat sich nichts geändert. Da geht es zockig-rockig in den Soundman rein und Lister zeigt seine Verbundenheit zum Texas-Rock. Beim zweiten Titel, Sugar Low, präsentiert er diesen im bewährten Boogie-Stil. Das macht an, hat Feuer, und durch den inzwischen zur Band gehörenden Keyboarder, bleibt der Drive auch in den Soli und den ruhigeren Passagen erhalten. Dazu hat der Gitarrist nun ein Melodieinstrument, mit dem er sich kleine Duelle liefern kann.

Worauf viele Lister-Fans sicher schon lange gewartet haben, das ist nun endlich auch außerhalb seiner Konzerte zu erleben: Prince' Purple Rain. Ohne dem Song den Charakter zu nehmen, bringt Aynsley hier bluesige, gefühlvolle Einwürfe und rockige Power mit ein und liefert eine absolut begeisternde Coverversion ab.
Ein richtiger Quiet Boy ist er natürlich selten, auch wenn es im entsprechenden Song auch mal verspielt und swingend wird. Zu gegebener Zeit zieht er immer die Zügel an und sorgt dafür, dass der Druck im Kessel nicht nachlässt.
Auf "Equilibrium" hatte Early Morning noch ein "Dew" hintendran, aber ansonsten legt der Song live noch eine Schippe drauf und steigert sich richtig geil. Auch die nächsten beiden Songs stammen von jenem 2009er Album und vor allem Hurricane rechtfertigt Frankies Begeisterung für die Nummer noch einmal. Wirklich hervorragend dynamisch aufgebaut und bedient sowohl die melodische als auch die mehr an straightem Rock interessierte Anhängerschaft.
Trotzdem könnte dem ein oder anderen Hörer die Abwechslung fehlen und natürlich gibt Aynsley auch wieder den unvermeidlichen Hendrix (Crosstown Traffic), aber wenn schon, dann ist mir das von ihm mit am liebsten.

Mit dem locker-fröhlichen Up-Beat-Rocker In The Morning endet dann dieses Album, dem man seinen Live-Charakter auch trotz fehlenden Publikums nicht absprechen kann. Die Band war halt richtig gut eingespielt und in Fahrt. Da werden in dieser Schlussnummer nochmals alle Register gezogen und irgendwie erwartet man dann doch den aufbrandenden Jubel, wenn der letzte Ton verstummt. Muss man halt zur Not selbst übernehmen.
Ich finde "Tower Sessions" ein gutes, rockiges und mitreißendes Album. Die Orgel macht sich sehr gut in Aynsley Listers Band und der Sänger/Gitarrist verdeutlicht seine, doch fast schon jahrzehntelange, Erfahrung. Vielleicht manchmal etwas zu cool, aber immer mit ordentlichem Drive präsentiert. Zumal Aynsley Lister eine absolut sympathische Erscheinung ist, sind die anstehenden Konzerte wieder eine Pflicht für Blues-Rocker!

Epi Schmidt, 18.01.2011

 

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