Ashley Kahn

Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf

( English translation by Google Translation by Google )

Buch-Review

Reviewdatum: 01.01.2000
Jahr: 2007
Verlag: Rogner & Bermhard

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Redakteur(e):

Frank Ipach


Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf, Rogner & Bernhard, 2007
ISBN: 978-3-8077-1026-6
Umfang: 400 Seiten, 140 Fotos
Preis: 24,90 € zzgl. Versandkosten

Wer hier wen erschuf, diese Frage stellt sich im Laufe der Lektüre dieses hochinteressanten Buches des geschätzten Musikjournalisten Ashley Kahn durchaus. Kahn, der sich als gescheiter Rechercheur in Sachen Jazz bereits mit seinen Büchern über die Legenden Miles Davis ("Kind Of Blue - Die Enstehung eines Meisterwerks") und John Coltrane ("A Love Supreme - John Coltranes legendäres Album") einen guten Namen erschrieb, fokussiert sich, wie sollte es auch anders sein, in seinem neuen Werk, "Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf", immer wieder gerne und fast auch zwangsläufig auf diesen legendären und leider viel zu früh verstorbenen (17.Juli 1967) Jazz-Saxophonisten.

Die Synergieeffekte zwischen Impulse, dem richtungsweisenden Jazz-Label der Sechziger und teilweise noch Siebziger, und John Coltrane, dem Suchenden, dem Neuerer, dem Avantgardisten, lassen sich kaum von der Hand weisen. Coltrane war Zeit seines Lebens und auch darüber hinaus, stets das verkaufsfördernde Aushängeschild dieser an ruhmreichen Namen sicherlich nicht zu knapp gesegneten Plattenfirma und profitierte sowohl von seiner eigenen visionären Kraft, als auch vom unbedingten Vertrauen Bob Thieles (seinem langjährigen Plattenproduzenten), der um die geniale Musikalität seines Schützlings wußte und sie auf künstlerischer wie monetärer Ebene immer wieder neu befeuerte und dem Schöpfer eines vermeintlichen Jahrhundertalbums ("A Love Supreme") stets freie Hand ließ.
Gleichwohl dieses "freie-Hand-lassen" ein ganz wichtiger Baustein in Bob Thieles Produzentenphilosophie während seiner Impulse-Jahre (1961-'69) bedeutete. Bob Thiele, selbst Musikfanatiker und Gelegenheitsmusiker, ließ die Jazz-Koryphäen gewähren, ließ ihnen ihren 'flow', kümmerte sich oft nur um das Geschäftliche bzw. die angenehme und arbeitsfördende Atmosphäre im Studio. Diesen Spagat zwischen künstlerischem Anspruch, visonärem Forscherdrang und geschäftlicher Integrität bis hin zu waghalsiger Risikobereitschaft beschreibt dieses detailreiche Buch Ashley Kahns sehr genau.

Anhand Hunderter von Gesprächen und Interviews mit Zeitgenossen aus beiden Lagern (Künstler/Manager) portraitiert der Autor ein spannendes, immer auch lehrreiches und selbst für den Nicht-Jazz-Interessierten unterhaltsames Buch, das aus musikhistorischer Betrachtung eine wichtige Ära kulturellen Schaffens nachzeichnet, gerade auch im Hinblick auf die Ende der Sechziger aufkeimende Konkurrenz aus den florienden Einahmequellen des Rock- und Pop-Segments, die dem Jazz, der einige Jahre mehr oder weniger mainstreamfähig war (zumindest verkaufstechnisch), unerbittlich den Rang ablief.
"Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf" erlebt der Leser als spannenden musikalischen Hintergrundbericht mit Dokumentationscharakter. Die Lektüre initiert quasi eine Wiederbelebung der guten alten Zeiten des Jazz und dient zugleich als Anregung, sich mit dem einen oder anderen Jazz-Klassiker auseinanderzusetzen, denn zwischen den Kapiteln lässt es sich der Autor Kahn nicht nehmen, auf wegweisende Alben der Impulse-Epoche näher einzugehen, um sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Natürlich spürt man in jeder Zeile die Liebe zum Jazz, doch hier schreibt kein verblendeter Fanatiker, sondern der Liebhaber eines Musik-Genre, der um die innovative Kraft der zahlreichen großen Jazzmusiker des Impulse Labels weiß und sie ins rechte Licht rückt.
Wenn die Sechziger Jahre als Hochphase des Jazz gelten, dann war Impulse sicher eins ihrer schillerndsten Auswüchse. Ashley Kahns Buch lässt keinen anderen Schluss zu.

Frank Ipach, 16.04.2007

 

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